Wenn die Handballer des HC Einheit Plauen am Samstagnachmittag um 17 Uhr den SV Oebisfelde empfangen, dann kommt es auch zum ersten Wiedersehen in der Einheit-Arena mit Kreisläufer Martin Danowski. Wieso die Füchse vor dem Tabellenneunten der Regionalliga Mitteldeutschland gewarnt sein sollten.
„In diesem Heimspiel muss definitiv ein Sieg her“, forderte Einheit-Trainer Mario Schuldes gleich nach dem bitteren 26:26-Unentschieden in der Vorwoche gegen den Vorletzten: „Wir müssen konstant besser spielen, so wie die ersten zwanzig Minuten gegen Apolda und dann werden wir auch gewinnen, auch wenn Oebisfelde uns das Leben schwer machen wird.“ Denn im Gegensatz zu den Rot-Weißen konnte der Aufsteiger seine erste Partie im neuen Jahr mit einem 34:32 beim Elften HC Glauchau/Meerane erfolgreich gestalten. „Ich freue mich“, schickt Martin Danowski liebe Grüße ins Vogtland, der seit seinem Abschied im Mai 2020 bisher jeweils nur einmal in Köthen und in Oebisfelde gegen seinen alten Verein gespielt hat: „Es ist das erste Mal, dass ich nach fünf Jahren wieder nach Plauen komme.“ Der Kreisläufer erlebte zum Saisonauftakt, dass seine Bördestädter nach einer 25:22-Führung nach gut 48 Minuten sich mit 27:29 noch geschlagen geben mussten, nachdem die Spitzenstädter mit einem 6:0-Lauf in der Schlussphase die Begegnung noch zu ihren Gunsten drehten. „Es hätten noch zwei, drei Punkte mehr auf der Habenseite stehen können“, verrät der gebürtige Magdeburger die Auswertung der Hinrunde: „Aber als Aufsteiger stehen wir ziemlich gut da und wollen so schnell wie möglich die Punkte für den Klassenerhalt sammeln.“ Dabei kommt es auch auf den 31-Jährigen an, der mit 79 Toren (davon 34 Siebenmeter) in 13 Spielen (6,08) die meisten Treffer zu den insgesamt 364 Toren der Sachsen-Anhalter beisteuerte, die damit allerdings die sechstwenigsten im Ligavergleich erzielt haben. „Ich spiele in Oebisfelde 60 Minuten durch und mit den Strafwürfen ist es klar, dass man dann bisschen weiter oben steht“, gibt sich Danowski bescheiden, der auf dem siebten Platz der erfolgreichen Werfer der Regionalliga Mitteldeutschland steht: „Aber es ist nicht mein Ziel, die meisten Tore zu werfen, sondern der Mannschaft zu helfen und ihr mit meiner Erfahrung paar Tipps zu geben.“ So sind neben den herausstechenden Kreisläufer die Tore relativ gleichmäßig verteilt. „Eigentlich spielen wir viel über die Breite und dadurch ergeben sich die Lücken in der gegnerischen Abwehr, weil wir viele Abschlüsse im Neun-Meter-Raum suchen – und dann ist es ja klar, dass mit Sperre-Absetzen etwas passiert, aber das ist nicht unser Hauptaugenmerk“, erklärt der gebürtige Magdeburger, der auch seinen Gegenüber Jakub Sira als „sehr guten Kreisläufer“ hervorhebt und David Zbiral als „besten Mittelmann der Liga“ bezeichnet: „Das habe ich bisher in jeder Mannschaft eingebracht, dass ich viel für den Rückraum arbeite und dadurch auch meine Tore machen kann – das war ja bei der Einheit genauso.“ Doch die Schwachstelle des Aufsteigers ist bisher die Defensive, die mit 398 Gegentoren die zweitmeisten nach Aue (477) kassierte. „Was bringt es, wenn man wie Apolda fast jedes Spiel knapp verliert, dann verliere ich lieber wenige Partien hoch und habe am Ende mehr Punkte“, meint der 31-Jährige, der auch auf die drei hohen Niederlagen gegen die Spitzenmannschaften Delitzsch (25:35), Halle (35:41) und Bad Blankenburg (23:33) anspielt: „Da haben wir eine richtige Watsche bekommen, aber wenn man diese Ergebnisse ausklammert, dann stehen wir gar nicht so schlecht da.“ Die höchste Pleite setzte es allerdings gegen Apolda (27:42), „weil wir da eine Grippewelle hatten“, erinnert sich Martin Danowski, der noch immer Kontakt zur Einheit hält: „Es freut mich, dass ich in Oebisfelde auch Abwehr spiele, denn das macht mir riesigen Spaß und ich kann so ein kompletter Spieler sein.“ Allerdings bekam der 1,90-Meter-Hüne auch mit 13 Zeitstrafen die bisher meisten Hinausstellungen der Bördestädter, die mit 62 Zwei-Minuten-Strafen die zweitmeisten hinter Suhl (84) kassierten und mit sechs roten Karten auch die meisten in der Liga verursachten. „Das ist schon unser Hauptaugenmerk, dass wir aggressiv zupacken und ich denke, dass man als Aufsteiger so agieren sollte, um sich auch bisschen Respekt vor dem Gegner zu verschaffen“, sagt der mann mit der Trikotnummer 67: „Als Aufsteiger sollte man bisschen härter spielen, aber immer natürlich fair.“ So erwarten die Vogtländer mit den Sachsen-Anhaltern einen noch unbequemeren, leistungsstärkeren und individuell besser besetzten Gegner als zuletzt Apolda, der neben den Heimsiegen gegen Aue II (37:27) sowie Staßfurt (24:22) besonders mit einer starken Auswärtsbilanz nach Erfolgen in Aschersleben (31:30), bei Elbflorenz II (30:28) und jüngst in Meerane überzeugte. „Wir stehen unter Druck, wollen und müssen über eine stabile Deckung das Duell gewinnen, denn wie das Hinspiel wird auch diese Partie ein enorm hartes Stück Arbeit“, weiß Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Oebisfelde hat starke Spieler, aber ich bin guter Dinge, dass wir gewinnen.“
Von Florian Wißgott (flow)



