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HC Oppenweiler/Backnang empfängt die Eulen Ludwigshafen zum letzten Heimspiel

von HC Oppenweiler/Backnang
28. Mai 2026
in 2. Bundesliga Männer
HC Oppenweiler/Backnang empfängt die Eulen Ludwigshafen zum letzten Heimspiel

Niklas Diebel. Foto: Alexander Becher

Nahender Abschied ist gedanklich noch weit weg

Der HC Oppenweiler/Backnang bestreitet am Sonntag um 17 Uhr sein letztes Heimspiel dieser Saison. Obwohl er zuletzt verletzt ausgefallen ist, will Rückraumspieler Niklas Diebel im Zweitligaspiel gegen die Eulen Ludwigshafen wieder dabei sein. Aus gutem Grund: Für ihn ist es nach drei Jahren beim HCOB der letzte Auftritt in der Backnanger Murrtal-Arena – auch wenn der Abschied gedanklich bislang noch weit weg war

Der Fokus liegt auf den letzten Spielen dieser Zweitligasaison. Zwei sind es noch, am Sonntag gegen die Eulen, dann geht es zum TuS N-Lübbecke. Zuletzt spielten die HCOB-Handballer in Lübeck, ganz im Norden der Republik. Für Niklas Diebel verlief das Auswärtsspiel enttäuschend. Er konnte nur in den ersten Minuten mitwirken. Dann bremsten ihn Rückenbeschwerden aus. Nun ist er jedoch guter Dinge, dass er im letzten Heimspiel der Saison wieder für den HCOB spielen kann. „Ich habe ein gutes Gefühl. Am Montag war ich bei der Aktivierung schon wieder dabei“, sagt der 27-Jährige.

Am Sonntag noch einmal in der MURRTAL-ARENA für den HCOB aufzulaufen, das will sich der aus Hessen stammende Handballer nicht nehmen lassen. Es ist sein letztes Heimspiel im Dress des HC Oppenweiler/Backnang, „und deshalb auch ein besonderes Spiel, auf das ich mich sehr freue.“ Die Handballer werden Verwandte mitbringen, mit denen sie vor dem Spiel einlaufen werden. „Bei mir ist mein kleiner Neffe dabei“, verrät Niklas Diebel. „Der ist schon total aufgeregt und freut sich sehr.“

Auch sportlich möchte Niklas Diebel mit seinem Team gegen die Eulen Ludwigshafen eine gute Figur abgeben. Mit dem derzeit stark dezimierten Kader kommen die Gastgeber gegen den seit 30 Jahren im Bundesligahandball etablierten Rivalen aus Rheinland-Pfalz allerdings nicht um die Rolle des Außenseiters herum. „Aber ich habe die Hoffnung, dass wir ein gutes Spiel machen“, sagt Niklas Diebel. „Wir wollen uns mit viel Kampf verabschieden.“

Für ihn bedeutet das Spiel nicht nur den Abschied in die Sommerpause, sondern auch den handballerischen Abschied von dem Verein, dem er seit seinem Wechsel vom TuS Ferndorf angehört hat. Der Rückraumspieler sagt: „Bislang habe ich es noch gar nicht so realisiert.“ Das könnte, so vermutet er, daran liegen, dass der Vereinswechsel anders als bei früheren Stationen nicht mit einem Umzug verbunden ist. „Insofern ist es kein Abschied, wie ich ihn bisher kannte.“ Er wird in Aspach wohnen bleiben und künftig für den TSV Weinsberg in der Regionalliga auf Torejagd gehen.

Aus diesem Grund wünscht er sich, dass die Nähe zur Mannschaft bestehen bleibt. Sie ist ihm ans Herz gewachsen. Auch wenn es von Saison zu Saison immer wieder personelle Wechsel gab, hat es als Kollektiv immer gepasst. Das Miteinander in der Kabine war positiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. „Die drei Jahre hier waren eine unfassbar schöne Zeit“, betont Niklas Diebel. Er schätzt das gute Miteinander, und das nicht nur im Team, sondern auch im Umgang mit den Menschen rund um die Mannschaft, zu dem er selbst durch seine offene Art beitrug.

Dankbar ist er auch dafür, dass er beim HCOB Beruf und Leistungssport verbinden konnte. „Das war in der sportlich herausfordernden Situation für den Verein sicher auch nicht immer einfach“, sagt er. Aber er konnte sich auf alle Zusagen verlassen. Die Kombination aus Beruf und Sport sei nicht immer einfach gewesen, sagt Niklas Diebel. Das sei ein Lerneffekt für ihn gewesen. „Da merkt man irgendwann die viele Zeit am Schreibtisch und im Auto – und auch die eine oder andere verpasste Athletikeinheit.“ Er ist dankbar, in dieser Saison keine größere Verletzung erlitten zu haben. „Aber man merkt sowohl hinsichtlich der Leistungsfähigkeit als auch in der Regeneration, dass man öfter am Limit ist.“

Für Niklas Diebel war der Aufstieg in die zweite Bundesliga in der vergangenen Saison das sportliche Highlight seiner dreijährigen Zeit beim HCOB. „Das war wirklich eine tolle Saison“, sagt er rückblickend und denkt dabei vor allem an die Aufstiegsspiele vor ziemlich genau einem Jahr: „Wir sind über uns hinausgewachsen und haben uns mit unserem Kampfgeist und Teamspirit vielleicht sogar selbst überrascht.“ Diese Phase sei ein Höhepunkt in seiner handballerischen Laufbahn gewesen. „Sie hat mich auf jeden Fall geprägt.“

Das gilt ebenso für die nun zu Ende gehende Zweitligasaison, auch wenn der sportliche Erfolg ausblieb. „Wir hatten uns mehr vorgenommen“, sagt Niklas Diebel und ärgert sich im Nachhinein über den einen oder anderen Spielausgang in einer frühen Phase der Saison. „Wenn wir da den einen oder anderen Erfolg eingefahren hätten, der zum Greifen nah und vielleicht auch verdient gewesen wäre, wäre uns der weitere Saisonverlauf dann einfacher gefallen.“ Die Rückrunde habe sich zudem schwierig gestaltet, sagt Niklas Diebel, „vor allem, nachdem im Winter mehrere Spieler verletzt ausgefallen sind.“ Die jüngeren Spieler im Team können aus dem Zweitligajahr aber viele Lerneffekte mitnehmen und auch für ihn war es noch einmal eine interessante Erfahrung.

Niklas Diebel bleibt dem Handball treu, wenn auch zunächst auf einem anderen Level: in der vierthöchsten Spielklasse. „Mein Ziel ist es, fit zu bleiben und die Zeit in den Handballhallen zu genießen“, sagt er. Auch der Club vom Fuße der Burg Weibertreu hat Ambitionen. In seinem neuen Verein will sich Niklas Diebel in einer jungen Mannschaft auch verstärkt als Führungsspieler einbringen.

Noch erscheint ihm das neue Kapitel in Weinsberg gedanklich weit weg, denn er hat den Abschied vom HCOB noch gar nicht richtig verinnerlicht. Am Sonntagabend werde ihm das aber dann doch bewusst werden, vermutet er. Vielleicht werden ein paar Tränen kullern. Vor allem aber wird Niklas Diebel neben vielen Erinnerungen auch die Gewissheit mitnehmen: „Ich habe hier viele Mitspieler und Menschen kennengelernt, mit denen ich auch in Zukunft in Kontakt bleiben werde.“

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