Der 1. VfL Potsdam hat die Tabellenführung in der 2. Handball-Bundesliga übernommen – zumindest für eine Nacht. Am Sonnabendabend gewannen die Adler um Trainer Emir Kurtagic vor 980 Fans in der MBS-Arena mit 23:19 (14:10) gegen die Eulen Ludwigshafen. Marvin Siemer und Tim Niclas Schröder waren mit je fünf Treffern die erfolgreichsten Werfer im VfL-Team.
Der Gastgeber startete hochkonzentriert in die Partie: Potsdam legte dreimal vor, Ludwigshafen glich dreimal aus. Erstmals mit zwei Toren in Front war der VfL beim 5:3, das Tim Niclas Schröder in der 10. Minute vom Kreis erzielte. Auch danach hielt die Kurtagic-Sieben das Tempo hoch – und belohnte sich folgerichtig.
Markus Mahr besorgte das 7:4 (12.), Siemer warf wenig später von der Siebenmeterlinie gar einen Vier-Tore-Vorsprung heraus. Weil auch Maximilian Grundmann zwischen den eigenen Pfosten mit mehreren Paraden glänzen konnte, stand nach 27 Minuten ein 14:8 auf der Anzeigetafel. Die beiden letzten Treffer des ersten Durchgangs gehörten aber den Gästen aus Rheinland-Pfalz.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Adler an ihrer guten Leistung aus Durchgang eins zunächst an. Der im zweiten Abschnitt auf Linksaußen spielende Jan Grüner stellte aus sieben Metern schnell wieder den Sechs-Tore-Vorsprung her – 17:11 (33.). Anschließend kehrte für über zehn Minuten jedoch der Schlendrian ein: Zwischen der 33. und 44. Minute gelang dem VfL nur ein Treffer.
Als es beim 18:16 wieder richtig spannend wurde, bewies der neue Tabellenführer aber seine Klasse: Florian Budde, Mahr, Grüner und Tim Hildenbrand sorgten mit einem 4:0-Lauf wieder für klare Verhältnisse auf der Platte. Mit dem 22:16 war die Partie neun Minuten vor Ultimo entschieden. Die vom 2007er-Weltmeister Michael Haaß trainierten Gäste betrieben lediglich noch Ergebniskosmetik.
Die jungen Potsdamer Wilden sind bereits am Mittwoch wieder gefordert, wenn die Auswärtsaufgabe im DHB-Pokal beim TuSEM Essen auf dem Programm steht. Anwurf in der Sporthalle „Am Hallo“ ist um 19.30 Uhr. Das nächste Ligaspiel folgt am Sonnabend (26. September) beim Dessau-Roßlauer HV. Bereits um 16 Uhr geht es dann in der Anhalt-Arena um zwei Punkte.
VfL Potsdam: Grundmann (11 Paraden), Höler (1) – Budde (1), Siemer (5/4), Reichardt (1), Mahr (4/2), Paulnsteiner (2), Bulzamini, Savini, Günther, Bernkop-Schnürch, Hildenbrand (3), Grüner (2/1), Schröder (5), Romei.
Die Eulen Ludwigshafen: Wenning (0 Paraden), Boieck (12) – Waldvogel (1), Menges, Eisel (4), Daniel (1), Falk, Schwarzer (4/1), Röller (1), Straub (1), Schmitt (2), Leun (4), Schwarz, Kleinsteuber (1/1).
Emir Kurtagic (Trainer 1. VfL Potsdam): „Beide Torhüter haben nach der Pause aufgedreht, auf beiden Seiten hätten mehr Tore fallen können. Glückwunsch an meine Jungs, dass sie eine ihrer besten Abwehrleistungen gezeigt haben. Aber: Wir haben es nicht mit der Seriosität gemacht, wie wir uns das vorstellen. Darüber werden wir sprechen müssen, es gibt noch einiges besser zu machen. Aber wir können einiges aus diesem Spiel mitnehmen, zwei Punkte bleiben hier, das ist es, was zählt.“
Michael Haaß (Trainer Eulen Ludwigshafen): „Hätte mir im Vorfeld jemand gesagt, dass wir nur 23 Tore in Potsdam kassieren, hätte ich gedacht, dass wir für Punkte in Frage kommen. Aber dem war nicht so. Wir haben zwei sehr gute Abwehrreihen gesehen – oder wenn man es anders formuliert: Zwei nicht so gute Angriffsreihen. Hinten war es ein Schritt nach vorne, vorne ein Schritt nach hinten.“




