Im weiteren Doppelpack wieder zwei Siege im Visier
Die Handballerinnen des TSV Nord Harrislee haben derzeit ein wechselhaftes Programm in der 3. Liga Nord zu bewältigen. Zwischen Spielverlegungen und längeren Pausen, steht aber auch der Spielstress in knapp 22 Stunden. Vor drei Wochen bestanden die Nordfrauen den ersten Doppelpack, als sie in der heimischen Holmberghalle an einem Freitagabend die HSG Eider/Harde im HVSH-Landespokal mit 38:27 besiegten und tags darauf mit 34:33 beim TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck erfolgreich waren. Vier Punkte in zwei Partien, sind auch wieder das Ziel von Hendryk Jänicke an diesem Wochenende. „Auch wenn es wieder ein schweres Programm ist, wir wollen beide Spiele gewinnen“, sagt der Nord-Trainer vor dem erneut anspruchsvollen Programm. Denn am Freitagabend (20:15 Uhr), erwartet er mit seinem Team den designierten Vizemeister SV Grün-Weiß Schwerin in der Harrisleer Holmberghalle. Am Samstag (18 Uhr), sollen die Nordfrauen dann beim abstiegsgefährdeten Tabellenvorletzten SFN Vechta bestehen. „Das sind zwei Spiele, mit verschiedenen Vorzeichen“, sagt Hendryk Jänicke, der die Unterschiede zwischen Topteam und um den Klassenerhalt kämpfende Gastgeberinnen an diesem Wochenende aber kaum als Ansatz sieht, eine Partie auch nur auf die leichte Schulter zu nehmen. „Schwerin hat den drittschlechtesten Angriff, dafür aber die beste Abwehr der 3. Liga und steht mit 22 Punkten auf Platz zwei. Vechta hingegen hat zwar die schlechteste Abwehr, dafür aber den drittbesten Angriff und steht mit neun Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Das ist schon krass“, sagt der Harrisleer Trainer mit Blick auf die Statistik.
Gegen Schwerin mit viel Bewegung agieren
Im Heimspiel gegen den SV Grün-Weiß Schwerin, rechnet Jänicke wieder mit einem sehr gefährlichen Gegner, der sich sicherlich für die knappe 25:26 Hinspielniederlage in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern revanchieren will. „Wir haben dort mit einem Tor gewonnen, als unsere überragende Fina Walluks zwölf Sekunden vor Schluss den Siegtreffer gemacht hat“, erinnert sich der Trainer noch genau an die Partie, als die mit acht Toren erfolgreiche junge Außenspielerin für großen Jubel und den ersten Saisonsieg der Nordfrauen sorgte. Damals gelang es seiner Mannschaft, dass Tempospiel der Schwerinerinnen im Zaum zu halten. „Das müssen wir auch diesmal wieder hinbekommen. Dazu ist es nötig, dass wir im Angriff mit viel Bewegung agieren. Denn Schwerin spielt eine sehr offensive 3-3 Deckung und will dadurch technische Fehler und Ballverluste provozieren. Das heißt, dass wir mit sehr viel Übersicht spielen müssen und dass ihre Außen, die auf den Halbpositionen spielen, nicht zu Tempogegenstößen einladen“, sagt der Harrisleer Coach, der dabei auch viel Konzentration im Abschluss einfordert. „Da müssen wir sehr effektiv gegen die starke Schweriner Torhüterin Zoe Lorisch sein. Sie ist eine der besten Torhüterinnen der 3. Liga Nord. Sie ist auch im Eins gegen Eins sehr stark. Wir dürfen sie also nicht ins Spiel kommen lassen“, mahnt Hendryk Jänicke und hofft auf eine sehr gute Angriffsquote.
Gegen um den Klassenerhalt kämpfende SFN Vechta wachsam sein
Dies gilt auch für das Gastspiel nur knapp 22 Stunden später in Vechta. „Sie werden sicherlich darauf setzten, dass wir nach dem ersten Spiel und der Fahrt zu ihnen sehr müde sind und ihre Chance nutzen wollen. Die zweite Mannschaft des Buxtehuder SV II hat einen Puffer von vier Punkten auf Vechta, doch gemeinsam mit dem Frankfurter HC, die zehn Punkte haben und Henstedt-Ulzburg, mit acht Punkten, stehen sie mit neun Zählern direkt dazwischen. Da der TSV Altenholz nicht für die neue Saison gemeldet hat, spielen die drei Tabellenelften der dritten Ligen um einen freien Platz für den Klassenerhalt. Platz zehn reicht, um in der 3. Liga Nord zu bleiben“, beschreibt Hendryk Jänicke dabei das Szenario in der Nord-Staffel. Auf Rang elf steht Vechta also aktuell im Hoffnungslauf, aber auch zwischen Hoffen und Bangen auf die direkte Rettung oder den direkten Abstieg. „Sie werden alles geben und haben eben ihren sehr guten Angriff. Vor allem über das Spiel an den Kreis sind sie sehr gefährlich. Dort ist mit Svenja Ruhöfer ihre beste Torschützin, die auch von der 7-Meter Marke sehr sicher ist“, sagt Jänicke über die mit 132/62 Treffern überragende Nahwurfschützin der Gastgeberinnen, was sie hinter der Ausnahmespielerin aus Todesfelde, Franziska Haupt (176/27) auf Rang zwei der Torschützenliste der 3. Liga Nord bringt. Und auch die starke Zuspielerin des SFN Vechta will der Nord-Coach in den Griff bekommen. Maya Janßen zieht auf der Position Rückraum Mitte geschickt die Fäden und beherrscht das Kreisanspiel auf Svenja Ruhöfer optimal. Sie sind sehr eingespielt. Maya Janßen geht in der nächsten Saison zum Rostocker HC in die zweite Bundesliga. Das spricht für sie, denn sie ist eine sehr gute Spielmacherin“, sagt Hendryk Jänicke warnend vor dem Kopf des Spiels der SFN Vechta. Der Harrisleer Trainer kann am Freitag, auf Caya Uhl aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen. Am Samstag, steht Lone Tolksdorf aus der A-Jugend des Handewitter SV auf jeden Fall im Kader. „Ansonsten müssen wir weiter mit unserem kleinen Kader in den zwei schweren Spielen am Wochenende bestehen. Dennoch bleibt unsere Zielsetzung, zwei Siege“, sagt Jänicke kämpferisch und positiv gestimmt.
Jörn Saemann



