Endlich geht es los: Am Sonntag startet die U19 des TV Bissendorf-Holte in ihre erste Saison in der 1. Jugend-Bundesliga. Und gleich zum Auftakt wartet ein echtes Highlight. Mit der TSV Burgdorf kommt nicht nur eines der stärksten Nachwuchsteams Deutschlands nach Bissendorf – sondern auch ein Gegner, mit dem viele Bissendorfer Spieler eine lange gemeinsame Geschichte verbindet.
Der Weg in die höchste deutsche Spielklasse war für die Mannschaft von Trainer Sebastian Nüße und seinen Co-Trainern Robert Nieberg und Julian Vorde alles andere als selbstverständlich. Noch zum Ende der vergangenen Saison musste die U19 am letzten Spieltag der 2. Jugend-Bundesliga ein echtes Fotofinish überstehen. Durch einen spektakulären 46:45-Heimsieg gegen den Bergischen HC sicherte sich der TVB-H ganz knapp Platz zwei und damit die Chance auf die Qualifikation zur 1. Bundesliga.
Diese Chance nutzten die Bissendorfer schließlich im zweiten Anlauf. Nachdem es beim ersten Qualifikationsturnier vor heimischer Kulisse noch nicht ganz gereicht hatte, folgte eine Woche später beim zweiten Turnier in Ludwigshafen der große Moment: Die Qualifikation für die 1. Jugend-Bundesliga war geschafft – einer der größten Erfolge in der bisherigen Geschichte des Bissendorfer Jugendhandballs.
Damit misst sich der TV Bissendorf-Holte in dieser Saison mit den besten A-Jugend-Mannschaften Deutschlands.
Eingespielte Mannschaft mit drei Neuzugängen
Dabei ist die Mannschaft keineswegs völlig neu zusammengestellt. Im Gegenteil: Ein Großteil der Spieler der Jahrgänge 2008 und 2009 spielt bereits seit vielen Jahren gemeinsam in Bissendorf. Viele standen schon 2023 zusammen auf dem Feld, als die damalige C-Jugend Verbandsmeister Niedersachsen-Bremen wurde.
Verstärkt wurde der Kader lediglich punktuell. Jakob Bokeloh kehrt nach seiner Zeit bei GWD Minden nach Bissendorf zurück – und kennt viele seiner neuen alten Mitspieler bestens: Schon beim Verbandsmeistertitel 2023 gehörte er zum Bissendorfer Team. Hinzu kommen Marlon Spelten und Nik Altesellmeier von der JSG Tecklenburger Land.
Die große Eingespieltheit könnte zu einem wichtigen Pluspunkt werden. Denn die sportliche Herausforderung, die nun wartet, könnte kaum größer sein.
Die Besten Deutschlands kommen nach Bissendorf
Mit Mannschaften wie dem SC Magdeburg, den Füchsen Berlin, dem THW Kiel, der SG Flensburg-Handewitt, dem Handball Sport Verein Hamburg oder der TSV Burgdorf trifft der TVB-H auf einige der renommiertesten Nachwuchsleistungszentren Deutschlands.
Bissendorf nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Als einziger Verein der Staffel steht hinter dem TVB-H kein Bundesligist und kein professionelles Nachwuchsleistungszentrum. Das macht die Aufgabe nicht leichter – aber vielleicht umso reizvoller.
Wie hoch das Niveau der Nordstaffel ist, zeigt ein Blick auf die deutsche U18-Nationalmannschaft. Erst im August wurde das DHB-Team Europameister. Zwölf der 17 bei der Europameisterschaft eingesetzten deutschen Spieler laufen in dieser Saison für Vereine aus der Nordstaffel der 1. Jugend-Bundesliga auf. Einige von ihnen werden damit in den kommenden Monaten auch in der Bissendorfer Halle zu sehen sein.
Zu den großen Favoriten der Staffel gehören sicherlich der SC Magdeburg, der THW Kiel und die Füchse Berlin. Für den TVB-H geht es darum, sich auf diesem Niveau zu behaupten und möglichst viele Mannschaften hinter sich zu lassen. Ein Platz zwischen fünf und acht wäre in diesem starken Feld ein großer Erfolg.
Dass die Mannschaft durchaus mithalten kann, hat sie in der Vorbereitung bereits angedeutet. Bei einem stark besetzten Turnier in Oldenburg hielt der TVB-H unter anderem gegen die SG Flensburg-Handewitt lange auf Augenhöhe mit und musste sich am Ende nur knapp geschlagen geben.
Zwischen Jugend-Bundesliga und Erwachsenenhandball
Eine zusätzliche Herausforderung dieser Saison wird für viele Spieler die zunehmende Doppelbelastung sein. Denn neben der U19 sammeln zahlreiche Akteure bereits erste Erfahrungen im Erwachsenenhandball.
