Oranienburger Handballer triumphieren beim SC Magdeburg II mit 35:32
Die letzten Sekunden liefen gnadenlos von der Uhr und die Magdeburger konnten nichts mehr ausrichten. Auf der Oranienburger Bank hüpften die Spieler, auf der Tribüne erlebten die mitgereisten Fans euphorisierende Schübe. Die zwei Punkte waren dem Oranienburger HC nicht mehr zu nehmen – die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt. Das ist alles, was zählt. Der Oranienburger HC wird weiterhin in der 3. Liga spielen.
„Diese Situation – Klassenerhalt oder Abstieg – war in den letzten Tagen natürlich präsent. Wir wussten, worum es geht“, sagte Rechtsaußen Julius Porath. „Wir waren es allen Trainern, die wir in dieser Saison hatten, den Fans und natürlich auch uns schuldig, die Klasse zu halten, und zwar möglichst schnell – ohne auf andere Mannschaften wie die Füchse Berlin II zu schauen und ob sie uns möglicherweise helfen können, indem sie Abstiegsmitkonkurrenten schlagen.“
Der OHC hat es in einem hochspannenden Spiel aus eigener Kraft geschafft und verwandelte im Kampf um den Ligaverbleib gleich den ersten von vier Matchbällen. 35:32 triumphierte das Oberhavel-Team gegen die Youngsters des SCM in einem Duell, das geprägt war von vielen Aufs und Abs. Entschieden wurde es in den letzten sechs Minuten mit einem 6:1-Lauf des OHC, der 29:31 zurückgelegen hatte (54.). Anderthalb Minuten vorm Ende war immer noch alles offen (32:32). In dieser Crunchtime spielte Erik Gerntke zwei geniale Pässe an den Kreis: Per Kempa lochte Aaron Krai zum 32:33 ein, dann lief sich Linksaußen Dennis Schmöker am Kreis frei, bekam den Ball und traf zum 32:34. Die Magdeburger scheiterten in jener Schlussphase an Torwart Teo Mestrovic und am Torgebälk. Dass Anton Wagner-Douglas zwei Sekunden vorm Ende sogar noch den 35. Treffer erzielte, machte aus Oranienburger Sicht alles noch schöner.
Die Magdeburger Youngsters forderten den OHC ganz und gar. „Das wussten wir, es war das erwartet schwere Spiel. Sie laufen von der ersten bis zur letzten Sekunde“, so Oranienburgs Coach Hennig Jantzen. Der Gastgeber führte anfangs (8:5/10. Minute), dann drehte der OHC das Spiel, lag zur Pause selbst mit 18:15 in Front.
Nach dem Wechsel ging es vor 673 Zuschauern binnen weniger Minuten in die andere Richtung. Inkonsequent abgeschlossene Angriffe des OHC machten das möglich. SCM-Torwart Oskar Stieglitz lief dabei zur Hochform auf, parierte viele Bälle. Das Oranienburger Trainerteam versuchte, die gesamte Breite des Kaders zu nutzen, um Kräfte zu sparen. „Das nutzte Magdeburg“, so Henning Jantzen über jene Phase, nach der Magdeburg 29:26 führte (49.). Aber die starke Abwehr und die Paraden von Torwart Teo Mestrovic sowie etwas Glück brachten den OHC wieder ins Spiel. „Ich denke, es war vor allem auch unsere Moral“, meinte Kapitän Dennis Schmöker über die Rückkehr seines Teams, das in den letzten 90 Sekunden seine Chancen effektiv nutzte und sich neben den zwei Punkten auch den Verbleib in der 3. Liga sicherte.
Das Interimstrainerteam Henning Jantzen, Michael Jantzen und Marcus Schmöker hat die Mission Klassenerhalt mit der Mannschaft schon nach der Hälfte der Einsätze erfüllt. „Es war nicht damit zu rechnen, dass der Spirit die Mannschaft so schnell erreicht“, sagte Henning Jantzen, der insbesondere das Prunkstück Abwehr explizit lobt. In Magdeburg zudem nicht nur wegen ihrer Tore auffällig: der wieder bärenstarke Kreisläufer Fabian Plaul, Aaron Krai (je 9), Dennis Schmöker (7) und Anton Wagner-Douglas (4).
Magdeburg: Kleinsteuber, Liehr, Bahr (1), Hensen (1), Johnson, Hein (3), Heiß, Daniel (4), Lange (12/3), Stieglitz, Lücke, Bialas (5), Döbbel (2), Hammer (4)
Oranienburg: Mestrovic, P. Porath, Harries – Gerntke (1), Krai (9), Schmöker (7/3), Plaul (9), Jantzen, Damm (3), Wagner-Douglas (4), Lamp, Lux (1), Fritz, J. Porath (2), Williams, Ehmke

