Der HSC Coburg hat den Positivlauf des 1. VfL Potsdam in der 2. Bundesliga gestoppt: Die von Anel Mahmutefendic trainierten Handballer aus Bayern gewannen am Sonnabendabend mit 33:29 (17:13) in der MBS-Arena und fügten den zuletzt zweimal siegreichen Adlern um Chefcoach Emir Kurtagic die dritte Niederlage der Saison bei. Beim VfL war Rechtsaußen Tim Hildenbrand mit acht Treffern am erfolgreichsten, ein Tor mehr warf sogar HSC-Kreisläufer Nils Röller (9).
Die Partie begann aus Sicht der Gastgeber erfreulich: Torhüter Frederik Höler konnte den ersten Coburger Abschluss parieren, auf der anderen Seite traf Nicolas Paulnsteiner aus dem rechten Rückraum zur 1:0-Führung. Zweimal – mit 3:2 und 4:3 – lagen die Gäste danach vorn, mit seinem vierten Treffer in Serie sorgte Rechtsaußen Tim Hildenbrand aber erstmals für einen Potsdamer Zwei-Tore-Vorsprung: 6:4 (10. Minute).
Die Oberfranken konnten aber schnell wieder ausgleichen und blieben auch fortan der erwartet starke Gegner. Sogar so stark, dass Potsdam beim 7:6 das letzte Mal im ersten Durchgang in Front lag. Die Kurtagic-Sieben konnte beste Möglichkeiten nicht im Coburger Tor unterbringen – mehrfach scheiterten die Adler am Pfosten oder noch öfter an HSC-Schlussmann Petros Boukovinas, der insgesamt zehn Paraden zeigte.
Und so wuchs die Führung der Gäste, die auch nicht immer an VfL-Torhüter Frederik Höler (hielt unter anderem zwei Strafwürfe) vorbeikamen, stetig an: 10:9 (21.), 15:12 (28.), 17:13 (30.). Weil Co-Kapitän Nils Fuhrmann nach dem Ertönen der Pausensirene auch noch einen Siebenmeter an den Pfosten setzte, blieb es nach 30 Minuten beim Potsdamer Vier-Tore-Rückstand.
Wie schon zu Beginn der Partie gehörte den Hausherren auch nach dem Seitenwechsel der erste Treffer: Marco Mengon verkürzte auf 14:17. Coburg blieb jedoch unbeeindruckt, hielt den Abstand und erhöhte teilweise sogar bis auf plus fünf (20:15 (36.), 26:21 (43.)). Die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic gaben sich allerdings nicht auf, zeigten Moral und kamen acht Minuten vor Ultimo auf zwei Tore heran (26:28).
Für einen Punktgewinn oder gar zwei Zähler reichte es aber nicht mehr – zu abgezockt agierte der HSC in der Schlussphase, dem VfL lief außerdem die Zeit davon, um doch noch die Wende zu schaffen. So endete die Partie nach 60 umkämpften Minuten mit 29:33 aus Sicht der Adler, die am nächsten Sonntag (12. Oktober, 17 Uhr) bei der HSG Nordhorn-Lingen gefordert sind.
Das nächste Heimspiel bestreiten die Potsdamer Handballer am 17. Oktober. An jenem Freitagabend (20 Uhr) ist dann Spitzenteam TV Hüttenberg zu Gast in der MBS-Arena.
1. VfL Potsdam: Höler (7 Paraden), Grundmann – Budde, Siemer, Mahr (6/1), Paulnsteiner (4), Bulzamini, Klein, Sontacchi, Hildenbrand (8/3), Fuhrmann (3/1), Kix, Mengon (3), Schley (3), Hagen, Kraus (2).
HSC Coburg 2000: Boukovinas (10 Paraden), Apfel – Dettenthaler, Bis (1), Planinsek (1), Ossowski, Kontrec (2), Lisac (4), Krone (3), Helmersson (5), Knauer (1), Valkovskis (1), Röller (9), Schmidt (6).
Emir Kurtagic (Trainer 1. VfL Potsdam): „Dass, was wir gegen die Kreisläufer heute verteidigt haben, ist nicht zweitligatauglich – obwohl wir über die imposanten Figuren gesprochen haben. Wir waren von Anfang an nicht bereit, die notwendige Intensität auf die Platte zu bringen, damit steigert sich Unzufriedenheit und Unsicherheit. Wir haben über 60 Minuten keinen Zugriff in unserer Abwehr bekommen und es auch nicht geschafft, unser Tempospiel wie gewohnt zu gestalten.“
Anel Mahmutefendic (Trainer HSC Coburg 2000): „Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit der Art und Weise, wie sich die Jungs präsentiert haben. Es war unser zweites Spiel innerhalb von drei Tagen, nach einer frischen Enttäuschung vom Donnerstagabend. Wir haben es geschafft, das auf die Platte zu bringen, was unsere Qualität ist. Was mich besonders freut: Wir haben prägende Spieler wie Marco Mengon unter Kontrolle gehabt. Großes Kompliment an meine Mannschaft.“




