Der HCOB richtet den Fokus vor allem aufs eigene Spiel
Wenn die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang am Freitagabend (19 Uhr) beim HC Elbflorenz 2006 antreten, dann treffen sie auf die aktuell offensivstärkste Mannschaft der zweiten Bundesliga. Trotz der klaren Außenseiterrolle will der HCOB beim Aufstiegskandidaten aber beherzt dagegenhalten.
In den beiden vergangenen Heimspielen fehlte den Handballern des HCOB nur Kleinigkeiten zum ersten Sieg in der zweiten Liga. Die Spiele gegen den TV Großwallstadt und gegen den Dessau-Roßlauer HV 2006 waren bis in die allerletzten Sekunden spannend. Enttäuschend war nur das Ergebnis, da half weder anerkennender Applaus des Publikums noch lobende Worte des Gegners. Man könnte insofern Frust nachvollziehen. Trainer Rui Silva nimmt das wahr, sein erster Fokus liegt derzeit aber auf Entwicklungen.
Der im Winter von AEK Athen gekommene Trainer sagt: „Die Qualität unseres Spiels verbessert sich und wir erkennen allmählich eine klarere Struktur und ein klareres System in unserer Spielweise.“ Zwar sei es schade, dass sich dieser klare Aufwärtstrend nicht in Form von Punkten auswirkt, aber der Coach sagt: „Ich bin mit der Leistung der Mannschaft zufrieden.“ Im Angriff würden seine Akteure viele Spielideen mittlerweile besser umsetzen, „und das führt zu mehr und klareren Torgelegenheiten“. Es war kein Zufall, dass die HCOB-Akteure gegen den Dessau-Roßlauer HV mehr als 30 Tore erzielten – eine Marke, die sie in dieser Saison noch nicht oft erreicht haben.
Aber auch defensiv „haben wir einige Verbesserungen und mehr Konstanz gezeigt.“ Das bahnte sich schon in der Auswärtsbegegnung beim Tabellenzweiten HBW Balingen-Weilstetten an, zeigte sich dann in vielen Phasen des Matches gegen Dessau – und wird nun auch in der Begegnung auf dem Glassportboden der BallsportArena in Dresden erforderlich werden. Die Gastgeber sind enorm angriffsstark und haben von allen Mannschaften der zweiten Bundesliga die meisten Tore erzielt. Die HCOB-Handballer müssen sich auf viel Defensivarbeit einstellen.
Dass der aufstiegsambitionierte Tabellendritte das Schlusslicht auf die leichte Schulter nimmt, ist unwahrscheinlich. Denn während sich die Sachsen im DHB-Pokal mit fünf Toren noch relativ sicher gegen den Aufsteiger durchgesetzt hatten, bot das Hinspiel Spannung pur. Der HCOB hatte mit dem Schlusspfiff die Chance zum Ausgleich, ein Wurf von Malte Dedering blieb knapp vor der Linie liegen. Das war bitter damals, aber kein Zufall. Die Sportler aus Dresden haben sich im Laufe dieser Runde als Experten für knappe Spielverläufe erwiesen. Auch zuletzt in Ferndorf, als es bis in die letzten Sekunden heiß herging, der HC Elbflorenz 2006 am Ende aber die Punkte mitnahm.
Nun möchte sich der HCOB erneut als unangenehmer Gegner präsentieren. Trainer Rui Silva betrachtet die Sache jedoch aus einem größeren Kontext: „Wir wollen unser Defensivsystem und unseren organisierten Angriff weiter verbessern.“ In der Vorbereitung befasst er sich zwar intensiv mit dem Gegner, dem er eine „sehr starke Mannschaft“ attestiert, die ein „System spielt, das mir persönlich gefällt“. Am Ende gilt für ihn jedoch: „Unser Hauptfokus liegt auf uns selbst und darauf, Konstanz und Klarheit in unserem Handeln aufzubauen.“
Personell bleibt die Lage schwierig. Mit Kapitän Jan Forstbauer und Kreisläufer Lukas Süsser fallen zwei Spieler dauerhaft aus, andere sind angeschlagen und haben zuletzt auf die Zähne gebissen. Hinzu kamen in dieser Woche kranke Akteure. Trainer Rui Silva gibt sich daher abwartend: „Da müssen wir schauen, wie sich ihr Zustand im Laufe der Woche entwickelt, bevor wir endgültige Entscheidungen treffen können.“
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