Auswärts-Coup des OHC
Der Oranienburger HC landete am Sonntagabend beim klaren Favoriten Hildesheim den so ersehnten Überraschungs-Coup. Es war ein Sieg mit Ansage. OHC-Co-Trainer Mario Strich hatte am Freitag in seiner optimistischen Art und Weise auf die Frage nach der Rollenverteilung und dem Verweis auf die Schwere der Aufgabe beim Tabellenvierten geantwortet: „Wer weiß? Manchmal laufen Spiele ganz anders als erwartet.“
Der Mann sollte Recht behalten. Mit 24:20 triumphierte der Tabellenvorletzte bei den Niedersachsen völlig überraschend und verbesserte die eigene Situation im Kampf um den Klassenerhalt. Trainer Damir Eklic konnte es nach dem Abpfiff gar nicht fassen und freute sich mit der Mannschaft über den immens wichtigen Erfolg. Die Spieler stimmten nach Monaten des Wartens wieder einmal den „Auswärtssieg-Auswärtssieg-Gesang“ an.
Die sonst so angriffsstarken Hildesheimer (bis dato 34 Tore im Schnitt pro Begegnung) kamen am Sonntag nie ins Spiel. Einerseits stellte der OHC 60 Minuten lang eine unangenehme, eklige Abwehr. Sie riegelte die eigene Defensivzone in höchstem Maße ab. Der Rückraum der Hildesheimer sah kein Land, rannte sich oft kopflos im Zentrum fest oder wurde festgetackert. Und wenn der HCE, der in Gänze nie auszuschalten war, dieses Bollwerk durchbrach, schottete Torwart Paul Porath sein Tor monstermäßig ab. Nicht umsonst wurde er intern zum Spieler des Spiels gewählt.
Der OHC führte in der mit 1232 Zuschauern gefüllten Volksbank-Arena nach einer Viertelstunde schon mit 7:2 Toren. Auch wenn die Gastgeber bis zur Pause den Rückstand verkürzten (11:10 für den OHC) – ins Rollen kam der (bisherige) Aufstiegsanwärter nie. „Hildesheim fand keine Lösungen. Bei uns kämpfte einer für den anderen“, so Mario Strich. Die katastrophale Chancenverwertung der Gastgeber tat ihr Übriges (21 Fehlwürfe). Allerdings erreichte die Fehlerquote beim OHC ebenfalls einen hohen Wert (16 Fehlwürfe, 14 technische Regelfehler).
Die Mini-Aufholjagd der Hildesheimer zum Ende der ersten Hälfte beantworteten die Oranienburger nach der Pause mit einem weiterhin unaufgeregten Spiel. In der 44. Minute stellte Fabian Plaul erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung her (18:13). Dann leisteten sich die Oranienburger einige unnötige Ballverluste, die Hildesheim zur zweiten Aufholjagd nutzte und bis auf einen Treffer herankommen ließ. Die einheimischen Zuschauer hatten Hoffnung auf ein Happy End. Doch gegen die Coolness und Cleverness der Oranienburger und dem starken Paul Porath kam der HCE, der das Hinspiel in Oranienburg mit 39:22 gewonnen hatte, nicht an. Rechtsaußen Julius Porath, mit sieben Treffern bester OHC-Werfer, drehte einige Bälle aus schier aussichtslosen Positionen ins Tor. Kapitän Sebastian Damm hatte zuvor in ganz wichtigen Momenten getroffen. Mit dem Treffer zum 24:20 setzte er auch den Schlusspunkt der Partie. Dank dieser zwei Punkte kletterte der OHC vor der „Osterpause“ (nächstes Spiel am 11. April in eigener Halle gegen Magdeburg II) auf einen Nichtabstiegsplatz. In Hildesheim spricht man über die Leistung der eigenen Mannschaft von einem kollektiven Versagen.
HC Eintracht Hildesheim – Oranienburger HC 20:24 (10:11)
Hildesheim: Wesemann, Krka – Möller (6/5), Reshöft (2), Müller, Szmetan (1), Juric, Wäger (2), Stoehr (1), Hanemann, Quedenbaum (1), Jonas (3), Rodriguez, Ehlers (1), Billepp (3)
Oranienburg: P. Porath, Mestrovic – Gerntke (2), Petrowa, Plaul (3), Jantzen (3/1), Sauer, Damm (5), M. Fritz, Wagner-Douglas (3), Lux, F. Fritz, Magalhaes (1), Hartung, J. Porath (7), Williams



