Ein heißes Duell beim unmittelbaren Tabellennachbarn steht der HSG Konstanz am Sonntag (17 Uhr) bevor. Der TSV Neuhausen/Filder belegt Rang sieben und hat aktuell drei Punkte mehr auf dem Konto als die Konstanzer. Das Spiel wird live auf Sporteurope.tv übertragen.
„Positiv waren die zwei Punkte, negativ die Leistung“
Auch, weil den Württembergern im Hinspiel ein knapper 36:34-Auswärtscoup in der Schänzle-Hölle gelang. Eines von vielen Spielen in dieser Saison, in dem sich die HSG unter Wert verkaufte und nicht überzeugen konnte. So auch im letzten Heimspiel gegen die SG Köndringen/Teningen. „Positiv waren die zwei Punkte, negativ die Leistung“, fasst Ralf Bader kurz und knapp zusammen und ist sich deshalb nicht sicher, wie viel Rückenwind das „Gewürge“, so der HSG-Coach, tatsächlich geben kann. Immerhin kann die HSG Konstanz nun ohne jeden Druck und befreit aufspielen – so wie viele Gegner zuvor gegen den Zweitliga-Absteiger. Wer solch ein Spiel wie gegen Teningen trotz weiter Entfernung von der Normalform gewinne, gehöre Baders Auffassung nach auf jeden Fall in die Liga.
„Wir denken an uns und den unbedingten Willen“
Gleichzeitig appelliert Bader, sich vom Blick auf die Tabelle zu lösen. „Darauf oder auf Erwartungen zu sehen, die da waren“, bringe nichts. „Wir denken an uns und den unbedingten Willen. Das muss das Credo sein“, fordert der 45-Jährige. Nach dem letzten Heimspiel war er ziemlich angefressen ob der Vorstellung seiner Spieler. „Weil wir“, erklärt er, „im Training und auch den Spielen zuvor gezeigt haben, dass wir es viel besser können. Das war mir einfach zu wenig.“ Nach gutem Beginn war die Partie Handball-Magerkost. Eine solche Leistung werde bei einem Team aus der oberen Tabellenregion nicht reichen, gab Bader schon direkt nach dem Heimsieg zu bedenken. Vor solch einer anspruchsvollen Aufgabe steht seine junge Mannschaft am Sonntag in Neuhausens.
Neuhausen stellt EM-Teilnehmer
An alter Wirkungsstätte – Bader war zwei Jahre lang Cheftrainer in Neuhausen und führte den Club zum Aufstieg in die 3. Liga sowie dort in das Mittelfeld – erwartet die HSG ein Gegner, der sich in guter Verfassung präsentiert. Mit einem Heimsieg gegen Warburg und einem Auswärtserfolg in Fürstenfeldbruck sicherte sich die Mannschaft von Trainer Daniel Brack die Maximalausbeute von vier Punkten im neuen Jahr und zählt zu den offensivstärksten Teams der Liga. Defensiv hat Neuhausen mit Jorik Pol (Zweitspielrecht von TVB Stuttgart) gar einen Teilnehmer an der Europameisterschaft vorzuweisen. Der Torhüter stand in der längst beendeten Vorrunde dreimal im Tor der niederländischen Auswahl und kam auf 28 Prozent abgewehrte Würfe – die beste Quote aller Keeper von „Oranje“.
Im Training Stress kreiert
Neben dem Ex-Konstanzer Rohat Sahin am Kreis hebt Bader vor allem vier Spieler hervor: Lukas Fischer, der in Fürstenfeldbruck zwölffacher Torschütze war sowie Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft ist, Rückraum-Talent Linus Schmid, Glenn Vincent Baumann und Tobias Hagg. „Auf uns wartet eine tolle Aufgabe“, freut sich der A-Lizenzinhaber auf die Rückkehr nach Neuhausen/Filder. „Mit gefällt wie Neuhausen auftritt. Sie haben brutales Selbstvertrauen und sind gut drauf.“ Um dafür gerüstet zu sein, absolvierte die HSG eine höchst intensive Trainingswoche und hat „richtig Gas gegeben“, so der HSG-Coach. Viel Stress kreierte Bader für seine Schützlinge, damit diese sich auch dann beweisen und ihr Können abrufen, wenn es körperlich und mental schwierig wird.“
„Verrückte Hunde“ kämpfen um jeden Zentimeter
Mit Philipp Keppeler und Julian Reinhardt stehen zwei Spieler im Aufgebot des Kontrahenten, die Bader ausgebildet hat. Insgesamt eine Aufgabe, „bei der wir“, unterstreicht der Trainer, „nicht gewinnen müssen, aber ein gutes Spiel machen wollen. Wenn uns das gelingt, können wir auch dort auswärts gewinnen.“ Auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen in Gelb und Blau kann sich das Team dabei verlassen. Der HSG-Fanclub hat bereits eine größere Reisegruppe organisiert und wird für Stimmung sorgen. „Ich freue mich auf ein super rassiges Spiel“, erklärt Bader und hat beobachtet, dass die „Mad Dogs“ ihrem Namen wieder alle Ehre machen. „Sie kämpfen um jeden Zentimeter, das macht es aus im Handball.“ Die Gelb-Blauen werden bei den „verrückten Hunden“ noch einmal ganz anders gefordert sein als vor Wochenfrist und können dabei zeigen, über welches Potenzial sie wirklich verfügen.
Nächstes Heimspiel bereits am 6. Februar
Darauf folgt zu einem ungewöhnlichen Termin das nächste Heimspiel bereits am 6. Februar. Freitageabend, 20 Uhr – dann mit dem TuS Fürstenfeldbruck wieder gegen einen Club, der um den Klassenerhalt kämpft.



