Nordfrauen im Pokal und der 3. Liga gefordert
Die Handballerinnen des TSV Nord Harrislee befinden sich im Stressmodus. Anders ist die derzeitige Abarbeitung des Spielplans kaum zu beschreiben. Denn nach zwei Doppelspieltagen in den vergangenen drei Wochen, als am Freitagabend und Samstag gespielt wurde, ist die Mannschaft von Hendryk Jänicke diesmal binnen 44 Stunden in einem Doppelpack gefordert. Denn am Donnerstag (20.15 Uhr), erwarten die Nordfrauen den TSV Altenholz zum Halbfinalspiel des HVSH-Landespokals in der Holmberghalle Harrislee. Am Samstag (18 Uhr), steht dann das nächste Derby an. Im Punktspiel der 3. Liga geht es zum SV Henstedt-Ulzburg. „Zwei Derbys in zwei Tagen ist etwas Besonderes. Darauf haben wir Lust und wollen beide Spiele gewinnen“, sagt Hendryk Jänicke voller Vorfreude.
Finale gegen hochmotivierten Gegner im Visier
Der Partie gegen den TSV Altenholz ist dabei eine große Bedeutung für die Nordfrauen zuzukommen. „Es ist ein K.O. Spiel. Es geht um den Einzug ins Pokalfinale. Da wollen wir hin. Auch wenn für uns die Entfernung zum Finalort Mölln sehr weit ist, haben wir natürlich die große Motivation, den Pokal dort zu gewinnen. Letztes Jahr ist und das gelungen und wir wollen das wiederholen“, sagt der Harrisleer Trainer, der mit seinem Team somit als Titelverteidiger ins Halbfinale in der Holmberghalle geht. Aber er weiß auch um die Stärke der Gäste aus dem Stadtteil der Landeshauptstadt Kiel. „Altenholz hat keine Lizenz für die kommende Saison in der 3. Liga Nord beantragt. Einige Spielerinnen beenden ihre Karriere, einige wechseln den Verein. Es werden nur wenige Spielerinnen in Altenholz bleiben. Da die aktuelle Mannschaft somit auseinanderbricht, werden sie in dieser Konstellation hochmotiviert sein. Es ist ihre letzte Chance, gemeinsam einen Titel zu gewinnen. Und den Pokal zu holen, wäre für sie sicherlich eine Genugtuung“, sagt der Nord-Coach. Die Gäste werden in der Spielzeit 2026/27 also unterklassiger starten, könnten für den TSV Altenholz aber ein großes Vereinskapitel der jüngeren Historie im Frauenhandball schreiben. Dies gelang ihnen schon vor einem Monat, als sie den makellosen 3. Liga Tabellenführer SV Todesfelde (36:0 Punkte) in deren Halle überraschten und im Pokal-Viertelfinale mit 24:23 Toren triumphierten. „Das war eine Überraschung“, sagt auch Hendryk Jänicke. Denn wettbewerbsübergreifend, war es die bisher einzige Todesfelder Niederlage in der Saison 2025/26. Bei der Partie dort, war Torhüterin Leona Weidmann eine der Erfolgsgarantinnen. „Wenn sie einmal heiß läuft, dann ist sie kaum zu überwinden“, sagt Hendryk Jänicke voller Respekt. Im Rückraum sind Maria Molge und die aus unserer Region stammende Jane Burmeister, die in der Jugend für den TSV Nord Harrislee spielte, Taktgeberinnen in der Spielgestaltung. „Auch Jule Steingräber ist eine Leistungsträgerin, die man immer im Blick haben muss. Und auch auf Lena Hewig müssen wir achten. Sie sorgt für schnelle und einfache Tore von der Außenposition“, sagt Hendryk Jänicke warnend vor einem weiteren Duo. „Altenholz steht wie wir im Mittelfeld der 3. Liga und hat eine richtig gute Mannschaft. Da müssen wir sehr aufpassen. Aber wir wollen ins Pokalfinale“, ergänzt der Harrislee Trainer. Der Endspielgegner steht schon fest. Der SV Henstedt-Ulzburg qualifizierte sich durch einen 30:26 Heimsieg gegen den Regionalligazweiten HG OKT für das Final-Event in Mölln am 1. Mai.
Mit Respekt zum 3. Liga Schlusslicht
Ausgerechnet vor die Tore Hamburgs müssen die Nordfrauen am Samstagabend. Und dort geht es vor allem für die Gastgeberinnen aus Henstedt-Ulzburg um zwei ganz eminent wichtige Punkte. „Henstedt-Ulzburg steht als Tabellenletzter mit dem Rücken zur Wand. Sie kämpfen gemeinsam mit Vechta und Frankfurt/Oder um den Klassenerhalt. Sie müssen noch in beiden direkten Duellen auswärts antreten und haben das schwerere Restprogramm“, sagt der Harrisleer Trainer, der so auch 44 Stunden später mit einem extrem motivierten Gegner rechnet. „Die drei Mannschaften sind nur drei Punkte auseinander. HU wird das Heimspiel gegen uns nicht nur gewinnen wollen, sondern auch müssen. So werden sie alles geben. Aber wir wollen nichts abschenken. Es ist ein Derby, dass wir selbst unbedingt gewinnen wollen“, sagt Jänicke, der trotz des letzten Tabellenplatzes um das Potenzial der Gastgeberinnen weiß. „Mit Tara Richter haben sie eine ehemalige Nord-Spielerin in ihren Reihen, die mit 97 Treffern die beste Torschützin von HU ist. Auf sie gilt es aufzupassen. Im rechten Rückraum ist Jana Schmütz sehr gefährlich. Sie ist die zweitbeste Torjägerin mit 65 Toren. Aus der zweiten Reihe ist Henstedt-Ulzburg also sehr stark“, fügt der Harrisleer Trainer hinzu. Auch Emilie Wolff mit 56 Treffern ist zu beachten, denn sie drückt dem Spiel der Gastgeberinnen ihren Stempel auf. Annika Günther und Emma Hüge mit 49, beziehungsweise 47 Toren, gehören ebenfalls zu den Leistungsträgerinnen. Dahinter verteilt sich die Verantwortung auf mehrere Schultern. „Henstedt-Ulzburg hat den Druck und muss gegen uns gewinnen, damit sie dran bleiben an Vechta und Frankfurt/Oder. Denn danach müssen sie zu den beiden Konkurrenten“, sagt der Nord-Coach, stellt aber klar. „Wir wollen zwei Derbysiege binnen zwei Tagen. Das ist das Ziel“, sagt Hendryk Jänicke.
Jörn Saemann


