Oranienburger HC rettet sich mit einem 28:28 bei Empor Rostock
Es ist vollbracht: Der Oranienburger Handball-Club wird auch weiterhin in der 3. Liga Handball spielen. Mit dem schwer erkämpften 28:28 beim favorisierten HC Empor Rostock schuf die Mannschaft am Samstag die Grundlage für den Ligaverbleib. Durch die gleichzeitige Niederlage der HSG Ostsee gegen den HC Eintracht Hildesheim (26:39) kann das Oberhavelteam nicht mehr auf einen Abstiegsplatz abrutschen.
Die Mannschaft feierte den Punktgewinn und den etwa anderthalb Stunden später feststehenden Klassenerhalt ausgelassen in und an der Fiete-Reder-Halle in Rostock. Zuvor hatte es vor 580 Zuschauern einen rassigen Fight gegeben, in dem sich nicht ein Spieler schonte, alle gaben Vollgas. „Wir wussten, dass die Rostocker insbesondere in der eigenen Halle sehr angriffsstark sind und viele Tore erzielen. Genau das wollten wir verhindern. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen“, sagte Oranienburg-Trainer Damir Eklic.
Dabei verlief der Start in Rostock ungünstig für den OHC. Abgesehen davon, dass Rechtsaußen Julius Porath durch eine Muskelverletzung fehlte und auch im letzten Spiel fehlen wird, traf Oranienburg in den ersten Minuten schon zweimal den Pfosten. Und der ohnehin angeschlagene und mit einer Kopfverletzung angetretene Kapitän Sebastian Damm – in den letzten beiden Spielen der überragende Akteur in den Farben des OHC – wurde unglücklich mit dem Knie eines Gegenspielers am Kopf getroffen, so dass er in der ersten Halbzeit so gut wie gar nicht spielen konnte. Trotzdem erholte sich der OHC vom schnellen 1:4-Rückstand und profitierte anschließend von der frühen roten Karte gegen den Rostocker Shooter Elias Gansau (6. Minute), der Gäste-Rechtsaußen Johannes Petrowa bei einer Abwehraktion gefoult hatte.
Schnell war der Rückstand egalisiert (4:4/8. Minute). Der OHC fand gut ins Spiel, stand in der Abwehr bombenmäßig, der Deckungsverbund verschob super. Und in Eins-gegen-Eins-Situationen wurden die Gegenspieler „festgemacht“. Die Rostocker fanden nur wenige Lücken in der Gästeabwehr. Zwar lagen sie nochmal vorn (7:5), aber der OHC übernahm gegen Mitte/Ende der ersten Hälfte die Führung (8:7). Die betrug zeitweise drei Tore, zur Pause führte Oranienburg mit 14:12.
Der Rostocker Trainer Michael Jacobsen, der gerade in der ersten Halbzeit das sonst so gewohnte schnelle Spiel seines Teams vermisste, sah in der zweiten Hälfte einen etwas engagierteren Auftritt seiner Mannschaft. Aber ohne nennenswerte Wirkung. Als der OHC Mitte der zweiten Halbzeit von sechs Angriffen in Folge fünf in den Sand setzte, war das eigentlich der Zeitpunkt für eine Wende zugunsten der Rostocker, aber sie nutzten dieses Momentum nicht, da der OHC in der Abwehr weiterhin stark agierte und Torwart Paul Porath in dieser Phase einige wichtige Bälle parierte.
Dennoch schienen die Gastgeber in der Crunch-Time mehr Ausdauer, Spielglück und Treffsicherheit zu haben (27:25/55.). Aber da waren ja noch die Oranienburger, die zu dem Zeitpunkt immer noch in akuter Abstiegsgefahr steckten und sich zu keiner Zeit aufgaben. Angetrieben vom unverwüstlichen Sebastian Damm, hatten sie beim 27:27 wieder ausgeglichen. Rostock legte per Siebenmeter 40 Sekunden vorm Ende erneut vor (28:27 durch den sechsfachen Schützen Tim Uhl). Nach einer Auszeit spielte der OHC seinen Angriff in Ruhe aus. Anton-Luis Wagner-Douglas netzte ein: 28:28. Es gab noch einen Schreckmoment für die Gäste: Marc Pechstein (Rostock) warf den Ball postwendend ins OHC-Tor – doch einen Bruchteil einer Sekunde nach der Schlusssirene. Der OHC hatte den Rostockern einen kaum für möglich gehaltenen Punkt abgeknöpft und vergoldete den mit dem Klassenerhalt.
HC Empor Rostock – Oranienburger HC 28:28 (12:14)
Rostock: Wetzel, Malchow – Dias (1/1), Scheminski, D. Mehler (1), Siegler (1), Steinberg, Schütze (1), Uhl (12/6), Hauenstein, Pratschner (4), Horlitz, Gansau (1), Pechstein (3), Lößner (4)
Oranienburg: Mestrovic, P. Porath – Gerntke (1), Petrowa (2), Plaul (4), Jantzen (6/3), Damm (4), Wagner-Douglas (5), Lux (4), Fritz (2), Magalhães, Hartung, Williams
Mit Eurem Unternehmen den Handball unterstützen?
Jetzt Sponsor werden



