Dank einer bärenstarken Abwehr triumphiert der Oranienburger HC bei der HSG Ostsee und liegt in der Tabelle wieder „über dem Strich“.
Die Männer des Oranienburger HC kreieren gerade ein herzinfarktgefährdendes Saisonfinale: Am Samstagabend hievten sie sich in einem spektakulären Duell bei der HSG Ostsee N/G wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz, nachdem sie eine Woche zuvor genau dorthin abgerutscht waren. Mit 27:25 siegten sie im Abstiegsduell und verbesserten damit ihre Chancen auf den Klassenerhalt. „Ich bin um zehn Jahre gealtert“, sagte Co-Trainer Mario Strich nach dem Spiel und ließ seinen Gefühlen freien Lauf: „Geil, einfach nur geil!“
Der OHC brauchte in Grömitz etwa eine Viertelstunde, um im Spiel zu sein. Der Rückstand von 3:6 wurde gegen Ende der ersten Halbzeit beim 9:9 egalisiert. Und durch das Tor von Julius Porath ging das Team von Trainer Damir Eklic kurz vor der Pause sogar mit 13:11 in Führung. „Wir haben in der ersten Halbzeit einige Sachen ausprobiert, so im Angriffsspiel die Sieben-zu-Sechs-Variante, die allerdings noch nicht sehr effektiv war“, sagte Mario Strich. Aber wesentlich wirkungsvoller war die Abwehr. Fabian Plaul und Kevin Lux hätten über die gesamten 60 Minuten super abgeräumt und seien ein wesentlicher Faktor für den Erfolg gewesen, so Mario Strich.
Weil die Oranienburger in der Abwehr permanent stabil blieben, bereitete es den zuletzt so erfolgreichen Männern von der Ostsee (7:3 Punkte) Schwierigkeiten, das Abwehrbollwerk zu durchdringen. In der 53. Minute bot sich für den Gastgeber die Chance, das Spiel zu kippen. Fast durchweg hatte die HSG hinten gelegen, doch plötzlich führte er vor den knapp 400 Zuschauern mit 23:22. Aber der OHC behielt die Nerven und schlug zurück. Spätestens nach dem 24:24 (57. Minute) und den beiden Treffern von Julius Porath und Sebastian Damm war klar: der OHC würde dieses eminent wichtige Spiel um den Klassenerhalt nach Hause bringen.
Zwar verkürzte die HSG 36 Sekunden vorm Ende noch einmal auf ein Tor, doch nach der Auszeit und dem Tor von Erik Gerntke drei Sekunden vorm Ende hatten die Oranienburger beide Punkte im Sack. „Auch in dieser Phase des Spiels haben wir mit unserer Abwehr den Gegner gezwungen, schwierige Würfe zu nehmen. Wir ließen der HSG Ostsee kaum Luft zum Atmen“, sagte ein überglücklicher Mario Strich. Er lobte die Leistung des gesamten Teams. Insgesamt elf Siebenmeter bekam der OHC zugesprochen. Allein fünf holte Kapitän Sebastian Damm heraus. Nicolai Jantzen, dessen Einsatz vor dem Spiel fraglich war, verwandelte allein acht seiner neun Würfe. Zu seinem ersten Treffer in der ersten Mannschaft kam Moritz Fritz.
Nach dem Triumph bei den gastfreundlichen Ostseestädtern verbleiben der Mannschaft noch drei Spiele, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Am Samstag treffen die Oranienburger auf die HSG Eider Harde (18.30 Uhr, MBS-Arena Oranienburg).
HSG Ostsee N/G – Oranienburger HC 25:27 (11:13)
HSG Ostsee: Minning, Nagorsen (2), Barthel (1), Farschchi (3), Harms (5/1), Mendle (3), Skroce, Moussa (1), Kilias (1), Schramm, Geiger Gajate (2), Claasen (3/3), Deleske (2/1), M. Bruhn, J. Bruhn (2)
Oranienburger HC: P. Porath (1), Mestrovic – Gerntke (1), Petrowa (1), Plaul (1), Jantzen (11/8), Damm (4), Sauer, M. Fritz (1), Wagner-Douglas (1), Lux (1), F. Fritz, Magalháes (2), Hartung, J. Porath (3/1), Williams



