Es wird die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwerste Partie auf fremdem Parkett, wenn die Handballer des HC Einheit Plauen am Samstagabend ab 19 Uhr beim NHV Concordia Delitzsch gefordert sind. Wie die Füchse beim ungeschlagenen Tabellenführer der Regionalliga Mitteldeutschland dennoch punkten wollen.
Es ist eine eindrucksvolle Bilanz, die die Nordsachsen auch in dieser Spielzeit wieder aufzuweisen haben: Die Loberhaie mussten sich bisher nur zum Saisonauftakt gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt mit einem 29:29-Unentschieden zufrieden geben – alle anderen zehn Partien gewannen die Vier-Türme-Städter und so ist der Meisterschaftsanwärter mit zwei Punkten Vorsprung der souveräne Spitzenreiter der Regionalliga Mitteldeutschland. „Es ist eine sehr schwere Aufgabe, denn Delitzsch ist die stärkste Mannschaft der Liga, aber dennoch werden wir alles geben und dann am Ende schauen, was rausspringt“, zollt Einheit-Trainer Mario Schuldes den Concorden großen Respekt, die im Duell gegen die Rot-Weißen bisher immer die zwei Punkte in eigener Halle behielten: „Es ist sicherlich begründet, denn Delitzsch ist schon immer eine Spitzenmannschaft und auch in dieser Saison haben sie wieder keine großen Veränderungen im Kader, sind eingespielt sowie haben alle Mann dabei – und stehen mit zehn Siegen in Folge zurecht auf dem ersten Tabellenplatz.“ Wie stark diese Auswahl ist, zeigt auch die Statistik: Die Nordsachsen haben mit plus 81 nicht nur die beste Torbilanz, sondern mit 375 (Quote 34,1) auch die meisten Treffer erzielt und mit nur 294 (Quote 26,7) die wenigsten Gegentore aller Mannschaften bekommen. „Wir müssen eine absolute Spitzenleistung bringen, um mitzuhalten, was das Ziel ist“, weiß Schuldes, dass sich die Loberhaie auch von Rückständen nicht verunsichern lassen: „Die Delitzscher sind sehr erfahren, individuell stark und in der Breite gut besetzt sowie flexibel einsetzbar – und haben nur sehr wenige Schwachpunkte.“ Auch wenn die Spitzenstädter als klarer Außenseiter am Samstagabend beim NHV auflaufen werden, gehen sie selbstbewusst nach dem überragenden 30:26-Auswärtssieg beim HSV Bad Blankenburg und dem wichtigen 36:31-Heimsieg gegen den SV Oebisfelde ins Duell mit dem Ligaprimus. „Dass wir in den Partien zwar die Phasen hatten, in der das Spiel kippen könnte, aber wir es auf unsere Seite drehen konnten, war auch sehr wichtig für den Kopf“, stimmt dieser Fakt den Übungsleiter zuversichtlich: „Wir dürfen uns nur wenige Fehler erlauben und müssen effektiv im Torabschluss sein, denn es wird schwer, gegen die Delitzscher 6:0-Abwehr zu Chancen zu kommen.“ Und wie wollen die Plauener erfolgreich sein? „Wir müssen so lange wie möglich im Spiel bleiben, das Delitzscher Tempo mitgehen und natürlich clever spielen, also in den richtigen Phasen Druck machen oder auch mal das Tempo kontrollieren“, verrät Mario Schuldes: „Wir müssen unser Spiel machen, um Delitzsch vor Probleme zu stellen.“ Damit die Vogtländer dieses hohe Tempo trotz der angespannten Personalsituation auch über die ganze Zeit gehen können, kommt es auch auf eine kluge Wechselstrategie an. „Wie die Jungs das aktuell lösen, ist wirklich gut und gerade auch, wenn sie auf ungewohnten Positionen spielen, was deren Qualität zeigt“, so der Einheit-Trainer: „Dennoch merkt man, dass bei uns aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle die Breite im Kader fehlt und dann die Kräfte nachlassen – und deshalb müssen auch manche Spieler über die Belastungsgrenze gehen, was natürlich nicht einfach für die Jungs ist.“ Und sich bisschen durch die Saison schleppen. „Wir hoffen, dass uns bald wieder mehr Spieler zur Verfügung stehen und deshalb sind wir über die Hilfe aus der zweiten Mannschaft auch sehr dankbar, um die Belastung doch etwas verteilen zu können“, ergänzt Schuldes: „Auch auf Delitzsch kann man sich nur schwer einstellen, weil sie auf jeder Position unterschiedliche Spielertypen haben.“ Dazu müssen die Füchse auch dafür sorgen, dass sich die Nordsachsen die Abschlüsse hart erarbeiten müssen und sie so ihre Stärken wegnehmen. „Wir brauchen eine sehr aktive Abwehr, die mit sehr viel Einsatz sowie Bewegung agiert und einen guten Torhüter, um immer wieder ins Umschaltspiel zu kommen – und mit schnellen Toren auch Delitzsch unter Druck zu setzen“, fordert der Übungsleiter: „Im Angriff wird es darauf ankommen, dass wir sehr viel mit Kopf spielen, eine gute Vorbereitung vor dem Torabschluss treffen und eine sehr gute Trefferquote haben.“ Denn jeder Fehler wird sehr schnell und konsequent bestraft. „Delitzsch spielt konstant gut, sehr dominant und ist eine Spitzenmannschaft, die dieses hohe Niveau über 60 Minuten spielen oder sich auch mal aus einem Tief rausspielen kann“, erzählt Mario Schuldes: „Selbst wenn mal ein Delitzscher Spieler einen schlechten Tag hat, dann kommt ein neuer Akteur mit ähnlicher Qualität rein, weshalb sie auch so schwer zu schlagen sind und auch Trainer Jan Jungandreas hat immer den richtigen Motivationstrick parat, um noch ein paar Prozent rauszukitzeln oder die richtige Entscheidung zu treffen.“ Dieser kann sich auch auf eine großartige Unterstützung von den Rängen verlassen. „Wir sind immer froh, wenn uns Fans auch auswärts unterstützen, das hilft uns gerade auch in solch schwierigen Spielen und deshalb hoffen wir, dass uns viele Plauener in Delitzsch anfeuern“, setzt auch Schuldes auf die rot-weißen Anhänger: „Wir werden alles reinhauen.“
Für die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwerste Auswärtsfahrt zählen also die Plauener wieder auf ihre treuen Anhänger – die Partie beginnt am Samstagabend, um 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle in Delitzsch (Karl-Marx-Straße 1) und der Bus fährt 13.45 Uhr am Sportplatz am Lindentempel sowie 14 Uhr an der Einheit-Arena los.
Von Florian Wißgott (flow)


