Der Oranienburger HC und die Füchse Berlin II trennen sich 32:32
Der Oranienburger HC landete am Sonntagabend nur einen Teilerfolg. Der erhoffte Sieg blieb aus und damit der große Schritt Richtung Klassenerhalt. Die Bundesliga-Reserve aus Berlin sicherte sich mit dem Punktgewinn den Verbleib in der 3. Liga, Oranienburger HC muss weiter Punkte sammeln (mindestens zwei), um auch künftig in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands auflaufen zu können. Mit Ach und Krach holte der OHC in dem Brandenburg-Berlin-Derby den einen Zähler. Knapp 40 Minuten lang hatte es nicht danach ausgesehen. Erst in der Schlussphase gaben die Berliner den zwischenzeitlich sicher geglaubten den Sieg her. Malte Dederding glich mit seinem achten Tor in diesem Spiel zum 32:32 aus. Damit waren nicht nur die Bemühungen der Oranienburger Spieler belohnt worden, sondern auch der enthusiastische Einsatz der Fans, die mit ihrem Erscheinen erstmals seit gut drei Jahren für eine ausverkaufte MBS-Arena sorgten (856 Zuschauer).
Die Gastgeber hatten in dem richtungsweisenden Match sehr konzentriert angefangen und nutzten ihre Möglichkeiten resolut zu einer 8:4-führung. In der Phase arbeitete der OHC effizient. Aber danach zog wieder der Schlendrian ein in Form von technischen Fehlern und missglückten Würfen. Die Füchse-Reserve erarbeitete sich mit ihrer jetzt sehr offensiven Abwehr allerdings auch Bälle, die sie verwerteten, sodass es gegen Ende der ersten Halbzeit pari stand (11:11, 12:12). Spätestens jetzt übernahmen die Jungs aus Berlin das Heft des Handelns und fanden trotz der bissigen Oranienburger Abwehr immer einen Weg zum Tor. Auffällig oft über die Außen. Ole Machner versenkte elf Bälle (darunter vier Siebenmeter), Moritz Ende sechs. Die OHC-Torhüter bekamen – abgesehen von der Anfangsphase – den Ball nur selten zu fassen. Kurz vor und kurz nach der Pause setzten die Gäste mit einem 5:0-Lauf dem OHC richtig zu (12:17).
Das Allheilmittel schien am Sonntag die 5:1-Deckung zu sein. „Damit kamen wir nicht klar“, sagte Füchse-Trainer Aaron Ziercke. So erkämpfte sich der OHC immer wieder Bälle und konnte die in der ersten, zweiten oder dritten Welle in Tore ummünzen. Allerdings ließen die Berliner den OHC maximal auf zwei Tore (16:18, 25:27), aber nicht entscheidend herankommen, zogen mehrmals auf vier Tore weg (18:22, 22:26, 27:31). Großartig, wie der OHC die von den Schiedsrichtern verhängte Zeitstrafenflut wegsteckte. Zwischen der 33. und 46. Minute schickten die Unparteiischen siebenmal Spieler des OHC vom Feld; Kevin Lux dreimal, sodass er ab der 43. Minute nur noch draußen saß. Die Füchse konnten diesen eklatanten Vorteil nicht nutzen, sie hielten ihren Vorsprung lediglich (14:18, 22:26).
„Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie sich nie aufgegeben hat“, sagte Oranienburgs Trainer Tim Fröhlich nach dem Spiel. Sein Team schlich sich immer dichter an die Berliner heran. Aaron Ziercke ergänzte mit dieser eleganten Formulierung: „Da haben uns unsere Torhüter nicht sehr geholfen.“ Nach Ole Machners Tor zum 27:31 (54.) – er erzielte elf Tore für die Füchse II – entfachten die beiden schnellen Antworten von Aaron Krai (29:31) bei Spielern, Trainern und Fans eine Hier-geht-noch-was-Stimmung. Als der halbrechte Rückraumspieler Malte Dederding sich 90 Sekunden vorm Ende schließlich ein Herz fasste und den Ball zum 32:32 ins Berliner Gehäuse zimmerte, war der umjubelte Ausgleich geschafft. Die Berliner schafften es mit Glück und Geschick, die letzte 90 Sekunden herunterzuspielen, ohne allerdings noch einmal richtig torgefährlich zu werden. Malte Dederding: „Wir können uns nach dem Spielverlauf glücklich schätzen, noch einen Punkt geholt zu haben.“
Oranienburg: Twarz, P. Porath – Danowski (3), Krai (6), Schmöker (2/1), Barten (3), Hase (3), Pietsch, Heil (2), Reineck (1), Bauer (1), Lux, Dederding (8), J. Porath (3/1)
Berlin: Ona, Göres – Tempel (1), Fuhrmann, Overby (2), Dieffenbacher, Siemer, Kix (1), Machner (11/4), Mart (2), Ende (6), Billepp (2), Mohr (6), Schley (1)



