Wenn am Samstagnachmittag ab 17 Uhr die Handballer des HC Einheit Plauen gegen den HC Glauchau/Meerane gefordert sind, dann verspricht dieses Duell nicht nur als Westsachsen-Derby viel Spannung, sondern auch wegen des Abstiegskampfes in der Regionalliga Mitteldeutschland. Dass den Füchsen gegen den Tabellenelften die für das Punktekonto so wichtige Revanche gelingt, dafür soll auch Adam Janàsek sorgen.
Er habe einen Holzarm, scherzt David Machacek über seinen Mitspieler Adam Janàsek. „Ja, es war ein Spaß, aber bisschen Wahrheit war auch dabei“, lacht Janàsek und beweist, dass sich das Rechtsaußen-Duo der Rot-Weißen gut versteht: „Ich bin im Angriff bei meinen Würfen nicht so variabel und deshalb ist es für mich besser, wenn ich in der Abwehr spiele.“ So teilen sich die beiden Tschechen die Position recht einfach auf: David Machacek wird hauptsächlich in der Offensive und Adam Janàsek in der Defensive eingesetzt. „Das ist für mich eine akzeptable Rollenverteilung und für mich sind ein, zwei Würfe pro Spiel gut – natürlich würde ich gerne länger im Angriff spielen und mir mehr Würfe nehmen, aber wenn es die Situation nicht zulässt, dann ist es in Ordnung für mich“, sagt Janàsek: „Ich muss mich auf die Abwehrarbeit konzentrieren und jetzt ist es meine Aufgabe, so gut in der Deckung zu sein, wie ich kann.“ Denn die defensive Schwäche ist in dieser Saison das größte Problem der Spitzenstädter, die mit 750 Gegentoren (32,6 pro Partie) nach dem Schlusslicht ThSV Eisenach II bisher die meisten kassierten. „Wir müssen alle wieder besser in der Abwehr arbeiten, wie in der letzten Spielzeit – wir müssen uns mehr konzentrieren und das in jeder Partie“, fordert der 26-Jährige, der auch weiß, dass einer der Gründe dafür das Fehlen des Abwehrchefs Lukas Horky ist: „Horky hat sehr viel mit mir oder den anderen Deckungsspielern geredet, deshalb müssen wir alle wie er mehr miteinander reden.“ Dazu kommt, dass die Schlussmänner in dieser Saison noch nicht so stark wie in der letzten Spielzeit waren – eben auch, weil die Deckung nicht so stabil ist. „Es hat sich zwar in der Abstimmung zwischen der Abwehr und den Torhütern eigentlich nichts verändert, dennoch muss unser Zusammenspiel besser werden“, sagt der Tscheche: „Ohne Horky ist es herausfordernder, da er so ein guter Abwehrspieler ist, denn er ist größer, gewinnt jedes Eins-gegen-Eins und dann ist es einfacher, neben ihm zu verteidigen.“ Dass dies Adam Janàsek nicht auf Rechtsaußen, sondern als Halbdecker macht, liegt auch an Einheit-Trainer Mario Schuldes, der den 26-Jährigen bereits zur letzten Saison weiter ins Zentrum rücken ließ. „Für mich ist das besser, wenn ich auf der halbrechten Position in der Abwehr verteidige, weil ich da mehr im Spiel bin, also mehr Kontakt mit den Gegenspielern habe, mehr mit den Zentrumsdeckern sprechen muss und mehr Aktionen habe – und ich leichter die Konter laufen kann, da ich nicht so weit auf Außen stehe“, verrät der Tscheche: „In Most (HK Banik Most, zweithöchste tschechische Liga; Anmerkung der Redaktion) habe ich ein, zwei Jahre schon auf Halbrechts in der Abwehr gespielt und da Petr Linhart nicht so gut auf der Position verteidigen kann, ist es die beste Option.“ Welche Defensivformation der Übungsleiter, der vor seinem Engagement bei den Vogtländern beim kommenden Gegner HC Glauchau/Meerane an der Seitenlinie stand, als beste Option am Samstag wählt, ist noch ungewiss – schließlich haben die Füchse in dieser Spielzeit oft mit einer 6:0-Deckung oder in einer sehr offensiven 3:2:1-Variante verteidigt. „Wenn wir kompakt in der 6:0-Deckung stehen, dann fühle ich mich dabei am wohlsten, aber für die Mannschaft ist es aktuell besser, wenn wir in der 3:2:1-Variante verteidigen“, erzählt der 26-Jährige: „Mir fällt allerdings diese sehr offensive Formation schwerer, weil man einen größeren Raum und öfter im Eins-gegen-Eins verteidigen muss.“ Obwohl auch Adam Janàsek in dieser verletzungsgebeutelten Saison nicht von einem längeren Ausfall verschont geblieben war, nachdem er sich bei seinem ehemaligen Verein HSG Freiberg den linken Zeigefinger ausgekugelt hatte und sich die Rot-Weißen aktuell mit Rang 14 auf einem Abstiegsplatz befinden, glaubt der Tscheche fest an den Klassenerhalt. „Es war mit den vielen verletzten Spielern eine schwierige Situation, aber jetzt sind wir bis auf Horky wieder alle gesund und können zuversichtlich in die letzten sieben Partien gehen“, so der Rechtsaußen, der seit 2023 mit der Nummer 7 bei den Spitzenstädtern aufläuft – und das gerne über die Saison hinaus: „Ich möchte hier bleiben, weiter in der Regionalliga Mitteldeutschland spielen und ein noch besserer Abwehrspieler werden sowie mehr Tore erzielen.“ Am besten setzt diesen Wunsch Adam Janàsek schon am Samstagnachmittag ab 17 Uhr im Westsachsen-Derby gegen den HC Glauchau/Meerane um, wenn es vor heimischem Publikum vor allem um zwei wichtige Punkte für den Ligaverbleib geht.
Von Florian Wißgott



