Es ist ein bisschen verhext. Nach einem packenden, wenn auch nicht hochklassigen Kampf ließ sich Koppensteiner WAT Fünfhaus nach mehrmaliger 4-Tore-Führung noch die Butter vom Brot nehmen. Zum Auftakt der Rückrunde im Grunddurchgang der HLA CHALLENGE Süd/Ost unterlag die Mannschaft aus dem 15. Wiener Bezirk dem Erstliga-Absteiger und Lokalrivalen Handball West Wien hauchdünn mit 29:28 nach 13:15-Pausenführung. Dabei hatte Fünfhaus bis zur 52. Minute die Nase vorne. Als zumindest ebenbürtige Mannschaft scheiterte Fünfhaus jedoch erneut an sich selbst und der mangelnden Wurfausbeute – das galt auch für den möglichen Ausgleich wenige Sekunden vor Spielschluss. Fünfhaus bleibt mit 4 Punkten Schlusslicht in Österreichs zweiter Liga, empfängt nun am kommenden Samstag daheim in der Sporthalle Tellgasse den direkten Konkurrenten und Tabellenneunten Union Sparkasse Korneuburg aus Niederösterreich.
Mehr als 50 Minuten lang lag Koppensteiner WAT Fünfhaus gegen den Lokalrivalen verdient in Front, in der zweiten Hälfte betrug der Vorsprung zweimal sogar 4 Tore. Angetrieben vom extrem engagierten Kapitän und Kreisläufer Lenny Fetz hatte Fünfhaus den besseren Start und führte dank der Flügeltore von Elias Kropf schon nach einer Viertelstunde mit 4:8 gegen West Wien. In der 21. Minute parierte Fünfhaus-Tormann Jakov Pavic in einem 1:1-Duell den Wurf des West Wiener Angreifers und versenkte im Handumdrehen den Ball im leeren Tor des Gegners, bevor er noch in der gleichen Minute einen Siebenmeterwurf des West Wieners Luca Gareis abwehrte. Nach 24. Minute reagierte West Wien und brachte mit Nelson Maybeka statt Florin Weik im Tor – eine Umstellung, die sich vor allem im Laufe der 2. Halbzeit positiv für West Wien bemerkbar machte.
Bei Koppensteiner WAT Fünfhaus war im Angriff Rückraumspieler John Baxter trotz teilweiser Manndeckung und aller Versuche, ihn mit fairen und unfairen Mitteln zu stoppen, das Um und Auf. Besonders sehenswert war sein Tor aus einem 10-Meter-Hüftwurf zur 13:15-Pausenführung für Fünfhaus. Das von Ivan Monev gecoachte Team aus dem 15. Bezirk machte zunächst im zweiten Durchgang dort weiter, wo man nach 30 Minuten aufgehörte hatte. Aber in den letzten gut zehn Minuten war auf einmal die Treffsicherheit in der Offensive wie verflogen. Acht Minuten vor dem Ende schaffte West Wien im Derby den Ausgleich zum 25:25. Der stärkste West Wiener Werfer, Philipp Pajer, brachte mit 3 Toren im Finish seine Mannschaft jeweils wieder in Front, bevor Fünfhaus den Ausgleich schaffte.
Zumindest ein Unentschieden war für Fünfhaus in den Schlusssekunden dennoch drinnen. Es war bezeichnend für den Abend: Denn auch die allerletzte Wurfchance wenige Sekunden vor dem Ende wurde vergeben. Damit war eine angesichts des Spielverlaufes bittere, knappe 29:28-Niederlage perfekt, obwohl Fünfhaus dieses Wiener Derby 50 Minuten lang im Griff hatte.
Timo Issing, Co-Trainer von Koppensteiner WAT Fünfhaus, versuchte gleich nach dem Match, die Spieler schon für das Kellerduell am kommenden Wochenende aufzurichten: „Sehr niederschmetternd natürlich. Das was gerade überwiegt: Man muss trotzdem in unserer Lage auch die vielen positiven Aspekte sehen. Letztlich können wir uns nicht darauf ausreden, dass es dann auf ein Tor angekommen ist. Denn wenn wir die Führung weiterhin aufrecht erhalten hätten, dann kommt es gar nicht darauf an.“



