Das Ergebnis war nach der Sicherstellung des Klassenerhalts in der HLA CHALLENGE mit dem 30:36-Auswärtssieg gegen UHC busta Eggenburg in Niederösterreich nur mehr zweitranging. Koppensteiner WAT Fünfhaus unterlag nach mehr als ebenbürtiger Partie über knapp 50 Minuten im Finish im Wiener Derby Handball West Wien in der 10. und letzten Runde des Abstiegs-Play-Offs mit 29:35 (Halbzeit 17:18). Die Mannschaft aus dem 15. Wiener Bezirk hat damit nach dem Wiederaufstieg 2021 den Verbleib in Österreichs zweiter Liga in der kommenden Saison 2026/27 gesichert. Das Derby stand aber eindeutig im Zeichen des Abschieds, weil nach dem Derby Chefcoach Ivan Monev ebenso wie Trainer Philpp Korner sowie vier Spieler für jahrelange Leistungen für den WAT Fünfhaus geehrt wurden. Bei der Generalversammlung am 9. Juni werden auch Obmann Florian Bohata und Vizeobmann Mario Sauschlager nach 4 Jahren in ihren Funktion bei der Neuwahl nicht mehr antreten. Ein geordneter Wechsel ist gesichert. Bei der Wahl der neuen Vereinsführung kommt es aber zu einem Paukenschlag mit einem ganz jungen Duo an der Vereinsspitze: Spieler Bernhard Huber steht als Obmann zur Verfügung, Coach Arthur Schiller als künftiger Vizeobmann des WAT Fünfhaus Handball.
Zunächst waren aber alle Blicke der zahlreichen Zuschauer noch auf das Derby zwischen Gastgeber Koppensteiner WAT Fünfhaus und Handball West Wien gerichtet. Das war genau jene Begegnung, mit der auch die nun beendete Meisterschaftssaison Anfang September des Vorjahres eröffnet worden war. Vor den Augen von Fünfhaus-Ehrenpräsidentin Karen Koppensteiner drückte Fünfhaus dem Spiel in der ersten Halbzeit von Beginn an bis zu den Schlussminuten den Stempel auf. Während Topwerfer John Baxter in seinem letzten Spiel für Fünfhaus mit West Wien in einer famosen Startphase mit vielen Toren auf beiden Seiten ein bisschen Katz-und-Maus spielten und 8:5 in Führung gingen, war der Derby-Gegner zunächst perplex über die flüssigen Kombinationen, die auch von Berni Huber aus dem Rückraum perfekt abgeschlossen wurden.
Regie führte bei Fünfhaus Youngster Vali Klicha, der nach mehrmonatiger Pause wegen einer Armverletzung im Herbst im Saisonfinish als Spielmacher immer bessere Figur machte. Er war es auch, der nach knapp 20 Minuten mit dem 14:12 den Wiener Lokalrivalen etwas auf Distanz hielt. Nach dem 16:16-Ausgleich in der 25. Minuten kam Favorit West Wien aber besser ins Spiel und ging mit einer knapp 17:18-Führung in die Kabinen.
Nach Wiederbeginn knüpfte Fünfhaus in einer nun offenen Partie aber an den starken 25 Minuten in Hälfte eins an. Zunächst gelang dem Abwehrrecken und Rückraumspieler Emil Zalewski in seinem Abschiedsspiel der 20:20-Ausgleich, dem Fünfhaus-Kapitän Lenny Fetz mit aller Wucht die 21:20-Führung folgen ließ. Nach 44 Minuten war es einmal mehr John Baxter, der die Fünfhauser Anhänger mit dem 26:25 jubeln ließ. Ausgerechnet nach einem Time Out von Fünfhaus konnte sich dann aber West Wien durch den flinken Luca Gareis und je zwei Toren von Tobias Bachmann bis zur 53. Minute auf 27:32 absetzen. Das war bereits die Entscheidung. Denn auch wenn Vali Klicha und Flügel-Flitzer Elias Kropf mit je einem Tor danach nochmals dagegen hielten, verhinderte West Wien abgebrüht, dass Fünfhaus nochmals herankam. Am Ende stand ein scheinbar klarer 29:35-Derbysieg für West Wien, während Fünfhaus das Match knapp 50 Minuten lang im Griff und phasenweise dominiert hatte.
Im Anschluss daran wurde Cheftrainer Ivan Monev nach zwei Saison als Coach der Kampfmannschaft von Koppensteiner WAT Fünfhaus ebenso herzlich wie Trainer Philipp Korner verabschiedet. Dazu kam der Aderlass für Fünfhaus durch den Rückzug von vier Spielern: Kreisläufer Goran Vuksa, Florian Wöß und Emil Zalewski sowie Nachwuchs-Nationalteamspieler John Baxter. Dieser hat als Kooperationsspieler von HC Jags Vöslau aber diese Woche jedoch die Chance, seine noch junge, aber dennoch lange Handballer-Karriere mit dem erstmaligen Meistertitel für die Mannschaft aus Niederösterreich zu krönen.