Tore Chamberlain und Jorden Bartsch kamen am vergangenen Wochenende bereits für die erste Bissendorfer Herrenmannschaft in der Regionalliga zum Einsatz. Auch Benedict Berger gehört zum Perspektivkader der Ersten und kann nach Erreichen des entsprechenden Alters hinzustoßen. Weitere U19-Spieler stehen im Blickfeld der Bissendorfer Herrenteams oder sammeln bei anderen Vereinen Erfahrungen im Seniorenbereich.
Damit geht es in dieser Saison nicht allein um Ergebnisse und Tabellenplätze. Für viele Spieler ist die U19-Bundesliga gleichzeitig der nächste wichtige Schritt auf dem Weg vom erfolgreichen Jugendhandballer in den leistungsorientierten Erwachsenenbereich.
Zum Auftakt ein alter Bekannter
Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt allerdings nicht. Denn gleich am ersten Spieltag wartet mit der TSV Burgdorf ein Gegner, der in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft vorgedrungen ist.
Und dennoch ist Burgdorf für die Bissendorfer alles andere als ein Unbekannter.
Viele Spieler beider Mannschaften kennen sich seit Jahren. Sie begegneten sich bei Auswahlmaßnahmen, Lehrgängen und Sichtungen des HVNB – und standen sich schon in der C-Jugend in einem ganz besonderen Spiel gegenüber.
Im Mai 2023 trafen Bissendorf und Burgdorf im Finale um die Verbandsmeisterschaft Niedersachsen-Bremen in der Bissendorfer Halle aufeinander. Burgdorf war bis dahin ungeschlagen durch die Saison gegangen. Doch in einem dramatischen Finale setzte sich der TVB-H mit 33:32 durch. 20 Sekunden vor Schluss hatte Burgdorf per Siebenmeter sogar noch die Chance zum Ausgleich – der Ball traf beide Innenpfosten und sprang zurück ins Feld. Wenig später war Bissendorf Verbandsmeister.
Gut drei Jahre später treffen viele der damaligen Spieler nun wieder aufeinander. Diesmal in der höchsten deutschen Spielklasse.
Burgdorf kommt mit reichlich DHB-Erfahrung
Die Favoritenrolle liegt dabei klar bei den Gästen. Burgdorf gehört seit Jahren zu den führenden Nachwuchsstandorten Deutschlands und bringt auch in dieser Saison zahlreiche Spieler mit DHB-Erfahrung mit nach Bissendorf.
Im Mittelpunkt steht unter anderem Julius Pöthke, der im August mit der deutschen U18-Nationalmannschaft Europameister wurde. Mit Bendix Dietzsch, Torhüter Thorben Skerhutt sowie Talenten wie Noah Bult oder Julius Nemitz stehen weitere Spieler im Burgdorfer Kader, die bereits Erfahrungen bei DHB-Maßnahmen gesammelt haben.
Auf dem Papier spricht also einiges für die Gäste.
Aber gerade die Geschichte der beiden Mannschaften macht dieses Auftaktspiel besonders. Die Spieler kennen sich, viele haben über Jahre gemeinsam oder gegeneinander in Auswahlmannschaften gespielt – und keiner wird dieses Niedersachsen-Derby verlieren wollen.
Für den TVB-H wird es deshalb darauf ankommen, von Beginn an mit Mut, Leidenschaft und hoher Intensität dagegenzuhalten. Und vielleicht kann dabei auch der Heimvorteil eine entscheidende Rolle spielen.
Volle Halle zum Bundesliga-Auftakt
Für die Bissendorfer Mannschaft beginnt am Sonntag ein neues Kapitel. Nach Jahren gemeinsamer Entwicklung, dem Verbandsmeistertitel in der C-Jugend, dem Weg durch die 2. Jugend-Bundesliga und zwei nervenaufreibenden Qualifikationsturnieren ist das Ziel erreicht: 1. Jugend-Bundesliga.
Jetzt wollen die Jungs zeigen, dass sie dort nicht nur dabei sein können.
Und für diesen Auftakt brauchen sie Unterstützung von den Rängen. Wer Jugendhandball auf höchstem deutschen Niveau sehen möchte, bekommt am Sonntag gleich zum Start die passende Gelegenheit.
TV Bissendorf-Holte – TSV Burgdorf
Sonntag, 13. September 2026 | 15:00 Uhr
Sporthalle Bissendorf
Die U19 freut sich auf eine volle Halle – und auf einen lautstarken Start in das Abenteuer 1. Jugend-Bundesliga.
Tickets & Livestream
Tickets: Einzelkarten für den Bundesliga-Auftakt sind bereits im Online-Ticketshop des TV Bissendorf-Holte erhältlich:
https://events.vereinsticket.de/handball-in-bissendorf
Livestream: Wer am Sonntag nicht in der Halle dabei sein kann, kann die Partie live bei SportEurope.TV verfolgen. Zum U19-Kanal des TV Bissendorf-Holte:
https://sporteurope.tv/tv-bissendorf-holte-u19m



