Ein Rumpfteam der MT Melsungen hat sich im zweiten Hauptrundenspiel der EHF European League wacker geschlagen. Ohne zehn Stammspieler unterlag der Handball-Bundesligist bei HC Vardar 33:37 (19:18).
Die stark veränderte Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo zog sich achtbar aus der Affäre. Mehr noch, das war sehr ordentlich, wie die extrem verjüngte MT-Truppe in Skopje zu Werke ging. Nervös? Nicht die Bohne. Vielmehr beeindruckend, wie zum Beispiel Max Pregler in seinem ersten Spiel für die Profis überhaupt den Aufbau leitete. Logisch, hier und da fehlte es an der Feinabstimmung, aber das war zu verkraften, weil die Deckung phasenweise Beton anrührte.
So zogen die Gäste auch dank des glänzend aufgelegten Reynir Thor Stefansson, der mit seinem vierten Treffer zum 4:10 verwandelte, auf sechs Tore Vorsprung davon (13. Minute). Da wurde es schlagartig ruhig im sonst so frenetischen Fanlager der Nordmazedonier. Zumal auch Laszlo Bartucz im MT-Tor die gegnerischen Angriffe mehrfach entzauberte.
Allerdings leisteten sich die Nordhessen kleinere Schwächephasen, in denen die Gastgeber immer wieder herankamen, wie nach dem Treffer von Michel Matiaba-Tuzolana zum 14:16 (27.). Es sprach aber für diese neu zusammengewürfelte MT, dass sie sich von den Annäherungsversuchen nicht aus der Ruhe bringen ließ und direkt wieder eine Schippe drauflegte. Trotzdem schaffte es Vardar in Person von Nicolas Bono, kurz vor der Pause auf 18:19 zu verkürzen.
Der zweite Durchgang ist schnell erzählt. Eine gute Viertelstunde bis zum 26:26 (45.) durch Bruno Eickhoff blieb die Partie ein offener Schlagabtausch. Danach häuften sich die Fehler im MT-Angriff, zudem fand Vardar nun mehr Lücken in der MT-Abwehr – und somit erspielten sich die Nordmazedonier ein angenehmes Polster, das sich beim 32:28 (51.) schon ein bisschen nach Vorentscheidung anfühlte.
Tatsächlich hatte die MT nichts mehr zuzulegen. Dass die Jungspunde Leon Stehl und Jonathan Atting zum Schluss Spielzeit bekamen und die obendrein für eigene Treffer nutzten, gehört zu den positiven Erinnerungen dieser Skopje-Reise. Am kommenden Samstag wird die MT aller Voraussicht nach wieder mehr Profis an Bord haben. Dann ist Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg zu Gast in der Rothenbach-Halle.
Statistik
HC Vardar: Gogov (2 Paraden / 10 Gegentore), Walach (2 Tore / 14 P. / 23 G.); Stojanovski, Vorkapic 9/5, Bono 2, Georgievski, Mitrovic 1, Tankoski, Lazarevski 1, Marciniak 1, Matiaba-Tuzolana 4, Horiha 3, Anastasovski, da Silva 3, Malus 10, Jankowski 1 – Trainer Ivan Cupic.
MT Melsungen: Bartucz (14 Paraden / 33 Gegentore), Krawczyk (0 P. / 4 G.); Marchan 3, Altena, Ignatow 3, Stehl 1, Drosten 1/1, Stefansson 12, Duketis, Guardiola 2, Riecke 1, Eickhoff 7, Wilfer, Atting 1, Pregler 2 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.
Schiedsrichter: Mihai Marian Pirvu / Radu Mihai Potirniche (Rumänien); EHF-Delegierter: Mihail Bashev (Bulgarien).
Zeitstrafen: 4 – 8 Minuten (Lazarevski 21:47, Mitrovic 33:53 – Eickhoff 1:33, Marchan 40:38, Guardiola 42:02, Drosten 50:20)
Strafwürfe: 6/5 – 1/1 (Bartucz hält Wurf von Vorkapic 42:06)
Spielstände: 1:0 (2.), 3:3 (7.), 4:10 (13.), 9:12 (19.), 14:16 (27.), 15:18 (28.), 18:19 (30.) HZ – 19:19 (31.), 24:24 (41.), 26:26 (45.), 31:27 (50.), 34:30 (55.), 35:32 (59.), 37:33 (60.) Endstand.



