Der 1. VfL Potsdam hat am 32. Spieltag mit 30:29 (14:14) gegen den TV Großwallstadt gewonnen und damit – zumindest für eine Nacht – den dritten Tabellenplatz in der 2. Handball-Bundesliga erobert. Beste Torschützen waren am Pfingstsonntag Jannek Klein und Dustin Kraus (je 6 Tore/Potsdam) sowie Florian Eisenträger und Ben Connar Battermann (je 6/Großwallstadt).
Beide Mannschaften starteten vor 1057 Fans nervös und mit einfachen Fehlern in die Partie. Die ersten drei Potsdamer Treffer erzielte ausgerechnet Jannek Klein – der Rückraum-Rechte wechselt im Sommer nach Unterfranken und präsentierte seinen künftigen Teamkollegen schon einmal sein Können. Dennoch war es der TVG, welcher nach zehn Minuten mit 4:3 führte.
Die Partie blieb aber extrem eng: Mal legte Potsdam vor, mal Großwallstadt. Beim 10:8 (20. Minute) aus VfL-Sicht war ein Team erstmals mit zwei Toren in Front. Klar war schon zu diesem Zeitpunkt, dass es kein Torfestival wie in der Hinrunde geben wird – Mitte Dezember 2025 gewannen die Adler auswärts mit 40:37 (22:16). Dieses Mal ging es mit einem 14:14 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste aus Bayern den besseren Start: Dank eines 4:1-Laufs übernahmen die Schützlinge von Trainer André Lohrbach die Führung – 18:15 Großwallstadt. Der Drei-Tore-Vorsprung hatte auch nach 43 Minuten (23:20) Bestand, dann aber bliesen Florian Budde, Max Günther und William Reichardt mit ihren Toren zur Aufholjagd: 23:23 (48.).
Diese wurde vom TVG allerdings gleich wieder gestoppt. Und als Niklas Ihmer Großwallstadt nach 55 Minuten mit 29:27 in Führung warf, glaubten wohl nur noch die größten Optimisten an einen Heimerfolg. Doch die von etlichen Verletzungssorgen geplagten Potsdamer Stehaufmännchen kämpften sich zurück: Erst traf Youngster Rune Laskowski (58.) zum 28:29, Marvin Siemer (59.) wenig später zum Ausgleich.
Das allerletzte Wort hatte erneut Laskowski: Der 19-jährige Mittelmann eroberte in der Abwehr das Spielgerät und sorgte so für den Potsdamer Ballbesitz. Im Angriff wartete der Mann mit der Rückennummer 45 bis zur letzten Sekunde, um mutig und entschlossen aus dem linken Rückraum zum Sieg zu treffen. Die erste VfL-Führung nach der Pause bedeutete zwei weitere Punkte auf dem Konto.
1. VfL Potsdam: Höler (9 Paraden), Grundmann (1) – Budde (2), Siemer (3/2), Reichardt (1), Paulnsteiner, Bulzamini, Günther (2), Klein (6), Fuhrmann (4/3), Schröder (1), Schley (3), Laskowski (2), Kraus (6).
TV Großwallstadt: Nowottny (11 Paraden), Durmic (0) – Gempp (4), Eisenträger (6/5), Klimpke (2), Battermann (6), Stark (1), Horner (2), Knabe, Ihmer (2), Skaarnaes (3), Schalles (3).
Emir Kurtagic (Trainer 1. VfL Potsdam): „Es war eine der schwächsten Leistungen in diesem Jahr, die maximale Bereitschaft und der maximale Fokus haben gefehlt. Außerdem hat Großwallstadt ein sehr gutes Spiel gemacht, das muss man anerkennen. Am Ende sind wir der glückliche Sieger, entschuldigen werde ich mich für die zwei Punkte aber nicht, weil die Jungs nicht aufgegeben haben. Das letzte Tor von Rune war eine Belohnung für die letzten vier, fünf Minuten.“
André Lohrbach (Trainer TV Großwallstadt): „Herzlichen Glückwunsch an Emir und den VfL Potsdam zu den zwei Punkten. Ich finde, dass wir trotz vieler Ausfälle wirklich ein gutes Spiel gemacht haben und mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten – die Crunchtime hat uns aber unnötigerweise das Genick gebrochen. Ich habe viele junge Spieler in meinen Reihen, daraus müssen und werden sie hoffentlich lernen.“
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