Letztes Spiel der Hauptrunde in der EHF European League: Die MT Melsungen empfängt am Dienstag HC Vardar aus Skopje (20.45 Uhr).
Zwei Tage nach dem Derbysieg in Wetzlar steht für die MT Melsungen die European League auf dem Programm. Zu Gast ist HC Vardar aus der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Es gibt noch Karten für die abschließende Partie, die den Charakter eines Endspiels besitzt um den ersten Platz in der Hauptrundengruppe 3, der den direkten Einzug ins Viertelfinale bedeutet.
Klar ist: Der zweite Platz ist der MT aufgrund der direkten Vergleiche mit Benfica Lissabon und IFK Kristianstad nicht mehr zu nehmen. Gewinnt die Mannschaft von Roberto Garcia Parrondo am Dienstagabend gegen den Ex-Klub des MT-Trainers, schließt sie die Hauptrunde auf Platz eins ab. Bei einer Niederlage oder einem Unentschieden müssen die Nordhessen in die Playoffs. Gegner wäre der Drittplatzierte der Hauptrundengruppe 4 – RK Nexe (Kroatien), Fredericia Handboldklub (Dänemark) oder die Kadetten Schaffhausen (Schweiz).
Rückkehrer Mensing
Ob Aaron Mensing gegen Vardar zum MT-Kader gehört, entscheidet sich noch. Am Sonntag feierte der 28 Jahre alte Handballer seine Rückkehr in den Spielbetrieb – fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Unglück, als in Kiel seine Achillessehne gerissen war: „Ich habe nachgerechnet“, sagt Mensing: „Es waren 369 Tage, seit ich das letzte Mal auf der Platte stand.“
Mit Beginn der zweiten Hälfte schickte ihn Parrondo aufs Feld, und es dauerte exakt zwei Minuten und 34 Sekunden, bis sich der sympathische Deutsch-Däne mit einer ordentlichen Fackel aus dem Rückraum zurückmeldete. Das habe extrem gutgetan, berichtet Mensing, „die Schulter und der Wurfarm funktionieren noch“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Ein großes Dankeschön richtet er an das medizinische Team der MT, an die Physios und auch an Co-Trainer Finn Lemke, die sich intensiv um ihn gekümmert hätten.
Von daher sei er am Montagmorgen „total happy“ aufgestanden. Der Körper habe sich gut angefühlt. Die Achillessehne hält, und auch die Sprunggelenksverletzung, die obendrein behandelt werden musste, ist überstanden. Gleichwohl spricht Mensing vom schwierigsten Jahr in seiner Karriere, das ihm viel abverlangt habe. Vor allem mental. In der Anfangszeit nach der Verletzung habe er viel Zuspruch bekommen – Anrufe, WhatsApp-Nachrichten, aufmunternde Worte. „Irgendwann kommt aber der Punkt, ab dem es normal ist, dass du nicht mehr dabei bist. Dann musst du am stärksten sein. Dann musst du hart an dir arbeiten und mit der Situation zurechtkommen“, sagt Mensing.
Aber das ist Vergangenheit. Als feststand, dass er gegen Wetzlar im Kader ist, „da habe ich endlich wieder diese spezielle Spannung gespürt. Das Adrenalin.“ Und auf dieses Gefühl freut er sich nun ganz besonders. Egal ob im Vorfeld gegen Vardar oder erst am Freitag vor dem Bundesliga-Kracher gegen den VfL Gummersbach. Vor allem freue er sich auf die Fans in der eigenen Halle. Mensing sagt: „Ich bin einfach nur glücklich, zurück auf der Platte zu sein.“
Schiedsrichter am Dienstag: Raul Oyarzun / Aritz Zaragueta (Spanien); EHF-Delegierter: Ayberk Dilmen (Türkei).
Hallenöffnung: Die Rothenbach-Halle öffnet um 19.15 Uhr. Es gibt noch Karten an der Abendkasse.
Live: Dyn beginnt mit der Live-Sendung um 20.35 Uhr.



