Erfolgreicher Heimauftakt für den 1. VfL Potsdam: Vor 1020 Fans in der MBS-Arena besiegten die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic dank eines Tores von Markus Mahr mit der Schlusssirene den TV Hüttenberg am Mittwochabend mit 33:32 (15:16). Mit neun Treffern war Marvin Siemer erneut erfolgreichster Potsdamer Torschütze, bei Hüttenberg gefielen Vit Reichl und David Kuntscher (je sechs Tore).
Nach 13 Minuten schlug Bob Hanning auf der Tribüne die Hände vors Gesicht. Dem „Head of Sport“ des 1. VfL Potsdam gefiel nicht, was sich bis dahin auf der Platte abspielte. Mit 4:9 lagen die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic gegen den TV Hüttenberg zurück. Doch die Adler zeigten nach der dringenden Auszeit eine Reaktion.
Torhüter Maximilian Grundmann parierte zwischen den Pfosten in den Folgeminuten einige Abschlüsse des Gegners, im Angriff wirkte man entschlossener und traf nun auch kontinuierlich – fünf Minuten nach dem Fünf-Tore-Rückstand lief man nur noch einem Gegentreffer hinterher: 8:9 (18.). Gänzlich umdrehen konnte der VfL die Partie vor dem Seitenwechsel aber noch nicht, die Gäste zogen zwischenzeitlich wieder auf vier Tore davon (13:9).
Dass Hüttenbergs Leif Haack in Minute 24 die Rote Karte sah, sollte jedoch eine Hypothek für die Mittelhessen sein. Der Rückraum-Linke griff William Reichardt in den Wurfarm und wurde vom Schiedsrichter-Duo sofort sanktioniert. Die Seiten wurden beim Stand von 15:16 gewechselt.
Das positive Momentum von vor der Pause übertrugen die jungen Wilden in den zweiten Durchgang: Nur 50 Sekunden nach Wiederanpfiff ging man durch die Tore von Reichardt und Siemer erstmals überhaupt in dieser Partie in Front (17:16). Florian Budde erhöhte gar auf 18:16, nachdem sich der Linkshänder auf der rechten Seite energisch durchsetzen konnte.
Danach wurde es kurios: Das Spiel war 42 Minuten und zwei Sekunden alt, die Anzeigetafel in der MBS-Arena aber bei 41:16 Minuten wie eingefroren. Eine technische Panne sorgte für eine etwa zehnminütige Unterbrechung, Potsdam führte zu diesem Zeitpunkt mit 23:19. Wenig später betrug der Vorsprung fünf Tore: 26:21 (47.). Die ersten zwei Heimpunkte waren greifbar.
Die vom früheren Nationalspieler Stefan Kneer trainierten Hüttenberger gaben sich aber nicht auf und glichen dank vier Toren in Serie zum 30:30 (57.) aus. Nun legte der VfL zweimal vor, die Gäste antworteten jeweils von der Siebenmeterlinie. Das letzte Wort hatte aber Markus Mahr: Der Rückraum-Shooter traf mit der Schlusssirene und letzter Kraft zum 33:32. Heimsieg und Ekstase – auf der Platte und auf den Rängen.
Mit 4:0-Punkten und dem Weiterkommen im DHB-Pokal kann Potsdam von einem geglückten Start in die Saison sprechen – auch wenn alle drei Partien mit nur einem Tor Vorsprung entschieden werden konnten. Bereits am Montag (14. September) ist die Kurtagic-Sieben erneut gefordert: Ab 19.30 Uhr ist man in der Ems-Halle bei Aufsteiger TV Emsdetten gefordert. Das nächste Heimspiel folgt am 19. September (19.30 Uhr, MBS-Arena) gegen Die Eulen Ludwigshafen.
VfL Potsdam: Höler (0), Grundmann (9 Paraden) – Budde (6), Siemer (9/4), Reichardt (5), Mahr (4/1), Paulnsteiner (3), Bulzamini, Savini (2), Günther, Hildenbrand (2), Grüner, Schröder (2), Romei.
TV Hüttenberg: Böhne (0), Shamir (9 Paraden) – Schwarz, Sehnke (2), Ohl (4), Spandau (3), Rüdiger (5), Reichl (6), Haack, Gümbel (1), Weimer, Anselm (2), Dyatlov (2), Schreiber (1), Kuntscher (6/4).
Emir Kurtagic (Trainer VfL Potsdam): „Uns hat zu Beginn die nötige Emotionalität und Aggressivität gefehlt, die ersten 15 Minuten gehörten Hüttenberg. Danach kamen wir auch dank einer besseren Torhüterleistung gut ins Spiel. Machen wir unsere Chancen konsequenter rein, gewinnen wir das Spiel deutlicher. Am Ende war es wieder Herzschlagfinale, was typisch für uns ist. Über ein paar mehr Zuschauer hätte ich mich gefreut, das hätte sich die Mannschaft zum Auftakt der Saison verdient gehabt.“
Stefan Kneer (Trainer TV Hüttenberg): „Wir haben ein Spiel mit mehreren Phasen gesehen – zu Beginn konnten wir eine starke Abwehr stellen, die Rote Karte tat uns dann weh, weil wir die Defensive umstellen mussten. Trotzdem konnten wir uns in die Halbzeit retten. Nach der Pause ging uns das Spiel etwas weg, aufgegeben haben wir aber nie. Mit einem Wurf in der letzten Sekunde zu verlieren, ist sehr bitter. Am Ende war es aber ein verdienter Sieg für Potsdam, weil mir mehr schlechte Phasen hatten als der Gegner.“




