Am zweiten Spieltag der Rückrunde in der 2. Handballbundesliga der Männer gastiert der ThSV Eisenach am Sonntag, 19.02.2023 um 16.00 Uhr bei den Eulen Ludwigshafen, die die Schwelle zum neuen Kalenderjahr auf Aufstiegsplatz 2 überschritten haben. Die Pfälzer kassierten zuletzt in zwei Spitzenspielen Auswärtsniederlagen in Dessau (30:35) und in Balingen (27:34). Der Aufstiegszug ist für die Eulen wohl noch nicht abgefahren.
Wir sprachen zu Wochenmitte mit Michel Abt, dem Trainer der Eulen Ludwighafen, auf dem Weg von der Schule zum Training. Der 32-Jährige ist neben seiner Trainertätigkeit noch Lehrer für Sport und Geografie mit reduzierter Stundenzahl am Leibniz-Gymnasium in Östringen.
Ihr Team startete mit zwei Niederlagen beim Dessau-Roßlauer HV und beim HBW Balingen-Weilstetten in das neue Kalenderjahr. Niederlagen bei zwei Spitzenteams der Liga, die so ungewöhnlich nicht sind. Doch Sie haderten mit Ihrem Team. „Ich bin enttäuscht, wie wir solche Spiele angehen“, werden Sie zitiert. Was meinen Sie konkret?
In Dessau oder Balingen kann man knapp verlieren, doch in Balingen lagen wir zwischenzeitlich mit 10 Toren hinten. Uns unterliefen 7 oder 8 technische Fehler, die zu direkten Gegenstoßtreffern führten. In Dessau agierten wir einfach zu behäbig; so kann man kein Spiel in der 2. Liga gewinnen.
In der aktuellen „Handballwoche“ ist unter dem Titel „Hinter den Erwartungen“ zu lesen, dass Sie den Aufstieg abhaken. Doch es liegt ja noch fast eine komplette Rückrunde vor Ihnen und der Abstand zu den Aufstiegsplätzen ist nicht uneinholbar?
Zwischen Eisenach und uns gibt es unterschiedliche Ausgangssituationen. Der ThSV Eisenach will aufsteigen. Unser Ziel war es nach der doch ziemlich verkorksten Vorsaison mit Platz 13 am Ende, in ruhiges Fahrwasser zu kommen und dann anzugreifen. Für uns gilt es, nicht die Nerven zu verlieren. Wir starteten mit 5:5 Punkten in die Saison. Wird der Start der Rückrunde ähnlich, sind wir auf andere Teams angewiesen, um oben nochmal angreifen zu können. Ja, wir können jede Mannschaft der Liga schlagen
Wie beurteilen Sie die Lage in Sachen Aufstiegsränge?
Wenn der Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten relativ verletzungsfrei bleibt, wird er sein Ding durchziehen. Dahinter ist nahezu alles offen. Ich glaube, es steigt noch der auf, der sich gegen vermeintlich schwächere Gegner keine Ausrutscher leistet, auch diese Spiele gewinnt. Konstanz ist gefragt. Bei einem Sieg am Sonntag über den ThSV Eisenach sind wir wieder im Rennen. Wie bereits erwähnt, Nerven behalten ist angesagt. Zum Jahreswechsel lagen wir auf dem 2. Platz, haben eigentlich unsere Hausaufgaben gemacht.
Kreisläufer Sergej Gorpishin verletzte sich am vergangenen Spieltag. Wie geht es ihm? Wie lange muss er pausieren?
Glücklicherweise sah es schlimmer aus. Am Sonntag wird er allerdings wohl nicht spielen können.
Auf welche Spielphilosophie setzen Sie generell?
Ich bin ein Freund des Tempo-Handballs. Ein 40:40 gefällt mir mehr als ein 20:20. Ich setze auf ein gegnerorientiertes Angriffskonzept, mit kreativen Auslösehandlungen.
Am Sonntag kommt der Tabellen-Zweite aus Thüringen in die Friedrich-Ebert-Halle. Was für eine Partie erwarten Sie?
Ich erwarte eine spannende Partie. Wir müssen erfolgreiche Lösungen im Angriff finden, um nicht – wie in Balingen – Gegenstoßtreffer zu kassieren. Wir legen den Focus auf unseren Angriff, um ins Verteidigen zu kommen.
Wie sieht es personell aus?
Bis auf den angesprochenen Sergej Gorpishin werde ich, vorausgesetzt es passiert bis zum Wochenende nichts im Training, alle dabeihaben.
Interview: Th. Levknecht
Quelle: ThSV Eisenach



