Der TV Hannover-Badenstedt hat am Samstag eine bittere Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Trotz einer starken ersten Halbzeit und einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung unterlag Hannover beim Frankfurter HC mit 29:30 (17:13). In einer hitzigen Brandenburg-Halle mit 623 Zuschauern kippte die Partie nach dem Seitenwechsel komplett – und Hannover musste die lange Rückreise ohne Punkte antreten.
Starker Beginn: Hannover dominiert die erste Halbzeit
Hannover startete konzentriert und effektiv in die Begegnung. Nach dem frühen 0:1 entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch, doch ab der 10. Minute übernahm der TV Hannover-Badenstedt zunehmend die Kontrolle.
Mit einer stabilen Deckung, guten Lösungen im Rückraum und hoher Effizienz im Abschluss setzte sich Hannover Schritt für Schritt ab.
Über 6:8, 9:12 und 11:15 erspielte sich der TV Hannover-Badenstedt eine komfortable Führung. Kurz vor der Pause erhöhte die Niedersachsinnen auf 13:17 – ein verdienter und souveräner Halbzeitstand, der die spielerische Überlegenheit der Gäste widerspiegelte.
Frankfurt kommt mit Wucht aus der Kabine
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild jedoch schlagartig. Der FHC kam mit deutlich mehr Energie aus der Kabine, während Hannover den Rhythmus verlor.
Angeführt von der überragenden Joana Rafaela Pires (12 Tore) und der starken Adele Kasper (6 Tore) verkürzte Frankfurt Tor um Tor. In der 38. Minute fiel der Anschluss zum 18:19, kurz darauf glich Pires per Siebenmeter zum 19:19 aus.
Hannover fand in dieser Phase kaum Lösungen gegen die nun aggressive Frankfurter Deckung. Zeitstrafen gegen Wills und Rohr erschwerten zusätzlich den Spielfluss. Frankfurt nutzte die Überzahlsituationen konsequent und drehte die Partie beim 23:22 erstmals zu seinen Gunsten.
Spiel kippt – TVHB kämpft, aber Frankfurt bleibt vorne
Der TV Hannover-Badenstedt stemmte sich gegen den Umschwung, doch Frankfurt spielte sich in einen Rausch. Zwischen der 47. und 52. Minute erzielte der FHC fünf Treffer in Serie und setzte sich auf 28:24 ab – die Halle tobte, Hannover wirkte beeindruckt.
Erst in der Schlussphase stabilisierte sich Hannover wieder. Wills, Niemann und Meyer verkürzten auf 30:28, ehe Emma Niemann 8 Sekunden vor Schluss zum 30:29 traf. Für mehr reichte es jedoch nicht mehr – Frankfurt rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.
Eine Halbzeit stark – eine Halbzeit ohne Zugriff
Die Niederlage ist vor allem deshalb bitter, weil Hannover über weite Strecken der ersten Hälfte das klar bessere Team war. Doch die zweite Halbzeit zeigte, wie schnell ein Spiel kippen kann, wenn der Gegner mit Rückenwind aus der Kabine kommt und man selbst den Zugriff verliert.
Frankfurt profitierte von einer deutlich verbesserten Abwehr, einer überragenden Pires und der lautstarken Halle, die das Team nach vorne peitschte.
Hannover hingegen fehlten in der zweiten Hälfte Tempo, Präzision und defensive Stabilität. Die drei genommenen Auszeiten konnten den Trend nicht mehr entscheidend brechen.
Mit der Niederlage verpasst der TV Hannover-Badenstedt wichtige Auswärtspunkte und bleibt im Tabellenmittelfeld. Frankfurt hingegen sammelt im Abstiegskampf enorm wichtige Zähler und bestätigt den Aufwärtstrend der letzten Wochen.
Aufstellung und Tore:
Ronja Speidel und Lotta Willuhn im Tor, Leni Köwing (5), Chiara Rohr (5/2), Marlen Wills (5), Pia Döpke (3), Emma Niemann (3), Nele Kurok (2), Elies Mertens (2), Monja Nagel (2), Jule-Marie Jördens (1), Hanna Meyer (1), Annika Hanne, Minou Pohlai, Nelli Scharf und Lena Seehausen.


