Mit Matej Brychlec hatte der HC Einheit Plauen im Sommer eine potenzielle Nummer 1 fürs Tor verpflichtet, doch Verletzungen und ein längerer Ausfall ließen den 21-Jährigen bisher noch nicht so richtig in der Regionalliga Mitteldeutschland ankommen. Wie Trainer Mario Schuldes vor dem Heimspiel am Samstag ab 17 Uhr gegen den Tabellenneunten HSV Bad Blankenburg für extra Motivation bei den Füchsen sorgt.
Alle guten Dinge sind bekanntlich drei – und das gleich doppelt bei den Rot-Weißen: So wollen die Spitzenstädter nach den beiden Siegen in den vergangenen zwei Heimspielen gegen die Thüringer erneut jubeln und auch mit einem Torhüter-Trio zum Erfolg kommen. „Es ist gut, dass wir ein Torhüter-Trio sind, auch wenn es natürlich wie alles Vor- und Nachteile hat, denn natürlich möchte jeder Torhüter spielen, deshalb muss ich zeigen, dass ich besser bin und es verdient habe, zu spielen“, sagt Einheits junger Schlussmann Matej Brychlec, der im Sommer vom tschechischen Extraligisten HC Koprivnice kam: „Als ich in Karviná gespielt hatte, da waren wir auch zwischenzeitlich drei Torhüter, deshalb ist diese Situation nicht neu für mich und der Konkurrenzkampf motiviert mich, weil ich es lieben würde, wieder mehr zu spielen – und dafür kämpfe ich.“ Zu kämpfen hatte der 21-Jährige nicht nur auf dem Parkett um Einsatzzeiten, sondern vor allem mit der Gesundheit. „Bedauerlicherweise waren meine Leistungen in den ersten Spielen in dieser Saison leider noch nicht so gut und als ich dann das Gefühl hatte, dass ich mich immer weiter verbessere, hatte ich mich verletzt“, erinnert sich der Tscheche, der schon einige Partien im EHF-Europa-Cup sowie in der U17 und U18-Nationalmannschaft einige Freundschaftsspiele bestritt: „Im Spiel gegen Pirna hatte mich der Linksaußen Richard Wilga am Knie getroffen und auch wenn ich danach noch mit Schmerzen weiterspielen konnte, hatte ich dann plötzlich gegen Staßfurt so starke Schmerzen, dass ich mich verletzt auswechseln lassen musste.“ Dann begann die Verletzungsmisere des Neu-Plaueners, denn als er keine Knieschmerzen mehr hatte und wieder bereit war, zu spielen, hatte er während der Erwärmung im Fitnessstudio einen Bandscheibenvorfall. „Es war eine schwierige Zeit für mich, denn es war nicht das erste Mal, dass ich so ein Verletzungspech hatte, als ich gerade auf dem Weg war, mich gut zu entwickeln“, erzählt Brychlec von einer ähnlichen Situation in der letzten Saison in Karviná, als er im November 2024 im Training ohnmächtig geworden war und drei Monate nicht spielen konnte: „Ich konnte diesmal mit der Situation besser umgehen, wurde medizinisch super betreut und ich habe auch große Unterstützung von allen bekommen, was mir sehr geholfen hat.“ Auch deshalb möchte der 21-Jährige nun für die Füchse der starke Rückhalt im Tor beim Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Mitteldeutschland sein, der sich erstmals außerhalb Tschechiens einem Verein angeschlossen hat. „Alles was ich jetzt möchte, ist, dass ich all das der Einheit zurückgeben kann und diese Leistungen in den Spielen zu zeigen, die auch ich von mir selbst erwarte – und so der Mannschaft maximal zu helfen“, so der Tscheche, der auf eine verletzungsfreie Zeit hofft und für den es kein zusätzlicher Druck sei, dass er vor der Saison als potenzielle Nummer 1 verpflichtet wurde: „Es war für mich eher extra Motivation, denn den Druck war ich in Karviná auch schon gewöhnt, der immer hoch ist“, weiß Matej Brychlec, der einen Zweijahresvertrag bei den Rot-Weißen unterschrieben hat und mit acht Jahren das Handballspielen in Klimkovice anfing: „Das Problem war, dass ich aus dieser Negativschleife mit Verletzungen rauskommen musste und dafür muss ich aktuell mein Selbstbewusstsein wiedererlangen – und beweisen, dass ich die Nummer 1 sein sollte.“ Damit das gelingt, braucht der junge Schlussmann mit der Trikotnummer 32 laut seines Trainers Mario Schuldes ein sogenanntes Breakout-Spiel, um richtig in der Liga anzukommen. „Ich denke, dass ein gutes Spiel komplett die Denkweise eines Torhüters ändern kann und es auch ein großer Schub an Selbstbewusstsein geben würde“, stimmt der 21-Jährige „zu einhundert Prozent zu“: „Meiner Meinung nach machen 70 Prozent der Leistung eines Torhüters das Selbstbewusstsein und nur 30 Prozent sein Können aus.“ Dass der Tscheche dieses Können hat, zeigt er immer wieder in den Übungseinheiten, weshalb ihn manche schon Trainingsweltmeister nennen. „Im Training sind die Leistungen in Ordnung, weil ich zu einhundert Prozent fokussiert bin, mich weiterzuentwickeln und im nächsten Spiel besser zu halten“, erklärt der Industriearbeiter sein Hauptproblem: „Unmittelbar vor oder dann auch im Spiel ist es abhängig von meiner Psyche, denn dann denke ich über die letzte Partie nach und mache mir Druck, dass ich gut spielen muss.“ Das möchte Matej Brychlec auch am Samstag ab 17 Uhr im Heimspiel gegen den Tabellenneunten HSV Bad Blankenburg – und sollte der erhoffte Sieg mit dem Publikum bejubelt werden können, gibt’s laut Trainer Mario Schuldes als Belohnung eine Woche trainingsfrei.
Von Florian Wißgott (flow)


