Nach drei Niederlagen in Folge steigt für die Handballer des HC Einheit Plauen der Druck, am Samstag ab 17 Uhr gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt den Bock umzustoßen. Damit das gegen den Tabellensechsten der Regionalliga Mitteldeutschland gelingt, brauchen die Füchse auch wieder die lautstarke Unterstützung der Fans.
Das letzte Mal, als die Rot-Weißen vier Mal hintereinander ohne Zähler blieben, war im März und April 2022, als die Spitzenstädter nach sechs Pleiten in Serie den bitteren Gang in die damalige Sachsenliga antreten mussten. „Die Saison ist so lang, wir haben noch so viele Spiele und da kann noch alles passieren“, macht sich Einheit-Trainer Mario Schuldes keine Sorgen: „Wir müssen uns auch nicht verstecken, spielen einen guten Handball sowie entwickeln uns, deshalb bin ich mir sicher, dass auch wir Punkte holen und wieder in der Tabelle nach oben klettern.“ Wie das den Salzländern gelungen ist, denn nachdem die Sachsen-Anhalter in der vorigen Saison überraschend gegen den Abstieg kämpften, zeigt das Aufgebot von Trainer Svajunas Kairis nun wieder, dass es viel Qualität hat. „Wenn Staßfurt alle Mann an Bord hat, dann ist das eine richtig gute Mannschaft und die erste Sechs ist wirklich sehr stark“, weiß auch Schuldes: „Ich rechne mit einem Duell auf Augenhöhe und die Auswahl, die weniger Fehler macht, wird das Duell gewinnen.“ Dass das schwer werden wird und die Salzländer bisher eine beachtliche Saison spielen sowie zu den oberen Riegen der Liga gehören, unterstreichen die bisherigen Ergebnisse: Mit zwei Unentschieden bei den Spitzenmannschaften aus Delitzsch (29:29) und Bad Blankenburg (28:28), dem 27:24-Achtungserfolg beim Drittliga-Absteiger HC Burgenland sowie der denkbar knappen 31:32-Niederlage gegen den weiterhin verlustpunktfreien Spitzenreiter Elbflorenz II haben die Sachsen-Anhalter schon einige Ausrufezeichen gesendet. „Staßfurt spielt einen eher langsamen Ball, was uns aber liegen sollte, weil wir deutlich schneller spielen wollen“, mutmaßt der Übungsleiter: „Wir spielen schon deutlich besser als zu Beginn der Saison, aber wir belohnen uns noch nicht und deshalb zählt nur ein Sieg, damit wir uns auch Selbstvertrauen holen können.“ Allerdings ging genau das in der letzten und vorletzten Saison nicht auf, als die Vogtländer auf eigenem Parkett jeweils mit nur einem Tor verloren. „Die Jungs wissen, wie wichtig die Partie ist, wir unbedingt wieder Punkte holen und die Heimspiele gewinnen müssen, deshalb ist auch ein gewisser Druck da“, berichtet Mario Schuldes, der die Füchse gut vorbereitet sieht: „Die Jungs sind erfahren genug, damit sie mit der Situation umgehen können und dass wir trotzdem selbstbewusst in das Duell gehen können, weil wir gegen richtig gute Gegner wirklich gut gespielt haben.“ Das werden die Rot-Weißen auch gegen die formstarken Salzländer müssen, die mit dem zweitligaerfahrenen Malvin Haeske (bester Werfer mit 37 Toren in sieben Spielen, 5,29) im rechten Rückraum, dem ehemaligen Bundesligaspieler Justus Kluge (zweitbester Werfer mit 30 Toren in sieben Spielen, 4,29) auf der Mitte und dem in Mitteldeutschland bestens bekannten Steffen Cieszynski (drittbester Werfer mit 28 Toren in sieben Spielen, 4) im linken Rückraum für viel Torgefahr aus der zweiten Reihe sorgen. „Aber unser Abwehrspiel und das Zusammenspiel mit den Torhütern sowie die Abläufe mit den Neuzugängen im Angriff werden immer besser“, so der Einheit-Trainer, der hofft, dass die Spitzenstädter verletzungsfrei bleiben und weiter hart arbeiten: „Das braucht zwar alles seine Zeit, aber es geht Schritt für Schritt voran und dann werden wir auch die erhofften Ergebnisse einfahren.“ Denn der Kader sei gut besetzt und könne auch den ein oder anderen Ausfall kompensieren. „Wir sind nah dran und vielleicht müssen wir auch einfach mal ein Spiel mit Glück gewinnen“, sagt Schuldes, der auf viele Zuschauer und eine stimmungsvolle Kulisse auf den Rängen zählt: „Gerade in so einer Phase, in der es nicht so läuft, wäre es umso wichtiger, dass viel Unterstützung von den Fans kommt, um noch paar extra Prozente aus der Mannschaft rauszukitzeln.“
Von Florian Wißgott (flow)


