In der Auf- und Abstiegstabelle der 2. Handballbundesliga der Männer, ohne die Spiele des mit einer Gastspielgenehmigung am Spielbetrieb teilnehmenden HC Motor Zaporizhzhia, dessen Ergebnisse zum Saisonende gestrichen werden, schloss der ThSV Eisenach nach Minuszählern bis auf einen Punkt zum Aufstiegsplatz 2 belegenden TuS Nettelstedt-Lübbecke auf. Die Ostwestfalen unterlagen bei Bayer Dormagen überraschend mit 25:30, die Thüringer, erstmals mit dem per Zweitspielrecht des SC DHfK Leipzig ausgestatteten jungen Keeper Sebastian Klein im Aufgebot (kam aber nicht zum Einsatz) und ohne die verletzten Ante Tokic und Marko Grgic, kehrten vom Trip an die Ostseeküste mit einem 24:21-Sieg beim HC Empor Rostock zurück. Punktgleich (38:16 Zähler) mit dem ThSV Eisenach rangiert der Dessau-Roßlauer HV auf dem 3. Tabellenplatz. Spannung pur ist weiterhin mit Blick zum zweiten Aufstiegsplatz angesagt! Sicher auf Aufstiegskurs bleibt Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten, der auch die schwere Auswärtshürde Nordhorn mit einem 31:30-Erfolg nahm. Der ThSV Eisenach empfängt die HSG Nordhorn-Lingen, ein Schwergewicht der Liga, das nach der überraschend klaren 22:34-Niederlage beim Dessau-Roßlauer HV und der jüngsten Heimniederlage gegen den Spitzenreiter beide Punkte in der Werner-Aßmann-Halle benötigt, um eigenen Aufstiegsambitionen nicht ad acta legen zu müssen, am Freitag, 14.04.2023 um 19.30 Uhr. Gegen das mit einem Durchschnittsalter von 28,4 Jahren älteste Team des deutschen Handballunterhauses werden sich die Schützlinge von Misha Kaufmann steigern müssen, um beide Punkte auf der Habenseite zu verbuchen. In Rostock bedurfte es einer Energieleistung im Schlussabschnitt, um letztendlich erfolgreich zu sein.
Abwehr war einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg
„Wir wussten, mit zunehmender Spielzeit wird Empor Rostock schwächer. Wir waren bereit, die Kogge zu entern und das Ruder zu übernehmen“, konstatierte Eisenachs Coach Misha Kaufmann nach den 60 Minuten vor knapp 1.500 Zuschauern. Beim 15:11 (37.) und 17:15 (45.) lagen die abstiegsbedrohten Ostseestädter vorn. „Unser Umschaltspiel klappte überhaupt nicht. Da fehlte das Tempo. Im Angriff haben wir uns erneut schwergetan, ließen viele freie Bälle aus, darunter zwei Siebenmeter inklusive Nachwürfen. Wir kassierten zudem 9 einfache Gegenstoßtreffer“, merkte der Schweizer kritisch an. Die Abwehr, in verschiedenen Systemen und Formationen, musste es einmal wieder richten. „Wir befreiten uns aus dem Tal, kämpften uns, basierend auf unserer Abwehr, wieder nach oben“, befand der mit 8 Treffern erfolgreichste Eisenacher Werfer Fynn Hangstein. Nach der 37. Minute ließen die Eisenacher nur noch 4 Gegentreffer zu. Der Schlüssel zum Erfolg! Die Gastgeber setzten vielfach auf den 7. Feldspieler, das ermöglichte den Eisenachern im gesamten Spielverlauf nach Ballgewinnen 4 erfolgreiche Würfe in den leeren Empor Kasten. Allein Willy Weyhrauch zirkelte gleich 3 Bälle aus der eigenen Hälfte in das gegnerische Gehäuse, brillierte bei seinen 6 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote. Der Rechtsaußen traf auch zum 18:20 (54.). Ivan Snajder legte zum 18:21 nach (55.). Eine Vorentscheidung? Mitnichten! Die Empor-Kogge ging noch nicht unter. Patzer der Thüringer im Vorwärtsgang nutzend, trafen Christian Wilhelm und Philipp Asmussen zum 20: 21 (58.).
Daniel Hideg machte den Deckel drauf
ThSV-Coach Misha Kaufmann zog einen Joker, brachte Daniel Hideg. Dieser hatte die richtigen Lösungen parat, hämmerte zwei Freiwurfablagen zum 20:22 (59.) und 20:23 (60.) in die Maschen. „Dafür wurde ich eingewechselt. Wenn das Zeitspiel schon angezeigt ist, der Ball muss jetzt zappeln, und mir gelingt dies, das ist schon ein tolles Gefühl“, sprudelte es aus dem 26-jährigen Rückraumspieler heraus. „Daniel Hideg hat zuletzt ja wenig gespielt, doch wie er die zwei Freiwurfablagen versenkt hat, das verdient ein Sonderlob“, so Eisenachs Geschäftsführer Rene Witte.
„In einem insgesamt zerfahrenen Spiel mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten war im Schlussgang der Wille bei uns zum Sieg ausgeprägter“, konstatierte Eisenachs in Abwehr und Angriff unermüdlich rackernder Kapitän Peter Walz. „Wir wussten im Vorfeld, dass es kein einfaches Spiel wird, war es für die Gastgeber doch der letzte Strohhalm für den Klassenerhalt. Und auch bei uns ging es um sehr viel. In dieser Phase sind keine schönen Spiele zu erwarten. Nach der Nationalmannschaftspause haben wir noch nicht wieder so richtig Tritt gefasst, sind aber in Rostock einen Schritt vorangekommen“, bilanzierte Rene Witte. Die Leichtigkeit im Team ist nach der Nationalmannschaftspause weg. Der Druck wird größer. Gerade jetzt seien die Zuschauer gefordert. Gleich am Freitag!
Ticket-Sonderangebot
Vor dem ThSV Eisenach stehen noch 4 Heimspiele: am Freitag, 14.04.23 gegen die HSG Nordhorn-Lingen – Freitag, 05.05.23 gegen die Wölfe Würzburg – Samstag, 20.05.23 gegen den TuS N-Lübbecke – Samstag, 03.06.23 gegen den 1. VfL Potsdam. Der ThSV Eisenach hält ein Ticket-Sonderangebot bereit: 4 Spiele sehen – nur 3 kaufen. Wo kann das Ticket-Paket erworben werden? Online unter www.thsv-eisenach.de, in allen Reservix angeschlossen Verkaufsstationen und in der ThSV-Geschäftsstelle.
Statistik
HC Empor Rostock: Wetzel (12 Paraden), Malchow; Wilhelm (6), Sveinsson, Steidtmann (2/1), Aukstikalnis, Ottsen (3), Mehler, Witte (2), Asmussen (2), Schütze (2), Kohnagel, Funke (1), Thümmler, Pechstein, Lößner (3)
ThSV Eisenach: Jepsen (8 Paraden), Klein; Reichmuth, Hübke, Hangstein (8/5), Ulshöfer, Walz, Hideg (2), Sousa, Marquardt, Meyer, Donker (1), Snajder (3), Schneibel (3), Weyhrauch (6), Saul (1)
Siebenmeter: Empor 1/2 – ThSV 5/7
Zeitstrafen: Empor 1 x 2 Min. – ThSV 4 x 2 Min.
Schiedsrichter: Otto/ Piper
Zuschauer: 1.437
Th. Levknecht



