Finn Lemke und die neue, wichtige Rolle
Zur neuen Saison gibt es nicht nur Veränderungen im Kader der MT Melsungen. Eine wichtige Weichenstellung ist auch mit der Personalie Finn Lemke verbunden.
Zuletzt gehörte Finn Lemke bei der MT Melsungen unter anderem zum Trainerstab um Chefcoach Roberto Garcia Parrondo. Mit Stichtag 1. Juli und dem Start der neuen Spielzeit übernimmt der 34 Jahre alte Europameister von 2016 eine neue Rolle. Seine offizielle Funktion lautet dann: Leiter Nachwuchs und Förderkader. „Finn wird den Unterbau von der E-Jugend bis hin zur zweiten Mannschaft verantworten“, erklärt Jesper Larsson. Dabei werden der MT-Sportvorstand und Lemke eng zusammenarbeiten.
Der nordhessische Handball-Bundesligist gibt damit dem angekündigten Strategiewechsel auch personell ein Gesicht. Es geht um nachhaltige Talentsichtung, die Entwicklung von jungen Handballern und deren Integration in den Profibereich. Kurzum: Der gesamte sportliche Sektor wird nun noch enger zusammengefasst. Und Lemke kommt dabei eine Schlüsselrolle zu als verbindende Schnittstelle zwischen Nachwuchs und Bundesliga-Mannschaft.
Der ehemalige Profi, der 2023 seine Laufbahn gesundheitsbedingt beenden musste, bringt Erfahrung mit, nicht nur aus seiner Tätigkeit als Co-Trainer von Parrondo. Für den Deutschen Handball-Bund (DHB) arbeitete er als Assistent bei den U17-Junioren und wurde mit der Auswahl Weltmeister. Bei der MT saß er bereits als Verantwortlicher der D-Jugend sowie der zweiten Mannschaft auf der Bank und unterstützte zuletzt die B-Jugend. Lemke besitzt die Trainer B-Lizenz und strebt in diesem Jahr die A-Lizenz an.
Und klar: Der dreifache Vater freut sich auf seine neue Aufgabe. Die MT leiste schon jetzt eine sehr gute Jugendarbeit, sagt Lemke: „Die möchte ich fortführen und weiter ausbauen.“ Kurzfriste Ziele seien, dass B- und A-Jugend stets in der jeweils höchsten Klasse antreten. Mittel- und langfristig möchte er dazu beitragen, „einen attraktiven Standort in Melsungen zu schaffen. Die MT soll bekannt sein für hervorragende Jugendarbeit.“ Lemke spricht von Weitblick und von zukunftsorientiertem Handball.
Der Förderkader
Nur logisch, dass Lemke die Jungs aus dem Förderkader unter seine Fittiche nimmt. Die Rede ist von jenen talentierten Spielern aus A-Jugend und zweiter Mannschaft, „die wir behutsam an den Profibereich heranführen möchten“. Spieler, die regelmäßig bei der ersten Mannschaft mittrainieren und somit nah dran sind am Bundesliga-Geschehen. In der Saison 2026/27 gehören vier Akteure dem Förderkader an: Torwart Kim Hüter, Kreisläufer Jason Wilfer, Linksaußen Lino Duketis sowie der Halbrechte Leander Altena.
Neben handballerischen Fähigkeiten erwartet Lemke vor allem vorbildliches Verhalten von den Förderkader-Spielern. Er denkt an Trainingsfleiß, Ehrgeiz und an Grundlagen, die für Leistungssport unabdingbar sind. Lemke drückt es so aus: „Wer ein Leben als Profi anstrebt, muss wissen, dass er auf einige Dinge verzichten muss.“
Die Zeit als Parrondos Co-Trainer bezeichnet Lemke als beeindruckend. Der ständige Austausch mit Blick auf den nächsten Gegner, die taktische und strategische Ausrichtung für eine gesamte Saison oder für das kommende Spiel, eine Mannschaft zu führen – „ich habe viel von Roberto gelernt. Dafür bin ich dankbar.“ Dieses Wissen kann Lemke in seine neue Aufgabe mit einfließen lassen.
Und apropos Aufgaben: Lemke hat viel vor. Er möchte einiges voranbringen. Er denkt an einen Offenen Ganztag in Kooperation mit Schulen, an Kooperationen mit Vereinen generell, eine Grundschulliga, an eine Internatsstruktur und an eine weitere Trainingshalle in Melsungen. Und bei allem Leistungsgedanken „tragen wir bei der MT auch Verantwortung für den Breitensport“. Es gibt To-Do-Listen, die kürzer sind.
Hintergrund
Finn Lemke fungiert obendrein als MT-Markenbotschafter. Die Aufgabe mache ihm viel Spaß, sagt er. Es gehe um Kooperationen in der Region und um den Austausch über gesellschaftliche, politische, kulturelle und sportliche Themen: „Ich repräsentiere die MT auch fernab der Handball-Halle, pflege dadurch unser Netzwerk und baue es im besten Fall aus.“




