Es wird wahrscheinlich wieder ein sehr temporeiches und torreiches Spiel werden, wenn am Samstag ab 17 Uhr die Handballer des HC Einheit Plauen den Tabellenzweiten HC Elbflorenz II in der Mitteldeutschen Regionalliga empfangen. Dabei sollen auch die Treffer des 28-Jährigen beitragen, dass die Füchse gegen die nächste Spitzenmannschaft jubeln können.
Wie motiviert sich ein Handballer, wenn er für über zwei Monate nichts mit dem harzigen Leder machen darf? „Das war ganz einfach, ich wollte wieder auf dem Parkett stehen und Handball spielen“, lacht Jan Kacin. Dabei hatte der Linksaußen des HC Einheit Plauen im November und Dezember nur ganz selten Grund zur Freude, als der 28-Jährige wegen eines Bandscheibenvorfalls zum Zuschauen verdammt war. „Es war so schwierig für mich und dabei habe ich gemerkt, dass ich nie der Trainer sein könnte – ich kann nicht nur auf der Bank sitzen und einfach nur schauen, was die Jungs auf dem Spielfeld machen“, beschreibt der Tscheche die schwierige sportliche Situation, die er auf der Tribüne erleben musste: „Es ist vielleicht mal für ein oder zwei Spiele möglich, aber nicht für zwei oder drei Monate und wenn man dann fast jede Partie auch noch verliert, macht es das noch umso schwerer.“ Auch, weil der Linksaußen den Füchsen im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Mitteldeutschland nicht unterstützen konnte. „Vielleicht konnte ich Gian (Linksaußen Gian-Luca Corda, Anmerkung der Redaktion) paar Tipps geben, wie er werfen oder wie er sich auf den nächsten Gegner vorbereiten könnte, aber eine wirkliche Hilfe für die Mannschaft konnte ich leider nicht sein“, blickt Kacin zurück, der sich die Verletzung nicht beim Handball, sondern bei einer „falschen Bewegung im Alltag“ zugezogen hatte: „Danach hatte ich unter Schmerzmitteln noch sechs Wochen weiter gespielt und im Spiel hatte ich die Schmerzen auch gar nicht so sehr gespürt, aber spätestens am nächsten Tag konnte ich mich überhaupt nicht mehr bewegen.“ Diese Situation sei auch für den Pilsener mental herausfordernd gewesen – und umso wichtiger sei es für den Kopf gewesen, beim Punktspielauftakt im neuen Jahr gegen den Drittliga-Absteiger SV Anhalt Bernburg endlich wieder aktiv mit dabei zu sein. „Es war großartig, wieder auf dem Parkett stehen zu können und das Ergebnis mit dem 27:27-Unentschieden war auch gut“, gibt der 28-Jährige einen Einblick in seine Gefühlslage: „Ich habe es genossen – es ist auch ein anderes Gefühl und intensivere Freude.“ Dass der Tscheche das auch in vollen Zügen konnte, liegt auch daran, dass er seine Spielweise nach seiner Verletzung nicht verändert hat. „Ich spiele genauso, wie ich vorher gespielt habe und ich hatte nur bisschen Angst, dass ich vielleicht operiert werden muss, aber glücklicherweise war das nicht notwendig“, verrät Jan Kacin: „Im Spiel gegen Bernburg und auch danach hatte ich keine Schmerzen mehr im Rücken gehabt – es ist also alles wieder gut.“ So gut, dass es gleich wieder für die vollen 60 Minuten auf dem Parkett reichte. „Ich musste ja gleich schon wieder die ganze Zeit gegen Bernburg und Köthen spielen, weil Gian krank war“, erzählt der Pilsener: „Es war natürlich bisschen schwieriger als sonst, weil ich davor verletzt war, aber ich hatte ja Reha und einige Trainingseinheiten vor meiner Rückkehr absolviert.“ Vor allem beim 39:28-Heimsieg in der Vorwoche gegen Wittenberg-Piesteritz blitzte die Geschwindigkeit des Linksaußen immer wieder auf. „Ich muss schnell spielen, denn mit meinem Körper kann ich nicht langsam über die Kraft kommen, deshalb passt der schnelle und dynamische Handball zu mir“, gesteht der Tscheche, der im Sommer 2021 vom damaligen Meister Talent Pilsen aus der Extraliga zu den Rot-Weißen kam: „Es sollte ein Teil unserer Spielweise sein, dass wir diesen Tempohandball spielen – und clever sollten wir dabei natürlich auch agieren.“ Darauf wird es auch am Samstagnachmittag wieder ankommen, wenn die Spitzenstädter ab 17 Uhr in der heimischen Einheit-Arena den Tabellenzeiten HC Elbflorenz empfangen. „Es war sehr schade, dass wir das Hinspiel nicht gewinnen konnten und ich hoffe, dass wir Revanche nehmen können“, spielt der 28-Jährige auf die denkbar knappe 35:36-Niederlage im Oktober beim damaligen Spitzenreiter an: „Elbflorenz spielt sehr schnell und die Spieler sind nicht so riesige Schränke – und diese Gegner liegen uns bisschen mehr, was auch der Grund ist, wieso wir gegen die Dresdner meistens eine gute Partie gemacht haben.“ Das wollen die Vogtländer wieder, diesmal mit einem fitten und schmerzfreien Jan Kacin auf Linksaußen – und dem nächsten Erfolg vor heimischem Publikum, der die Füchse mit bisschen Glück sogar auf einen Nichtabstiegsplatz klettern lassen würde.
Von Florian Wißgott (flow)



