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HC Elbflorenz verliert Spitzenspiel in Nordhorn und den direkten Anschluss an die Tabellenspitze

von HC Elbflorenz 2006
28. März 2026
in 2. Bundesliga Männer
HC Elbflorenz verliert Spitzenspiel in Nordhorn und den direkten Anschluss an die Tabellenspitze

HC Elbflorenz Dresden 25/26. Foto: HC Elbflorenz Dresden/HBL

HSG Nordhorn-Lingen vs. HC Elbflorenz Dresden 32:31 (18:16)

Das Spiel HSG Nordhorn gegen HC Elbflorenz war die Begegnung Sechster gegen Dritter. Damit war es das Spitzenspiel des 25. Spieltags. Beide Teams mussten bei diesem Spiel auf wichtige Leistungsträger verzichten.

Nach zehn gespielten Minuten erzielte M. Lux für den Gastgeber aus Nordhorn per Konter das 7:4. Die Führung war verdient, denn die Dresdner fanden in der Abwehr wenig Zugriff. Ganz im Gegensatz dazu machte es die defensive Nordhorner Abwehr den Dresdnern schwer, und der HC Elbflorenz kreierte nur wenige klare Gelegenheiten. In dieser Phase war es einzig HC-Keeper Robin Cantegrel, der bei den Sachsen Leistungsspitzen setzte. Bei den Gastgebern war Oskar Gentzel im Rückraum bis dahin ein torgefährlicher Aktivposten.

In der Phase danach hatte der HC Elbflorenz beim 7:5 sowie beim 8:6 die Chance zum Anschluss, nutzte diese Gelegenheiten jedoch nicht. In der 20. Minute führte der Gastgeber weiterhin mit drei Treffern (12:9), und die Dresdner taten sich vor allem in der Abwehr weiterhin schwer, den HSG-Angriff zu stoppen. Wenn jemand ein Zeichen setzte, war es meistens Robin Cantegrel im HC-Tor.

In der 25. Minute war es dann Lauro Pichiri, der mit seinem zweiten Treffer den Anschlusstreffer zum 14:13 erzielte. In der Phase davor hatte die HSG nach dem Anpfiff immer wieder schnell Druck auf die HC-Abwehr ausgeübt – durchaus erfolgreich. Pichiri war es auch, der für sein Team das 14:14 markierte. Es war die erste Phase, in der den Gastgebern etwas die Linie im Angriff fehlte, und zugleich die erste Phase, in der der HC durch eine offensivere Deckung mehr Zugriff in der Abwehr fand. So erzielte der HC sogar die 15:16-Führung. Gleichzeitig musste bei der HSG Luka Sokolic nach drei Zeitstrafen frühzeitig vom Feld. Die HSG holte sich die Führung jedoch zurück, denn die Sachsen vergaben zwei Angriffe in Überzahl, kassierten selbst noch eine Zeitstrafe, und so führte der Gastgeber zur Pause aus Dresdner Sicht etwas unnötig mit 18:16.

Die Sachsen hatten in der 1. Halbzeit insgesamt zu wenig ihr Leistungspotenzial abgerufen als der Gegner und so ging die Führung in Ordnung.

Der HC begann die zweite Halbzeit in Unterzahl und kassierte nach Ballverlust das 19:16 ins leere Tor sowie kurz darauf nach einem Fehlwurf das 20:16. Die HSG stellte – wie schon oft in dieser Saison – auf eine offensive 3:3-Abwehr um. Nach einem unglücklichen Kopftreffer in einer Abwehraktion musste Oliver Seidler zunächst runter; er wirkte benommen, konnte später aber weiterspielen.

Anschließend legte Dresden einen 3:0-Lauf hin, verpasste jedoch trotz freier Chance vom Kreis beim 22:21 den Ausgleich. Beim 23:23 machte es der HC Elbflorenz besser: Dierberg traf gedankenschnell nach einem gesicherten Abpraller. Zu diesem Zeitpunkt lief bereits die 42. Minute. Bis dahin hatte Marino Mallwitz im Dresdner Tor mehrfach sein Können gezeigt. Nach der 24:23-Führung des HC glich die HSG zum 24:24 aus. Mit diesem Spielstand ging es in die Schlussviertelstunde – zunächst in Unterzahl für die Sachsen. Beim 26:26 sah der HC dann eine rote Karte: Timo Stoyke musste vom Feld, und Dresden war erneut in Unterzahl.

