Sichtlich schwer fiel Hrvoje Horvat der Abschied von den Kadetten Schaffhausen. In drei gemeinsamen Jahren gelangen dem 48-Jährigen zwei Meistertitel, zwei Cupsiege und zwei Titelgewinne im Supercup. Nun kehrt er aus persönlichen Gründen in seine Heimat Kroatien zurück und übernimmt dort den Topclub RK Zagreb. Vor seinem Abschied wurde er bei den Swiss Handball Awards als Trainer der Saison ausgezeichnet.
Im Interview spricht der ehemalige Nationaltrainer Kroatiens über die enge Verbindung zu den Orangen, besondere Momente, die Zukunft der Kadetten – und den versagten perfekten Abschluss mit dem dritten Meistertitel im dritten Jahr in Schaffhausen. «Ich werde der grösste Kadetten-Fan sein», verrät er und wird auch in Zukunft eine enge Verbindung zum 15-fachen Schweizer Meister und elffachen Cupsieger behalten.
Cveba, du wurdest bei den Swiss Handball Awards als Trainer der Saison ausgezeichnet. Was bedeutet dir diese Wertschätzung vor dem Abschied nach Zagreb?
Das ist eine riesige Auszeichnung, die mir viel Freude bereitet und mich stolz macht. Sie ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit vielen besonderen Menschen.
Wie schwer fällt dir der Abschied von diesen Menschen und den Kadetten?
Es sind Verbindungen entstanden, die das ganze Leben bleiben werden. Das geht weit über den Handball hinaus und ist für mich das Wertvollste. Deswegen hat es mir besonders viel Spass gemacht, deshalb waren wir so erfolgreich. Das betrifft die Spieler, den Vorstand, das Umfeld und die vielen Helfer und Mitarbeiter. Mit allen hatte ich sehr schöne drei Jahre, die ich in bester Erinnerung behalten werde. Ich gehe nicht, weil es mir nicht gut ging. Der Abschied fällt mir sehr schwer. Ich hatte hier eine super Truppe, einen sehr stabilen und erfolgreichen Verein mit besten Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen.
Was wirst du aus deiner Zeit in Schaffhausen besonders mitnehmen?
Die Freundschaften fürs Leben. Natürlich spielen wir für Erfolge und Titel und haben davon einige gefeiert Das sind schöne Momente. Noch mehr bewegen mich die zwischenmenschlichen Verbindungen und Erlebnisse, die ich machen durfte.
Wie fällt dein sportliches Fazit zu den letzten drei Spielzeiten aus?
Wir haben viele Titel gesammelt, daran wird man als Trainer zu Recht gemessen. Es gehört dazu, dass man auch einmal verliert. Gerne hätte ich mich mit dem dritten gemeinsamen Meistertitel verabschiedet. Die Schweizer Liga wird sehr spannend in den nächsten Jahren. Aus Konkurrenz wird man stärker. Die Kadetten wissen, wie man auf eine solche Situation reagieren muss und werden sich dafür rüsten.
Was hat diese Mannschaft und den Club ausgezeichnet?
Hier gehen alle den gleichen Weg für den Erfolg. Ich hatte immer das Gefühl, hier ziehen alle an einem Strang für den Gesamterfolg, mit einem Wir statt eines Ichs. Das hat zu viel Stabilität geführt, auch wenn es im Sport Faktoren wie Tagesform, Verletzungen in ungünstigen Momenten und Kleinigkeiten, die entscheiden, gibt.
Weniger im Rampenlicht, aber ebenso wichtiger war dein Engagement im Juniorenbereich. Wie wichtig war dir diese Arbeit?
Der Verein muss von Kopf bis Fuss Qualität und eine Ordnung haben. Ich habe viel mit den Trainern im Nachwuchsbereich und den Talenten zusammengearbeitet. Das gehört für mich dazu, in einer grossen Handball-Familie. Ich denke, ich konnte unseren Trainern einiges mitgeben, was auch in Zukunft den Junioren zugutekommen wird.
Was traust du den Kadetten in der kommenden Saison im Titelkampf zu?
Bei den Kadetten wird seit vielen Jahren konstant eine sehr gute, nachhaltige Arbeit auf höchstem Niveau geleistet. Nun kommt noch eine andere Perspektive dazu. Es ist etwas total Anderes, einen Titel zum ersten Mal zu holen oder zum wiederholten Male zu verteidigen. Die Rollen werden jetzt getauscht. Das bedeutet weniger Druck. Die Qualität in der Schweizer Liga wird sehr hoch sein, das ist attraktiv für die Fans, den Nachwuchs und tut auch der Nationalmannschaft gut. Kleinigkeiten werden entscheiden. Die Kadetten wollen sich revanchieren, werden neue Energie entfachen, als Kadetten-Familie noch enger zusammenrücken und wollen den Meistertitel zurück nach Schaffhausen holen. Titel sind bei den Kadetten zu Hause.




