Zwei finale Paraden von Melanie Veith und zehn Siebenmetertore von Ona Vegue waren die Bronze-Garanten für die HSG Blomberg-Lippe beim Haushahn Final4 2026 in der Stuttgarter Porsche-Arena. In einem wieder einmal hochdramatischen Duell hieß es am Ende 29:27 für den letztjährigen Finalisten gegen den Thüringer HC.
Wie schon das gestrige Halbfinale zwischen der HSG Bensheim/Auerbach und dem Thüringer HC war auch das Spiel um Platz drei ein stetiges Auf und Ab. Obwohl der THC auf seine beste Liga-Werferin Johanna Reichert verzichten musste, lag das Team von Herbert Müller schnell 4:1 vorne. Das war aber der Weckruf für Blomberg – und speziell die Spanierin Ona Vegue, die alle ihre fünf Treffer vor der Pause per Strafwurf erzielte. Nach 15 Minuten führte die HSG erstmals beim 8:7, ehe das Pendel wieder zugunsten der Thüringer umschlug, vor allem dank Giulia Guarieiro und Kelly Rosa, die für sieben der 13 THC-Treffer vor der Pause verantwortlich waren. Weil Nieke Kühne mit einem direkten Freiwurf scheiterte, ging es mit einem schiedlich-friedlichen 13:13 in die Kabine.
Dass Herbert Müller nur 5:39 Minuten nach Wiederanpfiff seine erste Auszeit der zweiten Halbzeit nahm, lag an der Serie von technischen Fehlern seines Teams. Blomberg nahm die Geschenke dankend an und setzte sich auf 17:14 ab. Aber seine Spielerinnen hatten Müllers Worte verstanden, während nun Blomberg viele Chancen ausließ: mit einem 5:0-Lauf zum 19:17 drehte der THC die Partie erneut.
Aber an diesem Nachmittag sollte man nicht die Rechnung ohne Ona Vegue machen: Zwar verwarf die Spanierin beim 20:18 ihren zweiten Siebenmeter, aber ihr zehntes Tor von der Linie bedeutete den Ausgleich beim 24:24 – und danach lief es wie geschmiert für die HSG, die sich auf 27:24 absetzte. Der THC versuchte alles, vergab aber zwei 100-prozentige Chancen gegen Melanie Veith, die schließlich Blombergs Matchwinnerin wurde.
Herbert Müller: „Das Spiel war Werbung für den Frauenhandball“ – Stimmen zum Bronzefinale
Steffen Birkner, Trainer HSG Blomberg-Lippe:
„Ein Spiel um Platz drei ist nicht einfach für beide Teams. Es ging uns nicht gut gestern, daher waren wir in den ersten Minuten noch nicht so leicht und locker. Danach haben wir unsere HSG-DNA wieder gefunden. Wir haben gekämpft, nicht nicht aufgeben nichts geschenkt bekommen in einem packenden Spiel. Keine Mannschaft hat auch nur einen Millimeter hergegeben. Wir sind froh, dass wir mit einem Erfolgserlebnis und einem guten Gefühl nach Hause fahren. Wir werden alles tun, um nächstes Jahr wieder hier zu sein – und es dann im Halbfinale besser machen als dieses Jahr.“
Melanie Veith, Spielerin HSG Blomberg-Lippe:
„Ich bin einfach nur happy, dass wir uns den Frust von gestern von der Seele gespielt haben und mit einem Sieg und einer Medaille nach einem hart umkämpften Spiel nach Hause fahren.“
Herbert Müller, Trainer Thüringer HC:
„Das Spiel war echte Werbung für den Frauenhandball. Und es war ein verdienter Sieg für Blomberg, weil sie den längeren Atem hatten. Wir haben uns wieder entscheidende zehn schwache Minuten geleistet, in denen Blomberg das Spiel umgebogen hat. Das Final4 war ein hervorragend organisiertes Turnier. Alle Fans haben für eine fantastische Atmosphäre gesorgt, und es war fairer Sport. Die Niederlage gestern war sehr schlimm für uns, weil wir es in eigener Hand hatten, heute war es eine entspannte Niederlage für mich. Wir haben viele Dinge für die nächsten Wochen getestet, alles ist aufgegangen und jetzt können wir erhobenen Hauptes nach Hause fahren.“
Josefine Hanfland, Spielerin Thüringer HC:
„Es war eine tolle Atmosphäre mit den Fans und ein Superspiel. Wir sind gut gestartet, haben das umgesetzt was wir wollten. Aber dann hatten wir wieder zehn schwache Minuten mit zu vielen leichten technischen Fehlern. Das hat uns das Genick gebrochen – aber kein Vorwurf ans Team. Die Niederlage gestern hat unglaublich weh getan, aber jetzt heißt es Mund abwischen und weiter geht’s. Wenn wir heute Nacht ankommen, ist das Turnier abgehakt – und irgendwann kommt das Glück wieder zurück.“



