Nach der Niederlage beim TV Hüttenberg (34:37) steht für den TUSEM Essen gleich das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Am Freitagabend (20. Februar) sind die Essener beim bislang sieglosen Schlusslicht HC Oppenweiler/Backnang zu Gast. Anwurf in der Murrtal-Arena ist um 19:30 Uhr.
Allmählich könnte man im Jargon des Sportjournalismus von einem „Angstgegner“ sprechen: Am vergangenen Samstag hat der TUSEM Essen gegen den TV Hüttenberg mit 34:37 verloren, für die Mittelhessen war es der sechste Sieg in Serie gegen die Essener. Die Ursache für die Niederlage schien schnell gefunden: Der TUSEM verschlief die ersten 15 Minuten komplett, lag bereits früh deutlich im Hintertreffen. Als Hüttenbergs David Kuntscher nach 17 Minuten zum 16:8 traf, drohte für die Essener eine richtig herbe Klatsche. Und doch muss man bei der Ursachenforschung differenzieren, denn: In der Folge spielten die Essener groß auf, verkürzten dreieinhalb Minuten vor der Halbzeitsirene auf 18:20. Zwar ging der TUSEM mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Kabine, hatte aber trotz dieses eklatanten Fehlstarts alle Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein offenes Duell, die Essener Abwehr stand insgesamt besser als noch in den ersten 30 Minuten. Das Problem: Vorne ließ der TuSEM diverse freie Bälle liegen, TVH-Schlussmann Yahav Shamir brachte die Essener reihenweise zur Verzweiflung. So liefen die Hövels-Schützlinge permanent einem Rückstand hinterher, was unglaublich kräfteraubend war. Linkshänder Alexander Schoss musste bereits nach fünf Minuten verletzt von der Platte, in der Crunchtime erwischt es dann noch Vizekapitän Tim Mast, der humpelnd die Platte verließ. Gewiss: Eine Niederlage bei den heimstarken Hüttenbergern ist beileibe kein Beinbruch, dennoch war für die Essener mehr drin, wie auch Kenji Hövels in der nachfolgenden Analyse feststellte: „Wir haben uns im Wesentlichen zwei Dinge angeschaut. Den schlechten Start und auch die Momente, wo wir das Spiel trotzdem noch auf unsere Seite ziehen können. Ich finde dennoch, dass wir mental einen Schritt gemacht haben. Auswärts machen aber eben kleine Details den Unterschied.“
Oppenweiler/Backnang wartet auf den ersten Saisonsieg – TUSEM auswärts noch sieglos
Der TUSEM muss allerdings schnell einen Haken an die Partie machen, die kommende Woche mit drei Spielen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf wird richtungsweisend. Den Auftakt macht das Auswärtsspiel beim Aufsteiger HC Oppenweiler/Backnang. Die Süddeutschen sind auch nach 19 Saisonspiel ohne Sieg, haben bislang lediglich zwei Punkte durch Unentschieden auf dem Konto. In der Winterpause hat der HCOB mit dem Portugiesen Rui Silva einen neuen Trainer vorgestellt, der zuletzt beim AEK Athen tätig war. In den ersten beiden Spielen unter seiner Regie ging Oppenweiler/Backnang leer aus, gegen Hüttenberg und Coburg kassierte der HCOB deutliche Niederlagen. Und dennoch wird sich der Aufsteiger um den Ex-Essener Felix Klingler gegen den TUSEM durchaus was ausrechnen, denn: Die Essener warten weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg. Das Hinspiel kann der Hövels-Sieben durchaus Mut machen, am 3. Spieltag gewann der TUSEM gegen den HCOB überdeutlich mit 36:20. Zum Auftakt in die englische Woche zählen für die Essener nur zwei Punkte, Kenji Hövels erklärt, wie der erste Auswärtssieg gelingen soll: „Der HCOB hat einen sehr durchschlagskräftigen Rückraum, ist dort sehr torgefährlich. Daher müssen wir eine gute Abwehr stellen, um in unser Tempospiel zu kommen. Vom Mindset gehen wir nicht großartig anders als die Partie heran als bei anderen Spielen, aber wir wissen, dass das Spiel aufgrund unserer Situation sehr wichtig ist.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich auf die weite Reise macht, um die Jungs vor Ort zu unterstützen. Tickets für die Partie gibt es unter https://hcob.ditix.shop/. DYN überträgt die Partie live und on demand, Start der Übertragung ist um 19:10 Uhr.



