Am 28. Februar 2026 musste sich die TSG A-H Bielefeld im OWL-Derby der 3. Liga Nord/West dem TuS Spenge in der Seidensticker Halle mit 31:34 (11:15) geschlagen geben. Vor 2.700 Zuschauern entwickelte sich ein intensives, emotionales Derby, in dem die TSG trotz großer Moral und mehrerer Aufholjagden letztlich ohne Zählbares blieb.
Personell musste die TSG auf Arvid Dragunski verzichten. Zudem ging Jacob Broyer mit Wadenproblemen leicht angeschlagen in die Partie, stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft und konnte eingesetzt werden. Die Mannschaft war also fast vollständig und bereit für das Derby!
Der Spielstart verlief ausgeglichen, dennoch geriet die TSG früh ins Hintertreffen. Nach der 2:1-Führung durch Nils Strathmeier kippte die Anfangsphase zugunsten der Gäste. Entscheidend war dabei vor allem der gegnerische Torhüter Bastian Rutschmann, der in den ersten 15 bis 20 Minuten mehrere freie Würfe sowie Siebenmeter entschärfte und den Bielefeldern das Leben so schwer machte. Spenge nutzte seine Möglichkeiten konsequent, während die TSG im Abschluss zu viele Chancen ungenutzt ließ. Über 4:10 und 5:12 geriet die TSG so ins Hintertreffen, kämpfte sich dann aber mit viel Energie zurück. Treffer von Malik St. Claire, Jonas Leppich und Nils Strathmeier verkürzten auf 10:12, ehe kurz vor der Pause das Momentum beim 12:10-Anschluss greifbar schien. Doch erneut gelangen den Gästen wichtige Treffer, sodass es mit einem 11:15-Rückstand in die Kabine ging .
Auch im zweiten Durchgang bewies die TSG den Willen das Spiel auf ihre Seite zu drehen. Mehrfach arbeitete sich das Team bis auf zwei Tore heran, unter anderem durch engagierte Aktionen von Tim Stefan, Jan Pretzewofsky und Malik St. Claire. Beim 31:33 kurz vor Schluss war noch einmal alles möglich, doch Spenge behielt in den entscheidenden Momenten die Nerven und setzte mit dem 31:34 den Schlusspunkt.
Letztlich muss sich die TSG in einem intensiven Derby geschlagen geben. Trotz großer Kulisse und Unterstützung sowie mehrerer Comeback-Momente fehlte in den entscheidenden Situationen die letzte Konsequenz im Abschluss und die defensive Stabilität, um das Spiel endgültig zu drehen.
Trainerstimme:
Niels Pfannenschmidt (TSG A-H Bielefeld): „Für uns ist das nach dem Spiel natürlich extrem enttäuschend. Ein Derby vor so einer Kulisse zu verlieren, ist bitter. Ich finde nicht, dass wir den Start verschlafen haben – wir waren präsent und im Spiel. Aber wir sind dieser Hypothek aus der Anfangsphase hinterhergelaufen. Gerade in den ersten 15 bis 20 Minuten war Rutschmann ein absoluter Faktor. Er nimmt uns freie Würfe und Siebenmeter weg, während Spenge seine Chancen konsequent nutzt. Wir lassen zu viele klare Möglichkeiten liegen, und so entsteht dieser Rückstand. Was ich meiner Mannschaft zugutehalte: Wir haben uns mehrfach mit viel Energie und Kampfkraft zurückgekämpft, unter anderem bis auf 12:10. In diesen Phasen hatten wir das Momentum eigentlich auf unserer Seite. Aber dann passieren uns wieder Fehlwürfe oder Abstimmungsprobleme in der Abwehr, und wir nehmen die nächste Hypothek mit in die Pause. In der zweiten Halbzeit war es ein ähnliches Bild. Wir kommen noch einmal auf zwei Tore heran, schaffen es aber nicht, das Spiel mit einer besonderen Aktion, einer herausragenden Torwartleistung oder maximaler Konsequenz endgültig auf unsere Seite zu ziehen. Insgesamt ist die Niederlage verdient, weil uns die Durchschlagskraft aus dem Rückraum gefehlt hat und wir im Wurfverhalten zu viel liegen lassen.“
TSG A-H Bielefeld – TuS Spenge 31:34 (11:15)
TSG A-H Bielefeld:
Arjan Versteijnen, Leon Goldbecker, Mustafa Wendland – Simon Strakeljahn, Fynn Unger, Manuel Hörr (2/3), Thore Oetjen (4), Jacob Broyer, Jonas Leppich (2), Nils Strathmeier (4), Ralfs Geislers (1), Malik St. Claire (7/2), Jan Pretzewofsky (4), Dominik Ebner (2), Dominik Waldhof, Tim Stefan (5)
TuS Spenge:
Bastian Rutschmann, Mika Brokmeier – Marvin Stender (4), Leon Siebrasse, Soenke Raschkowski, Vincent Hofmann (4), Mats Lennart Koester (3/3), Theodor Teuteberg (3), Fabian Breuer, Gordon Graefe (4), Moritz Wilhelm, Jonah Jungmann (5), Tim Kloor (3), Mathis Borgmann (3), Mateusz Martyn (2), Bjarne Schulz (3)
Siebenmeter: Bielefeld Manuel Hörr (2/3), Malik St. Claire (1/2); TuS Spenge Mats Lennart Koester (3/3)
Zeitstrafen: Bielefeld: Ebner, Stefan; Spenge: Teuteberg
Disqualifikation: Bielefeld: keine; Spenge: Breuer (43. Minute, Foul Außen)
Schiedsrichter: Sascha Brendel, Christian Schneider
Zuschauer: 2.700



