Bekanntermaßen ist die Tabellensituation nur selten ein Indikator, wie ein Spiel verlaufen wird. Dies zeigte sich einmal mehr am Sonntagnachmittag beim Aufeinandertreffen der TSG Söflingen mit der SG. Dabei war die Erwartungshaltung auf Teninger Seite keineswegs rosig. Jonas Meyer wird aufgrund einer Schleimbeutelentzündung am Knie voraussichtlich erst wieder im Neujahr auf der Platte stehen, Andreas Bühler hatte sich im Training am Handgelenk verletzt, Axel Simak hatte immer noch mit seiner Wade zu kämpfen. Sebastian Endres und Emanuel Bello verpassten krankheitsbedingt die Trainingswoche und waren auch am Spieltag nicht bei 100 % Leistungsfähigkeit. Selbiges galt auch für Pascal Bührer, der sich ab Donnerstag dem Team-Lazarett anschloss. Die halbe Mannschaft hatte somit mit nicht unwesentlichen Blessuren zu kämpfen – alles andere als optimale Voraussetzungen für ein schwieriges Auswärtsspiel in Söflingen. In der Besprechung vor dem Spiel war somit das Handballerische zweitrangig. Vielmehr musste die Mannschaft noch enger zusammenrücken und gemeinsam den Kampf angehen.
Dabei startete die SG gut ins Spiel, lag durch vier schnelle Tore mit 1:4 in Führung, ehe Söflingen selbst zum Torerfolg kam. Sie zeigten sich von dem aktuellen Tabellenplatz der SG gänzlich unbeeindruckt und machten ordentlich Druck auf die Teninger Defensive. Immer wieder schafften sie den Durchbruch oder konnten den besser positionierten Mitspieler anspielen. Hier fehlte der SG die letzte Konsequenz, um sich entscheidend absetzen zu können. Eine zwischenzeitliche Führung von 10:15 durch den starken Maurice Bührer wurde bis zum Ende der ersten Hälfte mit vollem Einsatz verteidigt. So ging es mit 15:19 in die Halbzeitpause – für die SG, den Umständen entsprechend, ein akzeptabler Vorsprung. Mit dem Angriff war Trainer Jonas Eble zufrieden, in der Abwehr forderte er aber trotz Krankheit und Verletzung eine Leistungssteigerung. Oft
wurde es Söflingen zu einfach gemacht, zum Torerfolg zu gelangen.
Diese Forderung bewährte sich allerdings nicht. Der Gastgeber stellte mit einem 5:1-Lauf zum 20:20 gleich, wodurch Jonas Eble gezwungen war, seine Mannen nochmals neu einzustellen. Danach kündigte sich ein regelrechter Abnutzungskampf für die SG an. Im Angriff musste noch mehr investiert werden, um gegen die hart verteidigende Söflinger Defensive anzukommen. Und in der eigenen Abwehr hatten die Jungs zahlreiche kräftezehrende Zweikämpfe zu führen. Dies alles führte dazu, dass die SG in der 40. Minute mit 26:24 in Rückstand geriet – eine Situation, mit der sich die Mannschaft in den letzten Spielen nicht auseinandersetzen musste. Doch auch hier zeigten die Jungs ihre mentale Stärke. Stück für Stück kämpften sie sich zurück und übernahmen wieder das Zepter, sodass sie in der 54. Minute mit 31:34 vorne lagen. Das 34:38 durch Pascal Bührer zwei Minuten vor Schluss brachte dann die Vorentscheidung. Söflingen konnte durch eine offensive Abwehr nochmal doppelt einnetzen, am letztendlichen Sieg der SG änderte dies jedoch nichts mehr. Nach Ertönen des Schlusssignals war die Erleichterung bei allen Teningern – egal ob Spieler, Trainer oder Zuschauer – sichtlich anzusehen. Somit steht die SG weiterhin verlustpunktfrei an der Tabellenspitze und hat auch vor, mit dieser Situation ins neue Jahr zu gehen.
Das letzte Spiel im Kalenderjahr 2024 ist ein weiteres Derby: Der TuS Schutterwald ist in der Ludwig-Jahn-Halle zu Gast. Das Spiel findet, für Teninger Verhältnisse, zu ungewohnter Zeit am Sonntag, den 22.12., um 17 Uhr statt. Also jeder, der noch einmal mit einem Derby in die Winterpause gehen will, ist herzlich eingeladen, sich in der Ludwig-Jahn-Halle wiederzufinden und ein vorerst letztes Mal die Schwarz-Gelben anzufeuern.