Da das Heimteam seine Überzahl besser nutzte, ging die HSG mit einer Zwei-Tore-Führung (28:26) in die letzten zehn Minuten. Der HC stellte auf Sieben-gegen-Sechs um, hatte zweimal die Chance zum 29:29, scheiterte jedoch jeweils frei an Luca Tschentscher im HSG-Tor. Weil aber auch Mallwitz in dieser entscheidenden Phase stark hielt – unter anderem einen Siebenmeter – gelang Sebastian Greß schließlich doch das 29:29. Die Chance zum 30:30 ließen die Sachsen erneut gegen Tschentscher liegen. Es erinnerte an das Spiel in Lübbecke, als Dresden reihenweise beste Möglichkeiten in den letzten Minuten vergaben. Beim 31:30 für Nordhorn ging es in die letzten zwei Minuten.

72 Sekunden vor Schluss kam der HC nach einer starken Abwehraktion in Ballbesitz, und Trainer André Haber nahm die Auszeit. Doch Dresden vergab erneut und kassierte im Gegenzug das entscheidende 32:30. Am Ende musste sich der HC mit 31:32 geschlagen geben.

Fazit: Es ist bei den Sachsen derzeit gefühlt viel Handballarbeit. Dass natürlich immer noch auf hohen Zweitliganiveau. Das änderte sich auch gegen Nordhorn nicht. Das bedeutet, der Einsatz stimmt, der Wille stimmt und die Dresdner geben immer alles bis 60:00. Den Dresdnern merkt man die personelle Situation verständlicherweise an, ohne dass man es nur daran festmachen kann. Der HSG ist zum knappen, aber verdienten Sieg zu gratulieren. Es war nicht durchgehend ein handballerisches Spitzenspiel von beiden Seiten, doch die Gastgeber machten insgesamt mehr aus ihren personellen Herausforderungen als der HC. Die Sachsen zeigten – wie schon in Lübbecke – in der Schlussphase Nerven und vergaben selbst klarste Chancen. Das gab in diesem engen Spiel den Ausschlag.

Mit Blick auf die Tabelle schmerzt die Niederlage fast mehr als die in Lübbecke. Am Freitagabend betrug der Rückstand auf die Top-2 aus Bietigheim und Balingen vier bis sechs Punkte. Am Ende muss man auch ganz nüchtern feststellen: Der HC holte aus den Rückspielen gegen die aktuellen Top-6-Teams zwei Siege und drei Niederlagen. Neun Spiele bleiben den Sachsen nun noch, um doch wieder ganz oben anzugreifen. Linksaußen Julius Dierberg machte auch gleich nach dem Spiel klar, dass sein Team in diese neun Spiele noch einmal alles reinlegen wird.

Tore: Tore: Mallwitz/Cantegrel (beide Tor), Norberg, Bensch 1, Dierberg 10/8, Pehlivan 3, Preußner  1,  Greß 6, Stoyke, Dutschke, Thümmler 5, Seidler 1, Wucherpfennig , Pichiri 3, Aktas 1

Cheftrainer André Haber sagte nach der Partie: „In der Schlussphase sind es drei, vier gute Chancen, welche wir nicht nutzen und auch zu Beginn sind wir nicht gut reingekommen, haben uns dann aber reingearbeitet. Ein wichtiger Punkt ist, immer wenn wir die Chancen im Spiel haben mal auf plus 2 zu stellen oder eine – wenn auch knappe Führung – zu behaupten, schaffen wir das nicht. Da war die HSG heute einfach effektiver und gewinnt so auch verdient die Partie. Am Ende machen wir auch einfach ein paar leichte Fehler zu viel.“

Text: Wolfram Wegehaupt

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