Der 1. VfL Potsdam hat die Saison in der 2. Handball-Bundesliga mit einer Niederlage beendet: Am Sonnabend (6. Juni) unterlag die Mannschaft um Cheftrainer Emir Kurtagic dem VfL Eintracht Hagen mit 30:34 (14:16). Vor 1400 Fans in der MBS-Arena waren Nicolas Paulsteiner (Potsdam/7 Treffer) und Pierre Busch (Hagen/10) die erfolgreichsten Torschützen ihrer Teams.
Dass der Gastgeber die erste Saison nach dem Abstieg aus dem Oberhaus auf einem starken vierten Rang beenden wird, stand bereits vor dem Anpfiff fest. Gleich drei Vertragsverlängerungen sorgten wenige Minuten vor Spielbeginn dagegen für große Freude: Torhüter Frederik Höler, Linksaußen Marvin Siemer und Rechtsaußen Max Günther werden auch in der kommenden Saison im Adlerhorst auf der Platte stehen.
Noch emotionaler wurde es nach der Partie, als ein Quartett verabschiedet wurde. Neben Jannek Klein, Dustin Kraus und dem aus Dahlewitz stammenden Kreisläufer Nicholas Schley verlässt auch Nils Fuhrmann seine Heimat Richtung HC Elbflorenz Dresden. Das Eigengewächs hat den Weg von der F-Jugend bis in die stärkste Liga der Welt mitgeprägt und schlägt nach 14 Jahren beim VfL ein neues Kapitel auf. Auch einige Protagonisten hinter dem Team werden sich künftig einer anderen Aufgabe widmen.
Den großen Applaus hatten sich allesamt redlich verdient – auch wenn es beim Saisonfinale aus sportlicher Sicht nicht so lief wie erhofft. Die Gäste aus Nordrhein-Westfalen reisten als Tabellennachbar an und brauchten noch einen Punkt, um die Spielzeit sicher auf Rang fünf zu beenden. Und so trat die Eintracht auch auf: Hagen legte stets vor, beim 4:4 (10. Minute) begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe.
Auch danach waren die vom einstigen tschechischen Nationalspieler Pavel Prokopec, der 2006 als Spieler mit den Füchsen Berlin in die 1. Bundesliga aufstieg, trainierten Gäste immer einen Schritt schneller – und bis auf wenige Potsdamer Ausgleichstreffer meist mit mindestens einem Tor in Front. Die Seiten wurden beim 14:16 gewechselt, nach der Pause glich Marvin Siemer noch zum 16:16 (32.) aus.
Es sollte der letzte Gleichstand gewesen sein – nicht ein einziges Mal hatte Potsdam im Heimfinale die Nase vorn. Dementsprechend erkannte auch das lautstarke Publikum an, dass der VfL Eintracht Hagen verdient zwei Punkte gen Westen entführte. Zur Revanche kommt es in der nächsten Saison, wenn sich der diesjährige Tabellenvierte und -fünfte erneut in zwei Partien gegenüberstehen.
1. VfL Potsdam: Höler (9 Paraden), Grundmann (1) – Budde (1), Siemer (6/4), Reichardt (6), Paulnsteiner (7), Bulzamini, Günther (1), Klein, Hildenbrand, Fuhrmann (1), Schley (3), Laskowski (1), Kraus (4), Höllein.
VfL Eintracht Hagen: Bochmann (11 Paraden), Wipf (0) – Düren (2), Norouzinezhad (5), Pröhl (1), Alves (3), Pieczkowski (1), Mielke, Israel (2), Jungemann (2), Kutz (3), Jukic (1), Richter (2), Busch (10/5), von Boenigk (2).




