Kein erfolgreicher Jahresabschluss auf eigenem Parkett: Die Handballer des HC Einheit Plauen mussten sich am Samstagabend im letzten Heimspiel 2025 dem HC Burgenland klar mit 27:34 geschlagen geben. Dabei zeigten sich auch wieder die Probleme, wieso die auf dem weiter elften Tabellenplatz stehenden Füchse nach dem Abschluss der Hinrunde um den Klassenerhalt in der Regionalliga Mitteldeutschland kämpfen.
Als Maximilian Krüger nach 57 Minuten aus einem kleinen Winkel von Linksaußen ins lange, untere Eck zum 24:33 einnetzte, da konnte der Kapitän ein persönliches Jubiläum bejubeln: Der 35-Jährige erzielte im rot-weißen Trikot sein 1000. Tor in seiner 15. Saison für die Füchse. „Max ist hier schon ein Urgestein, wenn man ihn braucht, ist er immer da und ein Vorbild für die jungen Spieler – ich freue mich für ihn“, zollt Einheit-Trainer Mario Schuldes großen Respekt: „Ich denke, Max hätte das gerne gegen einen Sieg eingetauscht, wenn er kein Tor gemacht hätte und wir gewonnen hätten, wäre ihm das sicherlich lieber gewesen.“ Dabei überzeugten die Spitzenstädter die 420 Zuschauer mit einem starken Beginn und belohnten sich dafür mit einem 3:3 nach knapp fünf Minuten sowie einem 6:7 nur sechs Zeigerumdrehungen später. „Wir haben es gut im Angriff gelöst und waren effektiv in unseren Abschlüssen, auch wenn die Abwehr immer wieder nicht so gut stand“, so Schuldes: „Wir haben vor allem Hannes Rabe nicht in den Griff bekommen, er kam immer wieder zu Würfen und hat dann auch getroffen – und dann haben wir in der Deckung zwar umgestellt, aber es fehlte uns oft das Quäntchen, um uns den Ball zu erkämpfen.“ Neben des treffsicheren besten Werfers der Liga mit insgesamt zehn Toren und des starken Kreisläufers David Gligic (5) kam dazu, dass sich die Vogtländer in der Offensive die erste Schwächephase leisteten – und so den Naumburgern einen 0:4-Lauf binnen vier Minuten zum 6:11 ermöglichten. „Wir lassen im Angriff vier, fünf freie Abschlüsse liegen und das rächte sich“, ärgert sich der Übungsleiter: „Auch in der Defensive konnten wir Burgenland nicht konstant gut genug verteidigen.“ Doch vor allem dank drei Paraden des für Jan Misar eingewechselten Torhüters Felix Neef und eines Ballgewinns in der Abwehr konnten die Füchse nach gut 19 Minuten beim Stand von 10:12 auf zwei Tore verkürzen – nur um sich mit der zweiten Schwächephase bis zur Pause diese Aufholjagd gleich wieder zunichte zu machen. „Das hat schon einen ganz schönen Knacks gegeben, wenn man mit so einem 2:7-Lauf in die Kabine geht, denn das ist für den Kopf dann auch schwer“, berichtet Mario Schuldes: „Es war wieder unnötig, denn wir bekommen drei Konter, weil wir in der Offensive nicht gut agieren und es so Burgenland einfach machen.“ Wie auch nach dem Seitenwechsel, als die Domstädter die Führung mit einem 3:0-Lauf zum 22:12 nach knapp 34 Minuten erstmals auf zehn Tore ausbauten. „Wir hatten zu viele Fehlwürfe, auch weil wir unsere Abschlüsse zu oft nicht gut vorbereiteten und nicht konsequent genug das umgesetzten, was wir uns vorgenommen hatten“, vermisste der Einheit-Trainer die Überzeugung: „So haben wir es dem gegnerischen Torhüter zu einfach gemacht.“ Das änderte sich in der Folge, als die Rot-Weißen erst binnen vier Zeigerumdrehungen und einem eigenen 3:0-Lauf zum 16:23 den Rückstand wieder verkürzten – und dann sogar beim 20:26 nach knapp 50 Minuten auf sechs Tore herankamen. „Wir hatten immer wieder eine offensivere Deckung gespielt, um die Spieler nicht die Entscheidung treffen zu lassen, die es immer machen“, verrät Schuldes, der erneut kaum Wechseloptionen hatte, während Burgenland komplett druchwechseln konnte: „Aber wir machten es nicht bis zum letzen Pass gut, sodass dann doch nicht das Kreisanspiel kommen konnte oder durchgebrochen wurde, weil wir nicht konsequent genug zuschoben.“ Um vielleicht die Domstädter in der Schlussphase doch noch einmal ins Wanken zu bringen, agierten die Spitzenstädter mit einer ganz offensiven 3:2:1-Abwehr, um Ballgewinne zu erzwingen und schnell zu kontern. „Auch wenn die Jungs nochmal übers Tempospiel ordentlich Druck gemacht haben, hat es leider nicht gereicht, da uns dann leider auch die Kräfte ausgingen“, ist der Übungsleiter zumindest mit der Moral der Mannschaft trotz der wieder „zu vielen Gegentore“ und „am Ende verdienten 27:34-Niederlage“ zufrieden: „Wir haben das Spiel am Ende der ersten Halbzeit verloren, aber die Jungs haben alles gegeben und nie aufgesteckt.“
HC Einheit Plauen: Misar, Neef – Corda (6), Wokan (3), Krüger (4), Linhart (3), Kotesovec, Bednarík (3), Machacek (4/1), Kacin, Jahn (4/1), Zbiral, Sira; Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Joel Stegner und Lukas Horky, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm, Physio Antonia Weller
HC Burgenland: Voigt, Schmidt – Kröber (4), Gligic (5), Oelke (1), Sundorf (1), Leimbach (1), Fritzsche (3), Weiß (2), Vogel (2), Neumann, Popa, Cetnik (2), Osmanhodzic (3), Fichtner, Rabe (10/4); Trainer Fabian Kunze, Co-Trainer Marc Gordon und Tim Bielzer, Mannschaftsverantwortlicher Leon Wellner, Physio Peter Meuschke
Verwarnungen: 1 für HC Einheit Plauen, 1 für HC Burgenland
Zeitstrafen: 2 für HC Einheit Plauen, 3 für HC Burgenland
Siebenmeter: 3 für HC Einheit Plauen, 4 für HC Burgenland
Zuschauer: 420
Von Florian Wißgott (flow)


