Der 1. VfL Potsdam hat die Englische Woche so abgeschlossen, wie er sie auch begonnen hatte: mit einer Niederlage. Wie schon dem HC Elbflorenz Dresden (30:34) am vergangenen Sonnabend mussten sich die Adler auch dem TuS N-Lübbecke beugen: Nach 60 umkämpften Minuten stand die 28:30 (14:14)-Niederlage vor 1020 Fans in der heimischen MBS-Arena fest.
Mit sechs Toren war Mittelmann William Reichardt der erfolgreichste VfL-Torschütze, bei den Gästen überzeugte Linksaußen Alexander Schulze mit sieben Treffern. Am Mittwoch glückte ein 37:36-Auswärtserfolg beim VfL Lübeck-Schwartau, nach der jüngsten Pleite ist der Abstand auf das Spitzen-Trio und die beiden Aufstiegsplätze allerdings auf vier Punkte angewachsen.
Die Partie gegen die Ostwestfalen, die auch einst von VfL-Cheftrainer Emir Kurtagic gecoacht wurden, ging zwar verloren. Dennoch war die Freude schon vor dem Anpfiff groß, als verkündet wurde, dass ebenjener Kurtagic seinen Vertrag im Adlerhorst vorzeitig um zwei Jahre verlängert hat und bis 2028 an der Potsdamer Seitenlinie stehen wird.
In der Anfangsphase legte der Gast, trainiert vom früheren kroatischen Ausnahmespieler Davor Dominiković, der unter anderem Weltmeister und Olympiasieger wurde,viermal vor – Potsdam glich viermal aus (9. Minute). Die folgende Phase bestimmte der TuS, welcher vier Tore in Serie warf. Es dauerte jedoch nicht lang, da gelang dem VfL der 9:9-Ausgleich (20.).
Kreisläufer Nicholas Schley war es, der die Hausherren nach 25 Minuten erstmals in Front warf: 11:10. Bis zur Pausensirene war es nun der Gastgeber, welcher stets vorlegte – Lübbecke gelang aber immer wieder der Ausgleich. Dustin Kraus scheiterte mit der letzten Aktion an Durchgang eins an TuS-Keeper Fredrik Genz, weshalb beim Stand von 14:14 die Seiten gewechselt wurden.
Nach Wiederanpfiff erzielten die Kurtagic-Schützlinge in den ersten sieben Minuten lediglich ein Tor. So rannte der VfL gleich mehrfach Drei-Tore-Rückständen hinterher, konnte beim 21:21 durch Rückraum-Ass Markus Mahr aber wieder einen Gleichstand herstellen. Es ging fortan erneut hin und her – bis zum 25:25 acht Minuten vor Ultimo, als Tim Niclas Schröder vom Kreis erfolgreich war.
Der folgende Lübbecker Drei-Tore-Lauf entschied die Partie jedoch endgültig. Potsdam traf im Angriff die falschen Entscheidungen und zwischen den Pfosten erwischte das Adler-Duo nicht den besten Tag: Frederik Höler (1 Parade) und Marvin Grundmann (3) hatten gegen die TuS-Torhüter Fredrik Genz (6)/Leon Grabenstein (6) klar das Nachsehen.
Auch an den nächsten beiden Wochenenden messen sich die jungen Wilden aus der brandenburgischen Landeshauptstadt mit zwei Schwergewichten aus der oberen Tabellenhälfte: Am Sonnabend (7. März, 19.30 Uhr) reist der VfL zum HSC Coburg, am 13. März (Freitag) ist die HSG Nordhorn-Lingen ab 19 Uhr zu Gast in der Potsdamer MBS-Arena.
VfL Potsdam: Höler (1 Parade), Grundmann (3) – Siemer (4/4), Reichardt (6), Mahr (4), Paulnsteiner (2), Bulzamini, Klein (1), Hildenbrand (5), Fuhrmann (1), Schröder (3), Schley (1), Hagen, Kraus (1).
TuS N-Lübbecke: F. Genz (6 Paraden), Grabenstein (6) – J.G. Genz, Santos (2), Heiny (1), Sturhahn (2), Furu (3), Schulze (7), Lundahl, Dräger, Hornyák, Blaauw (6), Wesseling (1), Pabst (3), Blazicko, Wieling (5).
William Reichardt (VfL Potsdam): „Es fühlt sich nicht gut an, das ist ein gebrauchter Tag – vor allem weil man nie das Gefühl hatte, dass man so wirklich unterlegen war. Das einzige, worüber wir meckern können, ist unsere Chancenverwertung, das war nicht gut. Möglicherweise hat uns heute die fehlende Erfahrung gegen diesen Gegner das Genick gebrochen. Mit meiner persönlichen Leistung bin ich zufrieden, die mannschaftliche Niederlage tut aber weh.“
Alexander Schulze (TuS N-Lübbecke): „Das ganze Spiel war auf Augenhöhe, am Ende waren es Kleinigkeiten, die die Partie entschieden haben – wir machen ein paar Fehler weniger, hatten ein paar Paraden mehr und vielleicht hatten wir etwas mehr Kraft, weil wir viel gewechselt haben. Wir haben uns gut reingekämpft in diese Partie, waren leidenschaftlich in der Abwehr und haben am Ende nicht unverdient gewonnen.“



