„Um in Eisenach eine Chance zu haben, müssen wir 101 Prozent abliefern!“
Auszeit mit Brian Ankersen, dem Coach des HSC 2000 Coburg, vor dem Derby in Eisenach
Zum thüringisch-fränkischen Derby empfängt der ThSV Eisenach am Samstag, 04.02.2023 um 19.30 Uhr den HSC 2000 Coburg. Wir sprachen vorab mit Brian Ankersen, dem Coach der Franken:
Der Ukrainer Vadym Brazhnyk hat nach dem russischen Überfall sein Heimatland verlassen und beim HSC 2000 Coburg Arbeit als Torwart-Trainer gefunden. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit ihm?
Er ist jeden Tag zum Training in der Halle, arbeitet mit unseren Torhütern. Auch mit den Nachwuchskeepern. Er ist zudem gerade dabei, sein Deutsch zu verbessern. Vadym Brazhnyk ist ja auch Co-Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft.
Welche Schwerpunkte setzten Sie in der Vorbereitung auf den zweiten Teil der Punktspielsaison?
Unser Spiel unterlag bisher zu vielen Schwankungen. Es fehlte an Stabilität, uns unterliefen zu viele technische Fehler. Daran haben wir gearbeitet. Abläufe sichern, Absprachen einhalten, darum ging es auch. Wir haben zudem an einer neuen Abwehrvariante, einer offensiveren, gearbeitet.
Aus den ersten 18 Punktspielen der Saison verbuchten Sie 18:18 Punkte. Hatten Sie mehr erwartet?
Gehofft Ja. Es galt 8 neue Spieler zu integrieren, das lief nicht so einfach. Drei bis 5 Zähler mehr hätten es schon sein können. Insbesondere in den Heimspielen verschenkten wir Punkte. Erwähnt seien die Heimpartien gegen den TV Hüttenberg, HC Elbflorenz und Motor Zaproshje. Ärgerlich auch das Pokalaus in heimischer Arena gegen den TV Großwallstadt. Die Spieler müssen- mit Blick auf den zweiten Teil der Saison – auch ihren Einsatz erhöhen.
Was war bisher gut, woran muss noch gearbeitet werden?
Überwiegend gut war unsere stabile Deckung im Zusammenspiel mit den Torhütern. Als positiv ordne ich auch unser Tempospiel ein. Im gebundenen Angriffsspiel haperte es noch. Die Abläufe stimmten nicht, uns unterliefen zu viele technische Fehler. Ob es nach der Punktspielpause besser klappt, Eisenachs Abwehr wird der richtige Prüfstein sein.
Gibt es eine konkrete Zielstellung bis zum letzten Saisonpfiff?
Wir wollen mehr Kontinuität, uns stetig entwickeln, um nächste Saison anzugreifen. Natürlich wollen wir in dieser Saison in der Tabelle noch etwas klettern. Auf einen einstelligen Platz.
Welche Handball-Philosophie versuchen Sie mit Ihrer Mannschaft umzusetzen?
Eine variable Abwehr, die die Spieler des Kontrahenten fernhält, Fehler provoziert. Ich setzte auf Tempospiel, mit Tempowechseln.
Zum Hinrunden-Ende hält der Spielplan das thüringisch-fränkische Derby zwischen dem ThSV Eisenach und dem HSC Coburg bereit. Was geben Sie Ihrer Mannschaft mit auf den Weg?
Wir sind nicht der Favorit. Eisenach rangiert in der aktuellen Tabelle auf dem 2. Platz. Wenige technische Fehler machen, das ist unser Hauptanliegen. Um überhaupt eine Chance zu haben, müssen wir 101 Prozent unseres Leistungsvermögens abrufen.
Wie sieht es personell aus?
Wir hatten in der Pause mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Das wünscht sich kein Trainer. Auch beim Testspiel in Wetzlar fehlten einige Spieler. Wer am Samstag dabei ist, entscheidet sich wohl erst beim Abschlusstraining. Ich hoffe, es fehlen nicht so viele.
Werfen Sie auch einen Blick auf das erfolgreich aufspielende Jugendbundesligateam des HSC Coburg, in dessen Reihen mit Johann Malta und Elias Wöhler zwei Eisenacher stehen?
Ich bin zu jedem Heimspiel unserer A-Jugend in der Halle, verfolge auch die beiden genannten Eisenacher. Sehr interessante junge Leute! Elias Wöhler überzeugt auf Rückraum Mitte, kann ein Spiel sehen, denken und lenken, muss allerdings ein paar Kilo zulegen. Johann Malta gefällt im Rückraum mit seiner besonderen Wurftechnik aus dem Handgelenk. Künftig könnte er aber auch auf Außen zum Zuge kommen.
Quelle: ThSV Eisenach (Th. Levknecht)
Foto: HSC 2000 Coburg



