Der LSC hat in der ersten Runde des DHB-Pokals für eine Überraschung gesorgt. Gegen den Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen setzte sich der LSC nach einer starken Mannschaftsleistung mit 37:35 (20:22) durch und zog damit in die zweite DHB-Pokalrunde ein.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der der Longericher SC dem klassenhöheren Gegner auf Augenhöhe begegnete. Die Mannschaft von Trainer Christian Stark zeigte keinen übergroßen Respekt und übernahm im Verlauf der ersten Halbzeit zunehmend die Initiative.
Nach wechselnden Führungen konnte sich der LSC Mitte des ersten Durchgangs erstmals etwas absetzen. Über 12:10 und 15:12 erspielten sich die Gastgeber beim 18:14 einen Vier-Tore-Vorsprung. Nordhorn-Lingen ließ sich davon allerdings nicht abschütteln. In der Schlussphase der ersten Halbzeit nutzten die Gäste einige Longericher Unachtsamkeiten sowie eine Unterzahlsituation konsequent aus. Aus einer 20:19-Führung des LSC wurde bis zur Pause ein 20:22-Rückstand.
Trotz des Rückstands war die Erkenntnis zur Halbzeit eindeutig: Der LSC war vollständig im Spiel und hatte gezeigt, dass er mit dem Zweitligisten mithalten konnte.
„Wir sind voll drin“, lautete entsprechend die Botschaft von Trainer Chris Stark in der Kabine. Seine Mannschaft sollte nach Wiederanpfiff nicht abwarten, sondern selbst die Initiative übernehmen und die HSG direkt unter Druck setzen. Dieser Plan ging auf. Lennart Leitz verkürzte unmittelbar nach der Pause auf 21:22, anschließend traf Jonas Kämper dreimal in Folge. Lennart Wörmann schloss den 5:0-Lauf zum 25:22 ab. Innerhalb weniger Minuten hatte der LSC die Partie damit gedreht.
Auch in der Folge behauptete Longerich seine Führung. Beim 29:26, 31:28, 32:29 und 33:30 hielt der LSC den Zweitligisten jeweils auf drei Tore Abstand. Gleichzeitig wurde die personelle Situation schwieriger. Lennart Niehaus, der zu Beginn der Partie noch zum 2:1 getroffen hatte, musste aufgrund von Knieproblemen vorzeitig bereits ab der 11. Minute passen.
Mit zunehmender Spielzeit machte sich die hohe Belastung bemerkbar. Die Longericher Angriffe wurden schwieriger, gleichzeitig musste sich aber auch Nordhorn-Lingen jedes Tor hart erarbeiten. So entwickelte sich eine umkämpfte Schlussphase.
Beim 35:33 durch Lukas Schulz hatte der LSC weiterhin einen knappen Vorteil. Nordhorn-Lingen kam jedoch noch einmal zurück. Tarek Marschall verkürzte auf 35:34, ehe Maximilian Lux per Siebenmeter in der 58. Minute zum 35:35 ausglich.
96 Sekunden vor dem Ende übernahm Lukas Schulz Verantwortung. Der Routinier verwandelte einen Siebenmeter zum 36:35. Nordhorn-Lingen nahm anschließend noch einmal eine Auszeit und erhielt die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich.
Doch der LSC verteidigte den Vorsprung. Nach einer Parade auf Longericher Seite war die Pokalüberraschung zum Greifen nah. Christian Stark nahm zehn Sekunden vor Schluss seine letzte Auszeit, ehe Freddy Breithaupt mit dem Treffer zum 37:35 den Endstand herstellte.
Nach dem Schlusspfiff entlud sich die Freude bei Mannschaft, Verantwortlichen und Anhängern. „Die Leute lagen sich wie an Rosenmontag in den Armen und haben gefeiert“, beschrieb Stark die Szenen nach Spielende. „Das war schon sehr beeindruckend, wie viele Menschen wir hier glücklich gemacht haben.“
Mit dem 37:35-Erfolg gegen die HSG Nordhorn-Lingen belohnte sich der Longericher SC für eine konzentrierte und kämpferische Leistung, starke Torhüter (Babic erste Halbzeit, Kull zweite Hälfte) und steht in der zweiten Runde des DHB-Pokals.
Die Auslosung erfolgt im Anschluss an das Bundesligaspiel am kommenden Sonntagnachmittag in Gummersbach.
LSC-Tore: Jonas Kämper 12, Lukas Martin Schulz 8 (3/4 Siebenmeter), Lennart Wörmann 5, Lennart Leitz 4, Malte Nolting 3, Severin Henrich 2, Frederik Breithaupt 2, Lennart Niehaus 1.




