Es könnte eine erste Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Mitteldeutschland sein: Wenn die Handballer des HC Einheit Plauen am Sonntag beim Tabellenvorletzten SV Oebisfelde gewinnen und die Konkurrenz mitspielt, dann könnte quasi der Ligaverbleib noch zusätzlich bejubelt werden. Wieso die Füchse die Sachsen-Anhalter nicht unterschätzen dürfen.
Nach den zwei Heimspielsiegen gegen den HSV Bad Blankenburg sowie HC Glauchau/Meerane wollen die Rot-Weißen auch im dritten Abstiegsduell in Folge erfolgreich sein. „Es ist ein Vier-Punkte-Spiel, denn Oebisfelde ist ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt und wenn wir eine gute Leistung zeigen, dann können wir einen großen Schritt für unser Saisonziel Ligaverbleib machen“, betont Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Wir werden alles reinwerfen, dass wir die zwei Punkte mit nach Hause nehmen.“ Dass die Spitzenstädter mit diesem Druck umgehen können, hatten sie zuletzt bewiesen. „Die Jungs wissen, dass es kein ganz normales Spiel und wie wichtig die Partie ist, deshalb müssen wir uns absolut darauf konzentrieren, eine super Leistung aufs Parkett zu legen“, fordert Schuldes: „Wir wollen unser Spiel machen.“ Auch weil die Vogtländer wissen, dass es eine richtungsweisende Begegnung ist, denn mit einem Sieg hätten dann die Füchse bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz im Optimalfall sieben Punkte auf den ersten Abstiegsplatz – bei dann noch vier ausstehenden Aufeinandertreffen wäre es quasi der Ligaverbleib. „Wir stehen immer noch unten drin, auch wenn es mittlerweile bisschen besser aussieht und da jede Mannschaft noch Punkte holen wird, sind wir mit unseren 21 Zählern noch nicht sicher“, kennt der Übungsleiter die Tabellensituation mit dem aktuellen neunten Rang: „Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann werden wir aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen.“ Das wollen die Rot-Weißen schon am Sonntag, wenn die weiteste und längste Auswärtsfahrt in den Norden von Sachsen-Anhalt ansteht – und die Spitzenstädter mit dem Tabellenvorletzten eine kleine Wundertüte erwarten. „Gerade in der Rückrunde hat Oebisfelde sehr wechselhafte Leistungen gezeigt, was auch teilweise am Kader lag“, spielt Mario Schuldes auf verletzungsbedingt verschiedene Aufstellungen der Bördestädter an und rechnet nun nach der Osterpause mit einigen Rückkehrern: „Wir bereiten uns darauf vor, dass uns Oebisfelde in Bestbesetzung auf dem Parkett empfangen wird.“ Dann kommt es auch zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Einheit-Kreisläufer Martin Danowski, der mit 155 Toren in 25 Partien (6,20 Treffer im Durchschnitt) auf dem fünften Platz der Torschützenliste steht und mit dem rechten Rückraumspieler Justin Kalupke (150 Tore in 22 Partien) ein wurfgewaltiges Duo bildet. „Oebisfelde hat richtig gute Einzelspieler und deshalb müssen wir deren Stärken nehmen“, weiß der Einheit-Trainer, der zuletzt in den Trainingseinheiten vermehrt das Augenmerk auf die Defensive gelegt hatte: „Das Gute ist, dass wir mittlerweile zwei Abwehrsysteme gut spielen können.“ So wollen die Vogtländer aus einem guten Zusammenspiel zwischen stabiler Abwehr und starkem Torhüter zu einfachen Ballgewinnen kommen. „Wir wollen unser Tempospiel aufs Parkett bringen, denn das erleichtert es uns, erfolgreich zu sein“, hofft Schuldes auch auf frische Beine, dass die zwei spielfreien Wochenenden gut für den Kopf und Körper waren: „Wir wollen die Schwachpunkte von Oebisfelde gezielt angreifen.“
Auch in der längsten Auswärtsfahrt zählen die Rot-Weißen wieder auf ihre treuen Anhänger – die Begegnung beginnt am Sonntagnachmittag, um 16 Uhr, in der Hans-Pickert-Halle in Oebisfelde (Theodor-Müller-Straße) und der Bus fährt 10 Uhr am Sportplatz am Lindentempel sowie 10.15 Uhr an der Einheit-Arena los.
Von Florian Wißgott (flow)



