Designierter Meister soll den Titel „nicht in der Holmberghalle feiern“
Die Handballerinnen des TSV Nord Harrislee befinden sich im breiten Mittelfeld der 3. Liga Nord. Zuletzt konnte das Team von Hendryk Jänicke aber zwei Siege feiern. Im Viertelfinale des HVSH-Pokals gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nord, der HSG Eider Harde, gab es am vergangenen Freitagabend einen 38:27-Erfolg. Nur knapp 22 Stunden später sicherten sich die Nordfrauen einen 34:33-Auswärtssieg beim TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck. „Wir haben dort schon mit drei Toren geführt. Aber ein zweites Spiel in der Crunch-Time binnen so weniger Stunden, da muss man Verständnis haben, dass die Spritzigkeit in der Schlussphase fehlte. Insgesamt hat sich die Mannschaft an dem Wochenende sehr gut präsentiert“, sprach Hendryk Jänicke seinem Team ein Gesamtlob aus.
Topspiel gegen das Topteam der 3. Liga Nord
Und er setzt am Samstag darauf, dass die Nordfrauen sich erneut stark präsentieren. Denn um 15 Uhr gastiert der verlustpunktfreie Tabellenführer SV Todesfelde in der Harrisleer Holmberghalle. Die Gäste aus dem Raum Bad Segeberg spielen eine Fabelsaison und haben alle ihre bisherigen 16 Saisonspiele gewonnen. Mit 32:0 Punkten rangieren sie so mit zehn Minuszählern vor dem Tabellenzweiten SV Grün-Weiß Schwerin auf dem Platz an der Sonne. „Sie werden noch die fehlenden Punkte in den letzten sechs verbleibenden Saisonspielen zur Meisterschaft holen. Doch sie sollen auf keinen Fall bei uns in der Holmberghalle Meister werden. Es ist ein Derby und unsere Mannschaft und unser gesamtes Trainerteam ist natürlich heiß darauf, Todesfeldes Serie als Erste zu brechen und gegen sie zu punkten“, sagt Hendryk Jänicke kämpferisch. Grund zur Hoffnung, dem starken Ligaprimus ein oder beide Beine zu stellen, besteht auf jeden Fall. Denn das Hinspiel verloren die Nordfrauen nur knapp mit 27:29 Toren. Ende Oktober 2025 war der TSV Nord Harrislee immer dran am SVT, doch bei Zwei-Tore-Rückständen gelang es nicht, den Anschlusstreffer oder gar den Ausgleich zu erzielen. Das Momentum lag immer auf Seiten des SV Todesfelde. „Da war mehr drin“, sagte Hendryk Jänicke schon im vergangenen Herbst. Und im Rückspiel, gilt es, die Schaltzentrale der Gäste in den Griff zu bekommen. „Franziska Haupt ist die überragende Spielerin der 3. Liga Nord. Bei den Feldtoren ist sie in der Kategorie die Beste. Aber auch als Siebenmeterschützin ist sie souverän. Franzi müssen wir unbedingt in den Griff bekommen“, sagt der Nord-Trainer voller Respekt über die Ausnahmespielerin, die schon für den Buxtehuder SV in der Bundesliga und die „Raubmöwen“ des TSV Travemünde in der 2. Bundesliga aktiv war. Mit 167 Treffern, davon 27 von der Strafwurfmarke, zieht Franziska Haupt so souverän ihre Kreise in der Torjägerliste, wie ihr gesamtes Team in der 3. Liga Nord. „Mit Rieke Thal hat der SV Todesfelde zudem die beste Kreisläuferin in ihren Reihen. Sie hat alle ihre 85 Tore aus dem Feld erzielt, mehr als jede andere Kreisläuferin. Das spricht für ihre überragende Qualität“, lobt Hendryk Jänicke die Vollstreckerin aus der Nahwurfzone, die wie Franziska Haupt, bei Ballbesitz kaum zu stoppen ist.
Gegen kollektiv starke Gäste erfolgreich dagegenhalten
Neben dem Topduo, dass mit insgesamt 252 Toren unter den Top 10 der Liste der Torjägerinnen steht, verteilt sich die Verantwortung beim SV Todesfelde auf weitere leistungsstarke Schultern. „Marie Sophie Grabowski macht es ebenfalls sehr gut und spielt eine starke Saison“, sagt der Harrisleer Trainer über die 65-fache Torschützin, die sehr stabil agiert. Marie Kaps mit 45 Toren ist ebenfalls eine Leistungsträgerin der Gäste aus Bad Segeberg, die von Svea Schüller (43) dicht gefolgt ist. Dahinter befindet sich mit Janina Kardel (39) eine weitere stabile Akteurin. „Mit Lara Röhrig haben sie aus Solingen eine Zweitligaspielerin verpflichten können. Sie macht gegen uns ihr drittes Spiel in der 3. Liga. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich dort schon eingefunden hat. Sie ist auf jeden Fall eine Verstärkung für den SV Todesfelde“, sagt Hendryk Jänicke über den jüngsten Neuzugang des designierten Meisters der 3. Liga Nord, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga auch wahrnehmen will. Aufgrund des Verzichts vieler anderer 3. Liga Vereine, kann der Meistertitel schon den Sprung ins Bundesligaunterhaus bedeuten. Doch diesen sollen sie nicht in der Harrisleer Holmberghalle feiern. Dabei muss Hendryk Jänicke neben der Langzeitverletzten Madita Jeß auch auf Caya Uhl aus der eigenen zweiten Mannschaft verzichten. „Zudem steht Lone Tolksdorf auch nicht zur Verfügung“, sagt der Harrisleer Trainer, der sich aber auf das Dabeisein seines Wintertransfers freuen kann. „Nele Nickel, die Schwester von Sandra Nickel, wird uns bis zum Saisonende helfen. Sie wohnt in Niedersachsen und stößt extra zu den Spielen zu uns. Sie hat mit Leonie Mettner gemeinsam in Buxtehude gespielt. Ihre ersten beiden Spiele für und hat sie sehr gut gespielt. Sie ist eine tolle Unterstützung für uns“, sagt der Harrisleer Coach und schaut positiv nach vorne. „Gegen Todesfelde ist ein Derby und das wollen wir versuchen, zu Hause zu gewinnen. Das ist auf jeden Fall unser klares Ziel“, sagt Hendryk Jänicke mit Lust auf das Topspiel in der Harrisleer Holmberghalle.
Jörn Saemann


