Das 29:30 beim HC Glauchau/Meerane war bereits die fünfte Niederlage in Folge und die dritte Partie auf fremdem Parkett hintereinander, die die Handballer des HC Einheit Plauen denkbar knapp mit nur einem Tor verloren. Wieso die Füchse am Samstag auch beim Tabellenzehnten der Regionalliga Mitteldeutschland nicht punkten konnten.
Auch im prestigeträchtigen Duell ist den Rot-Weißen der so wichtige Befreiungsschlag nicht gelungen – trotz zahlreicher sowie lautstarker Unterstützung der eigenen Fans, eines Drei-Tore-Vorsprungs zu Beginn der Partie und einer Führung in der Schlussphase sind die Plauener nach dem 29:30 auf den 14. Tabellenplatz abgerutscht. „Wir sind einfach enttäuscht, dass es zum wiederholten Mal leider äußerst knapp war und am Ende doch nicht gereicht hat, um die Punkte mitzunehmen“, steht dem Einheit-Trainer Mario Schuldes nun vor allem mentale Aufbauarbeit vor: „Die Jungs waren nach der Begegnung sehr niedergeschlagen, auch wenn wir wieder ein gutes Spiel mit vielen starken Phasen gemacht haben.“ Wie zu Beginn des Aufeinandertreffens, als die Spitzenstädter bereits nach knapp neun Minuten mit 5:2 führten. „Wir sind gut gestartet, haben gerade im Angriff das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten und nicht nur gute Lösungen gefunden, sondern auch gut geworfen“, lobt Schuldes: „Auch die Abwehr war sehr aktiv und Torhüter Jan Misar konnte sich mehrmals auszeichnen.“ Doch dann gelang es den Westsachsen, in eigener Unterzahl zwei Tore zu erzielen sowie keinen Treffer zuzulassen, weil die Füchse erst frei vom Kreis verwarfen und dann einen technischen Fehler machten. „Wir konnten es leider unter der Woche auch nicht viel trainieren, weil wir aufgrund der zahlreichen verletzten oder angeschlagenen Spieler nicht genügend Leute waren“, ärgert sich der Übungsleiter über den 5:5-Ausgleich nur drei Zeigerumdrehungen später: „Da haben wir es gerade nicht gut gespielt und wenn wir die Überzahl besser ausgeführt hätten, dann hätten wir uns richtig absetzen können, aber wir können mit der aktuellen Personalsituation im Training nicht effektiv an den Problemen arbeiten.“ Zwar gingen beim 9:8 nach einer Viertelstunde die Hausherren erstmals selbst in Führung, doch beim 12:10 nach knapp 20 Minuten hatten die Vogtländer die Partie auch dank einer besser ausgespielten Überzahl wieder zu ihren Gunsten gedreht. „Doch dann funktionierte die Deckung nicht mehr so gut mit dem Torhüter“, sah Mario Schuldes, dass Glauchau/Meerane dann vor allem aus dem Rückraum über das Zentrum zu einfach durch den ehemaligen Drittligaspieler Nico Cornelius abschließen und Misar zwar noch die Hand an den Ball bekam, das Gegentor aber trotzdem nicht mehr verhindern konnte: „Das tut uns dann auch weh und deshalb rannten wir dann auch dem Rückstand hinterher.“ Dazu kam, dass die Hausherren den später zum Matchwinner gekürten Torhüter Pascal-Maxim Naumann in der Mitte der ersten Halbzeit für Stammkeeper Ludek Kylisek eingewechselten, der etliche freie Würfe parierte und maßgeblichen Anteil am 4:0-Lauf zum 15:13-Pausenstand hatte. „Wir bringen dann die Glauchauer auch wieder selbst zurück ins Spiel“, bedauert der Einheit-Trainer zu viele Fehlwürfe und dass neben Misar auch Petr Jahn und Jan Kacin spielten, die eigentlich nicht hätten zum Einsatz kommen sollen: „Aber weil wir momentan in der Situation in der Liga sind und nicht so die Alternativen haben, müssen sie einfach spielen, obwohl das nicht gut für die Jungs ist.“ Zwar erspielten sich die Westsachsen nach dem Seitenwechsel beim 18:15 erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung, doch die Füchse erzwangen nach dem 20:23 Mitte des zweiten Durchgangs auch in eigener Unterzahl mehrere Ballgewinne und kämpften sich mit schnellen Kontern zurück – und nach vier Treffern in Folge brachte Kacin die Rot-Weißen erstmals beim 24:23 wieder in Führung. „Wir haben uns wieder gesteigert und nochmal alles reingehauen, aber in der Schlussphase waren wir einfach platt“, begründet Schuldes, dass das 25:24 nach 51 Minuten die letzte Führung war: „Wir waren mehr als nur dran, das Spiel für uns zu entscheiden, denn es hätte genauso gut mit plus eins für uns ausgehen können, aber uns hat auch das Quäntchen Glück gefehlt.“ Auch kam noch Pech dazu, dass Torhüter Felix Neef – der Schlussmann aus der zweiten Mannschaft stand für den erkrankten Matej Brychlec erstmals seit vielen Jahren wieder in der vierten Liga zwischen den Pfosten – mehrmals am Ball dran war, das harzige Leder aber trotzdem ins Tor ging, die Füchse die Hausherren ins Zeitspiel zwangen, die aber mit dem letzten Pass doch noch zum erfolgreichen Abschluss kamen oder der Abpraller direkt bei den Westsachsen landete, die dann im zweiten Anlauf den Treffer erzielten. „Das war zermürbend“, gestand Einheit-Trainer Mario Schuldes, der sich bei den auch in dieser schweren Phase mitgereisten Fans gerne mit einem Sieg bedankt hätte: „Der ein oder andere einfache Fehler war dann am Ende zu viel, was den Unterschied gemacht hat und deshalb haben die Glauchauer auch verdient gewonnen.“
HC Einheit Plauen: Misar, Neef – Corda, Wokan (5), Janàsek (2), Krüger, Linhart (7/4), Kotesovec, Bednarík, Machacek, Kacin (2), Jahn (5), Zbiral (2), Stegner (5), Sira (1); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm
HC Glauchau/Meerane: Kylisek, Naumann, Poschbeck; Poppitz (6), Ludwig (1), Schmidt (3), Esche (3), Cornelius (7), Piller, Drechsel, Huber, Kreutz (6), Cal, Ivanchenko (4); Trainer David Kylisek, Co-Trainer Oliver Pflug, Mannschaftsverantwortliche Alexander Pfeil und Jonas Schürer
Verwarnungen: keine für HC Einheit Plauen, 1 für HC Glauchau/Meerane
Zeitstrafen: 5 für HC Einheit Plauen, 4 für HC Glauchau/Meerane
Siebenmeter: 5 für HC Einheit Plauen, 3 für HC Glauchau/Meerane
Von Florian Wißgott (flow)


