Der 1. VfL Potsdam hat am 10. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga eine große Party in der MBS-Arena gefeiert: Beim 38:34 (19:19)-Heimsieg gegen die HSG Krefeld Niederrhein vermeldeten die Adler ausverkauftes Haus. Insgesamt 2250 Fans nutzten die Gelegenheit am Montagabend, beim erstmaligen „1-Euro-Spieltag“ dabei zu sein.
Vor allem etliche Vereine der Region und Teile der Sportfamilie Potsdam feuerten den VfL lautstark an. Besonders stark vertreten waren die American Footballer der Potsdam Royals und der SV Blau-Weiß Dahlewitz – jeweils mit über 100 Vereinsmitgliedern. Auch der HV Grün-Weiß Werder, die HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst, die HSG Teltow/Rulsdorf und der HSC Potsdam sicherten sich im Vorfeld viele Tickets zum Spottpreis.
Aus sportlicher Sicht mühte sich die Mannschaft um Cheftrainer Emir Kurtagic zu den zwei Punkten: Keine zwei Minuten waren von der Uhr, da lag Krefeld mit 3:0 vorn. Der VfL antwortete aber prompt und erzielte selbst drei Treffer in Folge – 3:3 (4. Minute). Wenig später gelang dem Gastgeber auch die erste eigene Führung, als Nicolas Paulnsteiner aus dem rechten Rückraum das 5:4 (7.) erzielte.
Beide Mannschaften drückten von Beginn an auf das Gaspedal, nach zehn Minuten fielen bereits 16 Tore (9:7 Potsdam). Auch danach ging es torreich weiter, obwohl die Torhüter Maximilian Grundmann (VfL/6 Paraden) und Anel Durmic (Krefeld/7) im ersten Durchgang sogar noch einige weitere Gegentreffer verhinderten.
Beim 16:12 (20.) durch Dustin Kraus betrug der VfL-Vorsprung vier Tore, ein 5:0-Lauf der Gäste vom Niederrhein brachte Krefeld aber vier Minuten vor der Pause wieder in Front (17:16). Kapitän Marco Mengon sicherte mit dem 19:19-Ausgleich immerhin das Remis nach 30 kurzweiligen Minuten in der stimmungsvollen MBS-Arena.
Nach dem Seitenwechsel ließ der eingewechselte Frederik Höler zwischen den Pfosten sechs Minuten keinen HSG-Treffer zu. Seine Vorderleute machten es besser und stellten die Weichen mit vier Toren in Folge auf Sieg – 23:19 (35.). Potsdam bestimmte das Geschehen, verpasste es aber mehrfach, die Führung auszubauen.
So kamen die mutig aufspielenden Gäste acht Minuten vor Ultimo zum 31:31-Ausgleich, was Emir Kurtagic zur Auszeit zwang. In dieser fand der VfL-Coach die richtigen Worte, seine Schützlinge hielten dem Druck stand und erkämpften sich in den Schlussminuten, in welchen Kreisläufer Nicolas Schley dreifach traf, wichtige zwei Zähler.
Emir Kurtagic (Trainer 1. VfL Potsdam): „Kompliment an Krefeld – eine Mannschaft, die heute gezeigt hat, wie viel Qualität sie hat. Ich habe ein munteres Spielchen mit viel Tempo und offenem Visier gesehen. Als wir mit vier Toren vorne liegen, müssen wir das Heimspiel souveräner gestalten, dass dies nicht gelingt, hat aber Gründe. Nicolas Schley und Florian Budde haben mit ihrer unfassbaren Energie einen sehr großen Beitrag zum Sieg geleistet. Es war ein harter Arbeitssieg, die Atmosphäre in der Halle fantastisch.“
Mark Schmetz (Trainer HSG Krefeld Niederrhein): „Wir wussten, dass die Trauben in Potsdam sehr hoch hängen. Wir haben 60 Minuten alles reingehauen, die Extraklasse von zwei Spielern – Marco Mengon und Markus Mahr – aber auch zu spüren bekommen. Dennoch finde ich, dass man gesehen hat, dass wir sehr gut mithalten können und vorne unsere Chancen bekommen. Man muss in dieser Liga 60 Minuten an die Bestleistung kommen, um etwas zu holen. Die Schiedsrichterleistung empfand ich als nicht sehr glücklich für uns.“
VfL Potsdam: Höler (6 Paraden), Grundmann (6) – Budde (1), Siemer (7/2), Mahr (6), Paulnsteiner (6), Bulzamini, Günther (3), Klein, Sontacchi (1), Hildenbrand (1), Fuhrmann (4/1), Mengon (4), Schröder, Schley (3), Kraus (2).
HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler (0 Paraden), Ebert (1), Durmic (10) – Kolodziej (5/1), Klasmann, Stefan, Schneider (9), Schulz (1), Marquardt (2), Michalski (4), Braun (1), Jagieniak (1), Persson (7), Ingenpaß (1), Rose (2), Mircic (1).



