Sportlich hatten die Handballer des HC Einheit Plauen das Heimspiel gegen den USV Halle mit 32:38 verloren, doch da die Panther einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatten, bekamen nun die Füchse die Partie und die beiden Zähler zu ihren Gunsten gewertet. Wie der Mitteldeutsche Handballverband die Entscheidung begründet und was Trainer Mario Schuldes dazu sagt.
Zwei Punkte an einem spielfreien Wochenende – wie geht das? Verwundert schauten die Fans am Samstag auf die Tabelle der Regionalliga Mitteldeutschland und konnten sich über zwei Zähler mehr auf dem Konto der Rot-Weißen freuen. „Der USV Halle hatte einen Spieler eingesetzt, der nicht spielberechtigt war und demzufolge waren dann die Punkte abzuerkennen“, begründet Ralf Seidler, Leiter der AG Spieltechnik des Mitteldeutschen Handballverbandes die Entscheidung. So hatte ein USV-Spieler in dieser Saison bereits in zwei Männermannschaften gespielt, bevor er dann auch gegen die Spitzenstädter zum Einsatz kam und damit in einer dritten Männermannschaft auflief. „Das wäre das dritte Spielrecht gewesen, was es im Erwachsenenbereich aber nicht gibt“, so Seidler.
Denn die seit dem 1. Juli 2025 geltende neue Spielordnung des Deutschen Handballbundes, die auch der Mitteldeutsche Handballverband umsetzen muss, erlaubt es nur noch, dass ein Spieler in zwei Männermannschaften spielberechtigt ist. „Das System gab eine Warnmeldung, die darauf hinweist, dass bestimmte Spieler überprüft werden müssen und dann wird deren Spielhistorie angeschaut, die im System hinterlegt ist“, erklärt Ralf Seidler: „Dann macht die Spieltechnik das, wofür sie da ist und entscheidet, dass die Punkte anders zu vergeben sind.“ Dass diese Entscheidung auch Auswirkungen auf den Abstiegskampf hat, ist den Verantwortlichen bewusst. „Es ist natürlich zu dem Zeitpunkt der Saison für alle anderen Mannschaften, die da mit unten drin stehen eine ärgerliche Geschichte, aber die Rechte gelten vom ersten bis zum letzten Spieltag und dann werden diese auch von uns konsequent umgesetzt“, sagt der Leiter der AG Spieltechnik des Mitteldeutschen Handballverbandes.
„Es ist natürlich schön, dass wir die zwei Punkte haben, aber es nimmt keinen Druck raus, denn es ist immer noch alles möglich und wir können immer noch Letzter werden“, weiß Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Es ändert an unserer Ausgangslage nichts und wir wollen jedes Spiel so angehen, dass wir es gewinnen müssen.“ Mit nun 21:29 Punkten klettern die Vogtländer auf den neunten Tabellenplatz und haben aktuell sowohl fünf Zähler Rückstand auf den USV Halle auf dem achten Rang als auch Vorsprung auf die gefährliche Zone. „Wir orientieren uns definitiv nicht nach oben, sondern schauen nur nach unten in der Tabelle und wollen so schnell wie möglich die Punkte für den Klassenerhalt zusammen haben, dass wir auch rechnerisch nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben“, richtet Schuldes schon wieder den Blick auf das kommende Duell (Sonntag, 12. April um 16 Uhr) beim Vorletzten SV Oebisfelde: „Je schneller wir den Ligaverbleib schaffen, umso besser und dafür sind nicht nur diese zwei Punkte am grünen Tisch natürlich sehr wichtig, sondern auch der Erfolg auf dem Parkett.“
Von Florian Wißgott (flow)



