Ist das bitter! Der HSG Ostsee N/G, die sich in den vergangenen Wochen Spiel für Spiel und Punkt für Punkt eine hervorragende Ausgangslage im Abstiegskampf erarbeitet und sich das Entscheidungsspiel gegen den Oranienburger HC verdient hatte, versagten ausgerechnet in diesem so wichtigen Duell die Nerven. Gegen den etablierten Drittligisten, der sich in den vergangenen Jahren stets im oberen Tabellendrittel wiederfand und in dieser Saison erstmals selbst im Abstiegskampf steckt, musste man am Ende eine 25:27 (11:13)-Niederlage hinnehmen. Damit liegt die HSG Ostsee N/G bei noch drei ausstehenden Spielen einen Punkt hinter den Oranienburgern, die nicht nur das direkte Duell für sich entschieden haben, sondern zudem das deutlich leichtere Restprogramm vor der Brust haben.
HSG Ostsee N/G lässt den OHC in der ersten Halbzeit am Leben
Dabei sah es zu Beginn noch ganz anders aus. Der Oranienburger HC startete in der Offensive mit dem 7-gegen-6, stellte die HSG Ostsee damit jedoch zunächst vor keine allzu großen Probleme. Ein 4:0-Lauf zwischen der 8. und 12. Spielminute zum 6:3 wirkte bereits wie eine kleine Vorentscheidung. Als HSG-Keeper Maximilian Minning in der 14. Minute zudem einen Siebenmeter parierte und die Ostsee-Männer einen technischen Fehler der Gäste für einen Wurf auf das leere Tor nutzen konnten, schien alles für einen weiteren Ausbau der Führung bereitet. Doch der Ball fand nicht den Weg ins Tor. Auch ein anschließender Tempogegenstoß blieb ungenutzt, sodass die Oranienburger Stück für Stück zurück ins Spiel fanden. Mit einem Doppelschlag von Nicolai Jantzen gingen die Gäste in der 24. Minute erstmals mit 10:9 in Führung. Die HSG Ostsee verlor nun den Zugriff auf die Partie. Bezeichnend dann die Schlussphase der ersten Hälfte: Nachdem man den vermeintlich letzten Angriff der Oranienburger noch verteidigt hatte, führte ein Fehlpass im eigenen Spiel sofort zum nächsten Tempogegenstoß, den die Gäste zum 13:11-Halbzeitstand verwandelten.
Oranienburg gewinnt das Siebenmeter-Festival – Tim Claasen droht das Saisonaus
Die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Immer wieder profitierten die Oranienburger dabei von Rückraumspieler Sebastian Damm, der zahlreiche Siebenmeter für seine Mannschaft herausholte. Insgesamt wurden dem OHC 11 Siebenmeter zugesprochen, von denen 9 verwandelt wurden. Damit fiel jedes dritte Tor der Brandenburger vom Siebenmeterpunkt. Auch die HSG Ostsee kam auf 7 Strafwürfe, von denen 5 im Tor landeten.
So hielten die Oranienburger ihre Zwei-Tore-Führung über weite Strecken der zweiten Halbzeit, ehe Nick Deleske die HSG Ostsee in der 53. Spielminute noch einmal mit 23:22 in Führung brachte. Doch in der entscheidenden Phase wurde das Spiel der Ostsee-Männer erneut zu fahrig. Zu frühe Abschlüsse und individuelle Fehler brachten die Gäste zurück in die Spur. In den letzten sieben Minuten legte Oranienburg dann einen 5:2-Lauf hin und sicherte sich damit einen unterm Strich verdienten 27:25-Auswärtssieg.
Damit spitzt sich die Situation für die HSG Ostsee N/G im Abstiegskampf weiter zu. Besonders bitter: Für den Rest der Saison droht den Ostsee-Männern nun auch noch der Ausfall von Spielmacher Tim Claasen, der sich an der Schulter verletzte.



