Schwerer Rückschlag für die HSG Konstanz: Konstantin Poltrum wird nach einem Kreuzbandriss in dieser Saison nicht mehr spielen können. Die beiden jungen Eigengewächse Konstantin Pauli und Noah Frensel erhalten das Vertrauen und sind nun gefordert.
Prächtige Stimmung in der Schänzle-Hölle
Vollbesetzte Ränge, eine großartige Atmosphäre und ein spektakuläres Handballspiel: Die mehr als 1300 Fans in der Schänzle-Hölle kamen trotz eines Feueralarms vor Beginn des Spiels voll auf ihre Kosten. Vom dadurch etwas verzögerten Anwurf ließen sich die Konstanzer nicht beeinflussen. Mit einer aggressiven Deckung legten sie direkt mit 3:1 und 5:2 vor und sorgten für prächtige Stimmung auf der Tribüne. Im ersten Spiel von Ralf Bader auf der Konstanzer Trainerbank musste die HSG neben Jan Stotten und Sven Iberl auch noch auf den erkrankten Ex-Pfullinger Lukas Dietrich (Infekt) sowie Konstantin Poltrum verzichten, während auf der anderen Seite Niklas Roth und Lasse Schiemann ihre Comebacks feiern konnten. Später brach den Gastgebern dann auch noch Spielmacher Christos Erifopoulos weg. Der setzte zu Beginn seine Mitspieler – insbesondere Kreisläufer Michel Stotz – herrlich in Szene.
Bitteres Jahresende
Im letzten Spiel des Jahres 2025 knickte Konstantin Poltrum nach einer Parade bei der Landung unglücklich um. „Ich habe gehofft, dass es nicht zu schlimm ist“, sagt Poltrum – wusste aber schon in diesem Moment, dass etwas „Größeres“ passiert war. Nun ist die Saison für ihn gelaufen. „Bitter“, nennt der Torhüter dies selbst, der für die HSG in dieser Position aber auch als Ruhepol und Führungsspieler so wichtig für die junge Mannschaft ist. Auf der anderen Seite weiß der ehemalige Bundesligaspieler, der schon von 2015 bis 2018 und wieder ab 2023 das Tor der Konstanzer hütet, dass „ich Glück in meiner Karriere hatte. Das gehört leider auch zum Berufsrisiko.“
Referendariat, Reha und Familie
Wobei sich beim jungen Familienvater mit Beginn dieses Jahres ohnehin die Prioritäten in Richtung Referendariat verschoben haben. In Rottweil wird er nach absolviertem Studium am Seminar ausgebildet, den praktischen Teil in Gemeinschaftskunde und Biologie kann er am Humboldt-Gymnasium in Konstanz absolvieren. Nach der Operation ist Poltrum bald dreifach gefordert mit Referendariat, Reha und Familie. Trotzdem wird er gerade die jungen Torhüter der HSG nach Kräften unterstützen. „Konsti ist als erfahrener Spieler sehr wichtig für unsere Talente“, streicht Geschäftsführer André Melchert heraus. „Sein Ausfall ist für uns schwer aufzufangen. Wir trauen unseren Talenten aber zu, sich nun zu beweisen.“ Poltrum stößt ins selbe Horn und sagt: „Ich werde nah am Team sein und immer ein offenes Ohr haben.“ Er traue Pauli und Frensel „alles zu“, sagt der 31-Jährige. „Beide sind sehr talentiert. Pauli muss nun in die neue Rolle als erster Keeper hineinwachsen und daran wachsen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die beiden es gut machen werden.“ Pauli habe das in einem schweren Spiel gegen Pfullingen schon gezeigt.
Dritter langfristiger Ausfall
Für die HSG nach dem Verletzungspech von Jan Stotten und Sven Iberl der dritte langfristige Ausfall. „Wir müssen in dieser Saison einiges kompensieren“, so Poltrum. Dennoch zeigt er sich angetan von der neuen Dynamik unter Neu-Trainer Ralf Bader. „Ralf hat“, findet Poltrum, „klare Vorstellungen, was er haben möchte und was er einfordert. Das wird Zeit brauchen, ich bin aber positiv, wenn wir mit der jungen Mannschaft Geduld haben.“



