Faustdicke Überraschung vor 1393 Zuschauern in der Merkur Arena zu Lübbecke: Die Eulen Ludwigshafen, die personell auf der letzten Rille gehen, gewinnen am Freitagabend beim TuS N-Lübbecke zum einen überraschend und zum anderen sensationell deutlich 30:22 (15:10). „Es war das richtige Signal zur richtigen Zeit. Es war überlebenswichtig“, frohlockt Trainer Michael Haaß. Der Abstand auf Abstiegsplatz 17 und der HSG Krefeld Niederrhein beträgt jetzt 5 Punkte. Am nächsten Freitag (19 Uhr) erwarten die Eulen den HSC 2000 Coburg in der Friedrich-Ebert-Halle.
Zwei tolle Außen
Einer der Väter des Eulen-Sieges ist Žiga Urbič mit 13 Paraden, mit ganz wichtigen Glanztaten bei freien Würfen der Lübbecker. So in Minute 13 gegen Tjorven Sturhahn und in der 33. Minute gegen Alexander Schulze. Beste Werfer der Eulen: Tim Schaller und Theo Straub. Linksaußen Schaller (9/1) macht 9 von 13. Klasse auch Rechtsaußen Theo Straub (8 von 10). „Žiga macht ein Riesenspiel, holt viele freie Würfe“, lobt Schaller den Keeper und atmet durch: „Wir können stolz auf diese Leistung sein.“ „Wir haben gesehen, dass es für die Außen viele Chancen geben wird“, erläutert der Linksaußen eine Erkenntnis der Videoanalysen in der Spielvorbereitung. Trainer Michael Haaß lobt: „Unsere Außen haben eine Top-Leistung gebracht!“
Auch „Vince“ fällt aus
Die Eulen – die Pechvögel der Liga. Mats Grupe verletzt, Finn Leun verletzt, Mihailo Ilic verletzt, Freddy Stüber verletzt, Nici Waldvogel verletzt. Und was passiert? Spielmacher Vincent Bülow muss kurzfristig auch passen – ein grippaler Infekt Iegt die Nummer 10 der Eulen auf Eis. Der Ersatz-Kapitän fällt aus. Dass die Mannschaft dann so fightet, so funktioniert bei einem Gastgeber, der fünf der letzten sechs Spiele gewonnen hat … Zudem quittiert Lars Röller (3 von 3) in der 41. Minute nach seiner dritten Zeitstrafe Rot. Aber Leon Hein (2 von 2) und Simon Schwarz ersetzen ihn mit toller Energie. „Es bleibt mir heute nicht viel zu sagen als der Mannschaft zu danken, dass die das heute mit sehr viel Leidenschaft und sehr viel Herz gemacht haben und dazu auch noch spielerisch gut. Es war ein wahnsinniger Sieg der Mentalität heute“, lobt Trainer Haaß.
Zur Pause 15:10 vorne
Zur Pause führt der Rumpfkader der Ludwigshafener überraschend 15:10. Das ist vor allem auch ein Verdienst von Žiga Urbič, der in den ersten 30 Minuten auf sieben Paraden kommt. In der 7. Minute führen die Eulen erstmals – Lars Röller, der nach 36 Sekunden die erste Zeitstrafe quittiert, trifft ins leere Tor: 4:3. Stark die Phase zwischen der 8. und 12. Minute: „Frieda“ Schmitt gleich zweimal, René Zobel schlitzohrig-clever ins leere Tor, Theo Straub und Leon Hein bringen die Eulen mit einem 5:0-Lauf mit 9:4 in Führung. Nach dem 10:13 droht das Spiel aus Eulen-Sicht zu kippen, aber Röller und Theo Straub, der mit einem Lattenschuss Pech hat, sorgen für die deutliche Pausenführung. Sein Saisondebüt nach Kreuzbandriss erlebt der 18 Jahre alte Tilo Müller als wichtige (und mutige) Entlastung für Zobel auf Halbrechts. „Es waren zwei wichtige Punkte. Wir müssen diesen Schwung für die nächsten Wochen mitnehmen“, sagt Müller, der Linkshänder, die Nummer 19 der Eulen.
Rot für Lars Röller
In der 40. Minute verkürzt Weßeling auf 15:17, wenig später sieht Lars Röller Rot. Und die Eulen kommen zurück – 15:20. In der 55. Minute trifft Zobel (3 von 5) – 28:21 für die Eulen.
Die offensive Deckung der Hausherren wissen die Eulen auszutricksen. Tim Schaller und Theo Straub nutzen die Freiräume, Marc-Robin Eisel (3 von 5) führt clever Regie. Klasse der Tempogegenstoß in Minute 49, den Straub nach Eisel-Pass mit dem 25:18 veredelt. Und die Eulen haben Antworten. Blaauws 19:25 folgt Schallers 19:26. Nach dem 21:26 von Regisseur Blaauw keimt sieben Minuten vor dem Ende nochmals Hoffnung beim TuS, die Eisel, Zobel und Straub ersticken: 21:29. Das letzte Tor nimmt sich Tim Schaller: 30:22!
Das tut saugut
„Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben über 60 Minuten saugeil gekämpft. Wir hatten auch paar Rückschläge, haben uns dann aber zurückgekämpft. Einmal ist der Vorsprung auf plus 2 zusammengeschrumpft, aber auch da ziehen wir uns raus. Auch die Rote Karte vom Röller stecken wir gut weg, ziehen unseren Plan 60 Minuten lang durch“, bilanziert Theo Straub. Der Rechtsaußen – an dem Abend eine Trumpfkarte wie sie auch Tim Schaller auf Linksaußen ausspielt. Straub: „Das war auf jeden Fall bitter nötig nach der Durststrecke. Es war wie in der Hinrunde wichtig nach fünf verlorenen Spielen mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Das tut saugut. Und jetzt legen wir nach!“
Die Lage
Die 2 Punkte sind enorm wichtig im „Klassenkampf“. Die Eulen sind mit jetzt 20:36 Punkten 14. Dahinter folgen TuS Ferndorf (18:36), TuSEM Essen (16:40) und die HSG Krefeld Niederrhein (15:41) auf Abstiegsplatz 17.



