Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang kämpfen am Freitagabend um 18.30 Uhr in der Backnanger Murrtal-Arena um den Einzug in die zweite Runde des DHB-Pokals. Zu Gast ist der ambitionierte Zweitligist HSC 2000 Coburg.
Anfang Juni absolvierten die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang ihr bislang letztes Spiel unter Wettkampfbedingungen. In Lübbecke verabschiedete sich der Club aus der zweiten Bundesliga, künftig geht es wieder in Liga drei um Punkte. Den Auftakt macht der Pokalwettbewerb, für den sich der HCOB aufgrund seiner letztjährigen Zugehörigkeit zum Bundesliga-Unterhaus qualifizierte.
Trainer Rui Silva freut sich darauf, dass es wieder losgeht. Das Pokalduell kommt zur rechten Zeit. „Es ist ein guter Moment, um zu sehen, was wir als Mannschaft bisher aufgebaut haben.“ Seit einigen Wochen befindet sich das Team in der Vorbereitung, mittlerweile hat der Endspurt mit Blick auf die neue Saison begonnen. Noch könne nicht alles rund laufen, sagt Rui Silva. „Wir haben viele neue Spieler, daher wird es natürlich etwas Zeit brauchen, bis wir unser bestes Niveau erreichen können.“ Aber als Gradmesser taugt die Begegnung gegen Coburg in jeder Hinsicht: „Sie wird uns wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wo wir stehen.“
Diese Überlegungen beeinflussen zwangsläufig auch die Frage nach dem Stellenwert der Partie: Handelt es sich vor allem um ein wichtiges Testspiel – oder um einen echten Pokalknaller? Für Rui Silva ist es zunächst einmal das eine, und das andere kann es werden. Klar ist: Der sportliche Ehrgeiz, durch einen guten Auftritt Selbstvertrauen zu sammeln, ist groß. Wenn sich die Chance bietet, eine Überraschung gegen den höherklassigen Club zu schaffen, dann wollen die Gastgeber bereit sein. „Unser Ziel ist es, auf Augenhöhe zu sein und zu kämpfen.“ Und ganz gleich, wie es am Ende ausgeht, „wollen wir einen weiteren Schritt nach vorne machen”.
Rui Silva berichtet, dass die bisherige Vorbereitung gut laufe. „Wir haben eine gute Truppe und ich bin zufrieden damit, wie die Spieler arbeiten.“ Im Zwischenmenschlichen wirkt das Team gut aufeinander abgestimmt. Und sportlich? „Im Moment würde ich sagen, dass wir im Angriff weiter sind als in der Verteidigung“, sagt Rui Silva und betont: „Das ist etwas, das wir unbedingt verbessern müssen.“ Zu dem defensiven Niveau, das er sich auf Dauer für seine Mannschaft wünscht, klafft derzeit noch eine Lücke. Um diese zu schließen, „müssen wir auch die Spieler individuell weiterentwickeln, denn die Verbesserung ihrer individuellen Fähigkeiten wird unser kollektives System stärken.“
Was die Favoritenrolle betrifft, zeigt sich Rui Silva bescheiden: „Wir müssen realistisch sein und akzeptieren, dass Coburg der Favorit ist.“ Der Gegner bringe eine gehobene Zweitligamannschaft aufs Feld. Die Ambition, in den Top Fünf mitzuspielen, kommt nicht von ungefähr: „Sie verfügen über viele Stärken und Möglichkeiten“, sagt Rui Silva. „Wir müssen auf sehr hohem Niveau spielen, wenn wir bis zum Schluss um den Sieg mitspielen wollen. Aber genau das ist die Art von Herausforderung, die wir brauchen.“
Personell gibt es beim HCOB einen Rückschlag: Rückraumspieler Nick Fröhlich musste sich in dieser Woche einer Schulteroperation unterziehen und wird einige Zeit ausfallen. Beim zuletzt ebenfalls angeschlagenen Kreisläufer Ruben Sousa geht es hingegen aufwärts. Er ist wieder im Training und könnte gegen Coburg aufs Spielfeld zurückkehren.
Rund ums Spiel
In der Vorbereitung unterlag der HCOB zunächst gegen Champions-League Teilnehmer Sporting CP aus Lissabon mit 25:48. Dann gab es einen 31:29-Auswärtssieg beim österreichischen Rekordmeister Bregenz Handball. Zuletzt folgte in einem geheimen Testmatch ein 41:34 gegen den Regionalligisten TSV Weinsberg.
Eintrittskarten für die Begegnung gibt es online unter www.hcob.de/tickets sowie an der Abendkasse. Dauerkarten gelten im DHB-Pokal nicht.
Die Begegnung wird live auf dem YouTube-Channel von Dyn übertragen. Sendebeginn ist 15 Minuten vor Spielbeginn.




