Nach dem Heimsieg gegen die Eulen Ludwigshafen (30:29) steht für den TuSEM Essen das erste Auswärtsspiel im Jahr 2026 auf dem Programm. Am Valentinstag (14. Februar) sind die Essener beim TV Hüttenberg zu Gast. Anwurf ist um 18 Uhr.
Am Ende waren die Tusem-Handballer wahrscheinlich froh, dass sie keine Eiskunstläufer oder Tänzer geworden sind. Der Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen (30:29) geriet gegen Ende nämlich zu einer echten Zitterpartie. In der aktuellen Tabellenkonstellation zählen für den TuSEM allerdings nur die zwei Punkte – die B-Note ist somit völlig nebensächlich. Die lange EM-Pause war beiden Mannschaften in der ersten Halbzeit anzumerken, in Phasen wirkte die Partie hüben wie drüben etwas verkrampft. Den leicht besseren Eindruck machten indes die Eulen, führten quasi durchgehend und nahmen auch eine 12:14-Führung mit in die Kabine.
Vor knapp 2400 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ erwischten die Essener aber dann einen echten Traumstart in Hälfte zwei: Der bärenstarke Alexander Schoss sowie Valentin Willner egalisierten die Ludwigshafener Führung binnen 73 Sekunden. Minuten später führte der TuSEM dann seinerseits mit zwei Toren – wieder war Schoss der Torschütze (19:17, 38. Minute). In jenem Moment beschlich den ein oder anderen das Gefühl, dass sich die Essener jetzt absetzen würden – aber mitnichten. Die Eulen, trainiert vom gebürtigen Essener Michael Haaß, steckten nicht auf und hatten vor allem einen Trumpf in der Hinterhand: Linkshänder René Zobel, der von 2013-2015 beim TuSEM spielte. Der 30-Jährige erzielte im zweiten Durchgang sechs seiner insgesamt sieben Tore, traf mitunter aus höchst schwierigen Winkeln. Die Essener blieben indes konzentriert, legten immer wieder vor und bejubelten knapp drei Minuten vor dem Ende eine grandiose Einzelaktion ihres Kapitäns Max Neuhaus, der zum 30:28 traf. Es sollte der letzte Treffer des TuSEM an diesem Abend bleiben, die Eulen konnten Sekunden vor Schluss nur noch um ein Tor verkürzen. Der Rest war Jubel, Freude, Heiterkeit – zwei ganz wichtige Punkte wanderten zum Rückrundenstart auf das Essener Konto.
Für Cheftrainer Kenji Hövels war es der zweite Sieg im vierten TuSEM-Spiel, der 32-Jährige sah trotz Sieg noch einige Makel im Essener Spiel: „Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wenn wir es aber schaffen, ein paar Würfe konsequenter zu verteidigen, können wir den Sieg souveräner gestalten. Wir wissen aber darum, wo wir herkommen und sagen ganz klar: Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg.“ Die Konkurrenz im Tabellenkeller hat derweil in Teilen mitgespielt: Krefeld verlor hauchzart gegen Ferndorf (27:28), Dormagen unterlag Nettelstedt in eigener Halle (30:34) und Großwallstadt ging gegen Nordhorn-Lingen leer aus (34:36). Schlusslicht Oppenweiler/Backnang wartet weiter auf den ersten Saisonsieg, der TV Hüttenberg war eine Nummer zu groß (23:31). Für die Tabelle bedeutet das folgendes: Der TuSEM steht mit zehn Punkten auf Platz 16 und hat vier Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge. Platz zwölf ist allerdings nur noch zwei Punkte entfernt.
Hüttenbergs Deckung ist schwer zu bespielen – Kenji Hövels verteilt Lob an den Gegner
Apropos Hüttenberg: Die Mittelhessen sind nun der nächste Gegner der Essener. Der TVH hat in der vergangenen Saison den Aufstieg dramatisch verpasst, durch die 27:29-Niederlage in Ludwigshafen am letzten Spieltag zog GWD Minden doch noch vorbei. In dieser Spielzeit spielt Hüttenberg wohl nicht mehr um den Aufstieg mit, derzeit liegt die Mannschaft von Trainer Stefan Kneer auf Platz zehn. Gegen den TuSEM spielen die Mittelhessen ziemlich gerne, die letzten fünf Aufeinandertreffen hat Hüttenberg allesamt für sich entschieden, so auch das Hinspiel in Essen (25:31). Der TVH setzt in der Defensive seit Jahren auf eine schwer zu bespielende 3-2-1-Deckung, hat dazu im Sportzentrum Hüttenberg ein lautstarkes Publikum im Rücken. Für die junge Essener Mannschaft stellt die Partie also eine echte Herausforderung dar, Kenji Hövels erklärt, wie der erste Auswärtssieg der Saison gelingen soll: „In Hüttenberg zu spielen, ist maximal schwer. Diese 3-2-1-Deckung ist in den letzten Jahren zu einer echten Hüttenberger DNA geworden. Dagegen auswärts anzukommen ist eine Herausforderung. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir mit unseren Jungs gute Lösungen finden werden und wollen das Spiel gewinnen.“
Bevor die Partie um 18 Uhr angepfiffen wird, spielt die Essener A-Jugend in gleicher Halle (Anwurf 15 Uhr) gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen um wichtige Punkte in der A-Jugend-Bundesliga. Der Nachwuchs freut sich über jeden TuSEM-Fan, der sich schon früher auf den Weg nach Hüttenberg macht, um die A-Jugend zu unterstützen. Tickets für das Spiel der Profis sind mittlerweile rar, es sind noch einzelne Stehplatz-Karten erhältlich. Diese können unter folgendem Link erworben werden: https://vivenu.com/event/tv-05-07-huttenberg-vs-tusem-essen-hyzwu1. DYN überträgt die Partie ab 17:40 live und on demand.



